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Liaison am Arbeitsplatz zwischen Vorgesetztem und volljähriger Azubine

05.09.2014 02:19 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Probleme am Arbeitsplatz

Nach einer kurzzeitigen, einvernehmlichen Liason zu dritt gerät eine beteiligte Person, in diesem Fall A., weiblich, 20, außer Kontrolle und es kommt zu Problemen. Folgender Fall:

Mein Freund (40) und ich (25, weiblich) sind seit rund 3 Jahren ein Paar. Vor ca. einem Jahr hat eine Auszubildende (damals 19) im Betrieb meines Freundes in seine Abteilung gewechselt. Er war und ist aber nicht ihr Ausbilder, allenfalls ein Vorgesetzter. Schnell hat sich zwischen den beiden eine Freundschaft entwickelt, wobei auch unklare Gefühle im Spiel waren. Durch Zufall habe ich die Facebook-Unterhaltungen der beiden gelesen, woraufhin ich sehr eifersüchtig reagiert habe. Da ich jedoch bisexuell und experimentierfreudig bin, habe ich den Spieß umgedreht und die Azubine zu uns nach Hause (wir leben zusammen) eingeladen. Die sexuelle Anspannung zwischen den beiden war deutlich, beim ersten Mal ist jedoch nichts passiert. Ich habe die Azubine dann direkt angesprochen und ihr erklärt, dass ich meinem Freund gerne mehr Freiraum lassen will und ich damit einverstanden bin, dass sie und er intim miteinander werden, solange dies in meiner Gegenwart bzw. mit meinem Einverständnis geschieht. Sie war sich unsicher, hat aber letztendlich zugestimmt.

Daraufhin besuchte sie uns über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten hinweg regelmäßig an einigen Wochenenden. Es kam nicht zum Sex, aber mein Freund und sie sind sich sehr nahe gekommen. Des Weiteren hat sie sich auch auf Intimitäten mit mir eingelassen, obwohl sie eigentlich nicht bisexuell ist. Es war ihr eigener und freier Wille. Im weiteren Verlauf ergaben sich immer wieder diverse Konflikte aufgrund der heiklen Konstellation, da sie offenbar sehr in meinen Freund verliebt war. Dies hat sie auch wortwörtlich so geäußert. Mein Freund hat klare Ansagen gemacht: Er habe auch diffuse Gefühle für sie, aber seine Freundin werde er nicht verlassen. Dennoch hat sie sich weiterhin auf Kontakt eingelassen, wenn auch mit einigen von ihr eingeforderten Abständen zwischendurch, da es ihr teilweise sehr schlecht mit den Umständen ging.

Im März 2014 habe ich vor allem aus freundschaftlichem Interesse einen letzten Annährungsversuch gestartet und habe mit ihr alleine einen Tag in der Stadt verbracht. Anschließend sind wir mit meinem Freund gemeinsam in einen Nachtclub gegangen, wo sie letztendlich mit dem dort anwesendenen DJ spontan Zärtlichkeiten ausgetauscht hat. Mein Freund reagierte mit Eifersucht und es folgte ein Kontaktabbruch. Nach wie vor jedoch arbeiten die beiden zusammen und sitzen sich im Büro gegenüber. Sie zeigt starke Stimmungsschwankungen und hat immer wieder versucht, zu ihrer eigenen Beruhigung vermeintliche Entschuldigungen von meinem Freund zu erzwingen. Mein Freund und ich haben sie zerstört, so ihre Ansicht. Wir seien Schuld, sie habe das alles gar nicht gewollt und ähnliche Erklärungen folgten. Mein Freund ist nach all diesen Vorkommnissen darauf fokussiert gewesen, einen professionellen Umgang zu pflegen und ansonsten distanziert zu sein. Nun kam es vor einigen Tagen zu folgendem Zwischenfall:

Die Azubine stellt sich hinter meinen Freund und macht Anstalten, ihm Post-its auf den Rücken zu kleben. Er wich ihr daraufhin aus und erwiderte, dass sie ihn nicht anfassen solle. Er erhielt von ihr anschließend eine drohende Nachricht: "Dein Verhalten wirst du büßen. Hat deine beschissene Drecksfreundin dir wieder den Kontakt mit mir verboten? Wenn wir normal miteinander umgehen, dann darf ich dich auch anfassen. Und jetzt werde ich dich absichtlich anfassen." Später an diesem Tag geschah folgendes: Sie stellte sich meinem Freund gegenüber, der an seinem Arbeitsplatz saß und erzählte angespannt: "Zwei Wochen warst du nicht da und alles war gut. Ich hatte mein erstes Mal. Jetzt bist du wieder hier und es geht mir einfach nur schlecht. Warum hast du mir das angetan?" Anschließend schlug sie ihm mit voller Wucht mit der flachen Hand auf den Hinterkopf.

Mein Freund meldete dies dem Arbeitgeber. Zeugen gab es keine. Es fand ein Gespräch zur Klärung statt. Die Azubine log, dass er sie zuerst geschubst habe. Des Weiteren machte der Arbeitgeber die Aussage, es sei ihm egal, was die Mitarbeiter privat täten und wer hier wen schlage, sprich: Er hat trotz des tätlichen Angriffs keine Disziplinarmaßnahmen eingeleitet. Es wurde sogar noch geäußert, dass man doch vor "einem kleinen Mädchen" keine Angst haben bräuchte.

Welche rechtlichen Konsequenzen hat mein Freund zu erwarten, wenn die Azubine weitere Unwahrheiten verbreitet? Kann mein Freund seinen Arbeitsplatz verlieren, weil er einvernehmliche Intimitäten mit einer volljährigen Person ausgetauscht hat?

Zudem würden wir natürlich gerne gegen die Gewaltanwendung vorgehen, das heißt, die unterlassenen Disziplinarmaßnahmen erwirken. Ist es rechtens, dass der Arbeitgeber mit derartigen Vorfällen so umgeht?

Was würde eine Anzeige bringen? Hätte mein Freund ohne Zeugen eine Chance?

Wir befürchten weitere, auch private Belästigungen durch die Azubine. Kann ich zu meiner eingenen Sicherheit ohne größere Probleme eine einstweilige Verfügung erwirken? Wenn nein, welche Chancen habe ich, diese dennoch zu erwirken?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie können bei privaten Belästigungen eine Unterlassung verlangen. Hier wäre die Gegenseite zunächst zur Unterlassung der Handlungen aufzufordern und im Fall, dass auf die Fristsetzung nicht reagiert wird, kann eine einstweilige Verfügung erwirkt werden.

Prinzipiell muss bei einer einstweiligen Verfügung eine eidesstattliche Versicherung, dass das Verhalten wirklich erfolgt ist, beigefügt werden. Daraufhin erlässt das Gericht den Beschluss, d.h. bis dahin zählt nur die Schilderung der einen Seite - aber: dagegen kann Einspruch eingelegt werden und dann wird eine mündliche Verhandlung anberaumt, in der es dann zählt, den Vorfall tatsächlich zu beweisen (oder vor Erlass wird eine mündliche Anhörung anberaumt - das liegt im Ermessen des Richters). So oder so sind dann Zeugen zum Beweis erforderlich.

Ohne Zeugen gilt Aussage gegen Aussage und Sie sind in der Beweispflicht. Daher ist ohne Zeugen von einer solchen einstweiligen Verfügung abzuraten.


Grundsätzlich kann Ihr Freund den Arbeitsplatz verlieren, es hängt davon ab, was die Gegenseite behauptet (Schläge können hier z.B. ein Grund für eine Abmahnung/Kündigung sein). Die Intimitäten selber reichen hier nicht aus, das ist Privatsache, aber alles, was sich negativ auf den Arbeitsalltag auswirkt (hier: angebliche Schläge), kann obige Maßnahmen des Arbeitgebers nach sich ziehen.

Sie können auch nicht den Arbeitgeber zu einer Kündigung der Gegenseite zwingen, da Sie keine Zeugen für diesen Vorfall haben. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht, aber wie der Vorfall sich genau zugetragen hat, ist nicht von Ihnen belegbar.

Dies gilt im übrigen auch für eine strafrechtliche Anzeige.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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