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Limitiertes Vorkaufsrecht für das Elternhaus

| 04.08.2018 12:16 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Das Vorkaufsrecht hat folgenden Inhalt:

Das Vorkaufsrecht steht dem Berechtigten für den ersten Verkaufsfall zu.
Das Vorkaufsrecht erlischt nicht durch eine Veräußerung, bei der es nicht ausgeübt werden kann.
Der Vorkaufspreis ist allerdings in der Weise limitiert, dass mein Sohn höchstens so viel bezahlen muss, wie er in Erfüllung der Teilungsanordnung von seinem Bruder erhalten hat.
Tatsächlich wurde eine Zahlung von 100 000.- Euro ausgeführt.
Das Vorkaufsrecht ist nicht übertragbar und nicht vererblich.
Für das Vorkaufsrecht gelten im übrigen die gesetzlichen Bestimmungen.
Das Vorkaufsrecht ist im Grundbuch durch Eintragung einer Vormerkung zu sichern, unmittelbar im Rang nach den im Zeitpunkt meines Todes dort eingetragenen Belastungen und dem Grundpfandrecht gemäß Buchstabe b) dieser Urkunde.

Buchstabe b)
Mein Sohn … ist im Gegenzug verpflichtet an meinen Sohn … einen Betrag in bar von 50% des Verkehrswertes für den näher bezeichneten Haus- und Grundbesitz … zu bezahlen. Diese Beträge sind bis zur Fälligkeit unverzinslich.

Nun möchte nach 9 Jahren mein Bruder das Haus verkaufen. Er hat mich dazu aufgefordert auf mein Vorkaufsrecht zu verzichten. Das Haus hat nach seinen Angaben einen Verkaufswert von 200 000.- Euro bis 220 000 Euro. Vergleichbare Häuser sind im Internet mit ca 500 000 Euro ausgewiesen.

Was ist hier nun zu tun?

mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Hier ist ggf. durch Einholung eines Sachverständigengutachtens der aktuelle Verkaufswert, also der Marktpreis, des Hausgrundstücks zu ermitteln. Erst wenn dieser bekannt ist, kann das weitere Vorgehen abschließend beurteilt werden. Nur bei einem Verkaufswert von 200.000 EUR oder tiefer wäre angesichts der angegebenen wirtschaftlichen Dimensionen (100.000 EUR Vorkaufs-Kaufpreis gegen hälftigen Verkaufswert im Gegenzug) ein Verzicht zu erwägen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.08.2018 | 17:34

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"Bei Zahlung des erhaltenen Betrages von 100 000 Euro an meinen Bruder erwerbe ich das Elternhaus und kann dann als Eigentümer verfahren wie es mir gefällt.
Damit ist dann ausgeschlossen, dass ich vom Verkaufspreis an meinen Bruder einen Betrag herausgeben muss.
Deshalb betrachte ich Ihre Empfehlung als absolut nicht durchdacht. Erst bei einem Verkehrswert von 100 000 Euro plus Kosten für Grunderwerbsteuer, Notar und alle sonstigen Nebenkosten wird meiner Meinung nach ein Rücktritt vom Vorverkaufsrecht interessant!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 04.08.2018 4,8/5,0
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