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Liquidation von zwei Kommanditgesellschaften (GmbH & Co. KG)

21.03.2008 17:27 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Meine Fragen bewegen sich im Bereich Gesellschaftsrecht mit Bezug zum Steuerrecht.

Es existieren:

- Gesellschaft G1: Eine GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital, bei der ich einziger Gesellschafter bin
- Gesellschaft G2: Eine GmbH & Co. KG, bei der G1 Komplementär ist und ich einziger Kommandidist.
- Gesellschaft G3: Eine weitere GmbH & Co. KG, bei der G1 Komplementär ist und ich einziger Kommandidist.

Es gehört also alles mir und niemand kann mir sozusagen reinreden.

Früher gab es mehrere Gesellschafter, mehrere Standorte, auch mehrere Mitarbeiter, seit über einem Jahr bin nur noch ich da und arbeite von meiner Wohnung aus. Da ich gesundheitlich der Tätigkeit nicht mehr in Vollzeit nachgehen kann wollte und ich ich alles unnötige loswerden. Sämtliche Geschäfte der beiden CoKGs habe ich auf die GmbH übertragen. Aus der reinen komplementär-GmbH wurde also eine reguläre GmbH. Für beide CoKGs wurde im Juli 2007 im Handelsregister die beabsichtigte Liquidation eingetragen, so dass die beiden CoKGs "i.L." sind. Dazu war ich beim Notar und wurde als Liquidator benannt. Ich war in den letzten Monaten damit beschäftigt die Jahresabschlüsse zu machen, offene Rechnungen bei ehemaligen Kunden einzutreiben, also alles das was man als Liquidator so macht.

G1: Vom Stammkapital der GmbH sind bei Gründung nur 14.000 Euro eingezahlt wurden. 13.000 davon wurden an G2 als Anleihe herausgegeben (was sollte eine Komplementär-GmbH mit so viel Geld). Diese Anleihe ist fast 9 Jahre alt, wurde verzinst und die Zinsen wurden von G2 regelmäßig gezahlt. G1 hat also gegenüber G2 Forderungen in Höhe von 13.000 Euro.

G2: Demnach hat G2 gegenüber G1 Verbindlichkeiten in Höhe von 13.000 Euro. G2 selber hat noch das Finanzamt als Gläubiger (aus Umsatzsteuer), Geld dafür ist aber eingeplant und vorhanden. G2 hat gegenüber G3 Forderungen aus Lieferung und Leistung in Höhe von etwa 11.000 Euro. Es existiert noch ein Lieferant L2, der noch Ewigkeiten brauchen wird, bis er eine Nachberechnung (Nachzahlung für Lieferung) durchgerechnet hat. Der bummelt mir aber zu lang.

G3: Neben den üblichen Finanzamt-Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer (Geld ist da) existieren eben die 11.000 Euro Verbindlichkeiten gegenüber G2. Ein paar hundert Euro sind noch eine Verbindlichkeit gegenüber einem Lieferanten L3. Der reagiert jedoch schon seit über einem Jahr nicht auf Anfragen, dessen Forderung habe ich kurzerhand ausgebucht.

Nachdem ich mit allen Jahresabschlüssen fertig bin würde ich nun gern möglichst zügig die CoKG-Gesellschaften im Handelsregister löschen lassen, sehe dabei aber ein paar Hindernisse. Die GmbH soll erst mal weiter bestehen bleiben.

Dazu meine Fragen:

1. Die ganzen Verbindlichkeiten/ Forderungen innerhalb meiner Gesellschaften würde ich gern komplett ausbuchen. G1 soll auf die 13.000 Euro gegenüber G2 verzichten, G2 soll gegenüber G3 auf die 11.000 Euro verzichten. G3 hätte damit einen einmaligen außerordentlichen Erlös von 11.000 Euro, G2 einen außerordentlichen Erlös in Höhe von 2.000 Euro (die Differenz) und G1 einen außerordentlichen Aufwand aus Abschreibungen auf Forderungen von Anleihen in Höhe von 13.000 Euro. Da G1 als Komplementär an G3 beteiligt ist würde ich den Gewinn von G3 dem Komplementär G1 zuschreiben lassen (das sollte über einen Gesellschafterbeschluss unproblematisch gehen), so dass sich das alles weitgehend ausgleicht.

Gibt es hierbei irgendetwas zu beachten, damit einem das Finanzamt nicht komplett einen Strich durch die Rechnung macht? Sollte ich das Ausbuchen in einem Batzen machen (heute, letztes Jahr, Vorjahr, ...) oder besser in Form von Raten über die Jahre verteilen. Ich habe hier die Jahresabschlüsse für 2005, 2006 und 2007 liegen (das Finanzamt kennt also nur den Stand 31.12.2004) und könnte das schön auf die drei Jahresabschlüsse verteilen.

2. Die endgültige Liquidation von G2 wird durch das Finanzamt und L1 "blockiert". Mir ist bekannt, dass das Finanzamt vor der Löschung vom Notar angeschrieben wird. Wie bringe ich das Finanzamt dazu, dass es kurzfristig der Löschung zustimmt? Schreibe ich dem Finanzamt einen Brief, dass ich die Umsatzsteuerverbindlichkeiten auf meine private Backe nehme, damit die Löschung endlich erfolgen kann? Oder anders?

3. L2 nervt mit seinem Gebummel. Ich weiß nicht ob er überhaupt noch eine Forderung haben wird oder ob nicht. Er kann die Frage danach auch nicht beantworten. Gebucht (Rückstellungen) habe ich deswegen auch nichts. Offiziell ist also nur das Finanazamt Gläubiger. Gesetzt den Fall, das Finanzamt stimmt der Löschung zu und über einen Notar wird die Gesellschaft auch im Handelsregister gelöscht, was passiert kurz nach der Löschung, wenn dann noch L2 mit einer berechtigten Forderung kommt? Im Beispiel: Liquidationserlös 100 Euro, Forderung von L2 500 Euro. Kann er mit 100 Euro abgespeist werden, muss der ehemalige Komplementär die Differenz zwischen Liquidationserlös und berechtiger Forderung (400 Euro) zahlen oder müsste die G2 trotz Löschung noch Insolvenz beantragen?

4. Darf ich als Liquidator die endgültige Löschung von G3 im Handelsregister über einen Notar anstoßen, obwohl noch ein Gläubigger L3 existiert, der auf Anfragen aber überhaupt nicht reagiert (ich vermute Geschäftsbetrieb eingestellt). Er schickt keine Zahlungserinnerungen, Mahnungen oder ähnliches und am Telefon nimmt niemals jemand ab, auch kein Anrufbeantworter.

-- Einsatz geändert am 21.03.2008 17:32:11

22.03.2008 | 22:29

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Die kompletten Abschreibungen der jeweiligen Forderungen sind dann vorzunehmen, wenn diese uneinbringlich sind. Dies dürfte, da die KG´s keinen Geschäftsbetrieb mehr betreiben, spätestens mit Antrag auf Liquidation der Fall sein. Ob bereits in den Jahren zuvor Anhaltspunkte bestanden, Teilabschreibungen auf die bestehenden Forderungen vorzunehmen, wäre aus der geschäftlichen Entwicklung herzuleiten.
Zu beachten wäre in diesem Zusammenhang auch wie sich die steuerlichen Sondererträge aufgrund der Abschreibungen auswirken, soweit Sie einmalig oder verteilt auf die jeweiligen Jahre verteilt würden. Weiterhin sollten Sie beachten, ob infolge der Abschreibungen gegebenenfalls berichtigte Jahresabschlüsse an das Handelsregister zu übermitteln sind.

2. Steuerschuldner bleibt G2 auch wenn Sie die Schuldübernahme erklären, die sich möglicherweise bereits aus dem Gesetz ergibt. (Haftung des Geschäftsführer). Insoweit bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, daß G2 die Steuerverbindlichkeiten begleicht, um die Liquidation abzuschließen.

3. Soweit die Liquidation der G2 abgeschlossen ist, besteht die Haftung der G1 weiter, falls diese bei Inanspruchnahme durch L2 noch bestehen sollte. Bestehen die Gesellschaften G1 und G2 nicht mehr müsste L2 eine Nachtragsliquidation beantragen, die aber zunächst einen Kostenvorschuss seitens L2 erforderlich machen würde. Insoweit ist es für L2 nicht unbedingt erfolgsversprechend eine Nachtragsliquidation durchzuführen. Allerdings sollten Sie bzw. G1 für den Falle einer Nachtragsliquidation eine qualifizierte Liquiditätszusage abgeben, damit keine Überschuldung/Zahlungsunfähigkeit eintreten kann.

4. Die Liquidation von G3 hat nicht den Untergang der Forderung von L3 zur Folge. Schließlich kann er auf die persönlich haftende GmbH zurückgreifen. Allerdings gilt es für L3 die Verjährungsfrist zu beachten. Soweit L3 seine Forderung nicht rechtzeitig geltend macht, muss er wie unter Ziffer 3 ausgeführt ein Nachtragsliquidation beantragen. Jedoch besteht aufgrund Zeitablauf die berechtigte Hoffnung, dass die Forderung verjährt. Im übrigen wurde L3 offensichtlich die Liquidation angezeigt. Um eine Überschuldung/Zahlungsfähigkeit der Gesellschaften G3 und/oder G3 im Falle einer Liquidation zu vermeiden, sollten Sie als Gesellschafter und G1 eine qualifizierte Liquiditätszusage abgeben, um im Bedarfsfalle einen etwaigen notwendigen Kapitalfluss vornehmen zu können.

Ich hoffe Ihnen einen hilfreichen Überblick verschafft zu haben. Sollten sich noch eine Nachfrage ergeben, stehe ich Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

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