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Löschung des Vermächtniskonto durch Erben zu Lebzeiten des Erlassers

| 10.01.2011 11:43 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Familie ist im Testament einer entfernten Verwandten mit einem Geldvermächtnis bedacht worden von einem numerisch genannten Konto.

Die Alleinerbin war zu Lebzeiten der Verwandten Generalbevollmächtigte für alle Konten unserer Verwandten. Ein Jahr nach Ausstellung des Testaments inkl. Benennung des Vermächtniskontos hat diese Erbin/Generalbevollmächtigte das Vermächtniskonto aufgelöst/eine Überweisung getätigt. Unsere Verwandt ist zu dem Zeitpunkt bei klarem Verstand gewesen und hätte unserer Einschätzung nach nie dieses Konto aufgelöst, nachdem sie es 1 Jahr vorher für uns im Testament festgelegt hatte.

Nun 2,5 Jahr nach Löschung des besagten Kontos ist die Verwandte gestorben und die Erbin hat uns nun mitgeteilt, daß es das Vermächtniskonto nicht mehr gibt, damit auch kein Geld für uns. Es ist aber eindeutig aus dem Kontoauszug, den Sie uns vorgelegt hat zu ersehem, daß sie selbst die Löschung veranlaßt hat und irgenwohin das Geld überwiesen hat.

Die Erbin muß im übrigen von dem Testament und dem dazugehörigen Vermächtniskonto gewußt haben, da ihr Mann als Notar das Testament verfaßt hat (auch wenn dessen Angestellt im Testament unterschrieben hat, kommt das Testament doch aus seiner Kanzlei)

Können wir von der Erbin verlangen, den Verbleib des Geldes zu beurkunden bzw. muß sie aus einem anderen Konto das Geld herausrücken ?

Wie kommen wir an unser Geld, hier liegt doch klar eine Unterschlagung vor ?! Wie gehe ich vor ?

Bitte helft.

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ob Sie einen Anspruch auf die Auszahlung eines gewissen Gelbetrages durch das Vermächtnis haben, hängt von der Formulierung und Auslegung des Testamentes ab. Durch Auslegung ist der letzte Wille des Erblassers zu ermitteln.

Sollten Sie mit einer bestimmten Summe bedacht worden sein und es wurde Bezug genommen auf ein bestimmtes Konto, so dürfte es vorrangig dem Willen der Erblasserin entsprochen haben, Ihnen die bestimmte Summe zu vermachen. Dass das Geld nach Errichtung des Testamentes verschoben wurde, dürfte dann eher unerheblich sein, sofern ein anderer Wille nicht erkennbar ist.

Sollte die Erblasserin Sie mit einem nicht bezifferten Vermächtnis (Geldvermächtnis in Höhe von Guthaben auf entsprechendem Konto) bedacht haben, stellt sich die Rechtslage eventuell anders dar. In diesem Fall wollte die Erblasserin Ihnen das Vermögen zuwenden, das sich tatsächlich auf dem Konto befand. Verfügt das Konto über kein Guthaben bzw. wäre aufgelöst, so käme ein Auszahlungsanspruch wegen des Vermächtnisses eher nicht in Betracht.

Auch hier würde sich die Frage stellen, ob dieses Ergebnis dem Willen der Erblasserin entsprochen hätte. Es ist zu überlegen, wie der Wille der Erblasserin ausgesehen hätte, hätte Sie den Umstand des Abbuchens/der Kontolöschung gekannt. Ist das Vermächtnis nicht beziffert gewesen, so kann man wohl davon ausgehen, dass sie Ihnen das jeweilige Guthaben auf dem Konto zuwenden wollte. Wirtschaftlicher Hintergrund für ein solches Vermächtnis könnte gewesen sein, dass die Erblasserin nicht im Vorhinein wusste, welchen Betrag sie Ihnen vermachen kann oder will.

Wurde das Guthaben nun ohne Veranlassung bzw. ohne Kenntnis der Erblasserin verschoben, so entspräche es wohl ihrem Willen, Sie mit einem Vermächtnis in der Höhe zu begünstigen, wie sich das Guthaben unter Hinwegdenken der „Verschiebung" entwickelt hätte. Alleine durch eine Abbuchung und Löschung des Kontos ohne Kenntnis und Wissen der Erblasserin sollte ihr letzter Wille nicht umgangen werden können.

Eine Unterschlagung kommt zwar nicht in Betracht, da die Erblasserin Kontovollmacht hatte. Es könnte jedoch an eine Untreue zu denken sein. Voraussetzung hierfür wäre, dass die Erbin das Guthaben ohne Wissen und nicht im Interesse der Erblasserin umgebucht hätte.

Insgesamt kommt es bei der Beurteilung Ihrer Frage entscheidend auf sämtliche Umstände Ihres Einzelfalls an. Von Bedeutung ist die Formulierung des Testamentes sowie das Randgeschehen, sodass eine zuverlässige Einschätzung der Sach- und Rechtslage erst nach umfassender Sachverhaltsaufklärung sowie Durchsicht des Testamentes möglich sein wird.

Da in Ihrem Fall tatsächlich Erfolgsaussichten bestehen können, sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der umfassenden Prüfung und ggf. Vertretung beauftragen. Dies gilt umso mehr, da die Gegenseite nicht zur Auszahlung des Geldbetrages bereit ist und aufgrund des beruflichen Hintergrundes des Ehemanns der Erbin über überlegenes juristisches Wissen verfügt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 10.01.2011 | 18:43

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Die Antwort des Anwalts hat mich bestärkt, Rechtsbeistand einzuholen, da eine Aussicht auf Erfolg gegeben zu sein scheint.

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