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Lizenzverlustversicherung


21.02.2018 11:23 |
Preis: 30,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von



Ich bin selber Pilot. Über meinen Arbeitgeber wurde eine Flugdienstuntauglichkeitsversicherung abgeschlossen, d.h. bei dauernder Verlust der Flugtauglichkeit muss diese Versicherung eine Geldsumme zahlen. Seit dem Beginn meiner beruflichen Tätigkeit habe ich ein Hochtonabfall im Audiogramm, genau gesagt bei 6 und 8 kHz, alle anderen Frequenzen im Audiogramm kann ich normal hören, dies hat auch keine Einschränkungen für meine Arbeit. Lizenzrechtlich relevant sind lediglich die Frequenzen 500, 1000, 2000, 3000 Hz, und diese kann ich ohne Probleme hören.
In den AVB der Versicherung steht nun folgender Satz:
"Ausschlüsse

Ausgeschlossen von der Versicherung ist die Flugdienstuntauglichkeit, die zurückzuführen ist auf

-Anomalien oder körperliche Fehler und deren Folgen, wenn die Anomalien oder die körperlichen Fehler vor Beginn des Versicherungsschutzes bestanden haben und die versicherte Person bzw. die Versicherungsnehmer von dem Bestehen der Anomalie oder des körperlichen Fehlers Kenntnis gehabt haben"

Diese Versicherung wurde damals automatisch abgeschlossen, ohne Gesundheitsprüfung, und -fragen. Sollten sich meine Ohren nun verschlechtern, und auch die lizenzrelevanten Frequenzen schlechter gehört werden, müsste die Versicherung dann bei Fluguntauglichkeit zahlen, oder könnte sie sich auf den obigen Ausschlussgrund berufen?
21.02.2018 | 14:24

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider könnte die Versicherung sich auf den Ausschlussgrund berufen, aber nur, wenn die jetzige Ursache (körperlicher Fehler) auch dazu führt, dass Sie bei den für die Flugtauglichkeit relevanten Frequenzen Probleme bekommen. Sollte eine andere Ursache (nach Versicherungsabschluß)dafür verantwortlich sein, dann müsste die Versicherung zahlen.

Die Versicherung wird, wenn Fluguntauglichkeit eintritt, von Ihnen eine Aufstellung der Sie in Vergangenheit behandelnden Ärzte anfordern und dort Auskünfte einholen, ob Sie bereits wegen der Krankheit, die zur Fluguntauglichkeit führt, bereits vor Abschluß der Versicherung in Behandlung waren.
Ist dies der Fall und die damalige körperliche Grunderkrankung hat zu der Verschlechterung geführt, würde die Versicherung nicht zahlen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M. (Versicherungsrecht)
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 21.02.2018 | 21:29

Kann man denn überhaupt mit Sicherheit sagen, dass die Ursache, welche zu dem bestehenden Hörverlust (im Hochtonbereich) geführt hat, auch für einen weiteren Hörverlust in der Zukunft verantwortlich sein kann? Ein weiterer Hörverlust könnte doch auch durch Lärm im Cockpit entstehen, wäre dies dann eine Folge des bestehenden Hörverlusts?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.02.2018 | 22:04

Sehr geehrter Fragesteller,

es müßte sich um die gleiche Grunderkrankung handeln. Ob dies ärztlich feststellbar ist, kann ich nicht beurteilen, weil ich die Ursache bei Ihnen nicht kenne. Die Beweislast läge auf jeden Fall bei der Versicherung, wenn Sie sich auf den Ausschlussgrund berufen würde.
Wenn die Ursache Lärm im Cockpit wäre und die jetzige eine andere, dann ist es keine Folge der momentanen Höreinschränkung.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt


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