Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Lenkdrachen-Flugschule - Haftung und welche Gewerbeform

12.10.2010 08:21 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Hallo,

ich betreibe die Seite:
http://www.*****

Ziel:
Flugschülern das Fliegen von Lenkdrachen beizubringen.

1.) Wichtig: Kann ich die Haftung ausschließen? Auf gut Deutsch: Sollte sich jemand im Kurs den Fuß verdrehen, bin ich dann privat haftbar? Oder kann ich eine Klausel vereinbaren "auf eigene Gefahr?" Falls nicht, welche Versicherung benötige ich?

2.) Ich erwarte nach einer Startup-Phase von 3-6 Monaten danach einen monatlichen Umsatz von ca 40€. Ich möchte diese Nebentätigkeit offiziell und nicht unter-der-Hand anbieten. Gibt es einen Mindestbetrag beim Finanzamt, wo ich diesen Betrag nicht erwähnen muss? Oder kann ich es unter "sonstige Einkünfte" auf der Lohnsteuerkarte eintragen, Berechnung mit Einkünfte / Ausgaben.

3.) Benötige ich ein Kleingewerbe für diese Nebentätigkeit? Oder kann ich die Tätigkeit "freiberuflich" anbieten und eine Rechnung ausstellen?

4.) Ist es rechtlich ok, Schadensersatz bei einem Flugschüler zu verlangen, wenn dieser das Fluggerät beschädigt? -> Bei Beschädigung des Lenkdrachens muss der Schüler die Kosten mir bezahlen.

Für die Beantwortung im Voraus vielen Dank!

Liebe Grüße,

*****
12.10.2010 | 09:47

Antwort

von


(344)
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: http://www.rechthilfreich.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Anfragen.

Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür angedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Auf Grundlage Ihrer Angaben beantworte ich die Fragen wie folgt:

1. a) Gemäß § 309 Nr. 7 BGB ist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, ein Haftungsausschluss bei Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit und bei grobem Verschulden unwirksam.

Bei Allgemeinen Geschäftsbedingungen handelt es sich um bereits vorformulierte Vertragsbedingungen, die von beiden Vertragsparteien akzeptiert werden müssen, wenn es zum Abschluss des Vertrages kommt.

Sie könnten also die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit allenfalls per Individualvereinbarung mit dem jeweiligen Kursteilnehmer vereinbaren, wobei im Streitfall der Kursteilnehmer sich auf den Standpunkt stellen könnte, dass es sich bei dem Haftungsausschluss von Ihnen gestellte unzulässige Allgemeine Geschäftsbedingungen handelt. Ein Haftungsausschluss kann Ihnen also keine abschließende Sicherheit bieten.

b) Mit der Einführung der sogenannten Mini GmbH oder auch Unternehmergesellschaft ist seit dem 01.11.2008 eine existenzgründerfreundliche Variante der bisherigen GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) an den Start gegangen. Bei der ursprünglichen GmbH mussten nämlich die Gesellschafter 25.000,00 €uro Stammkapital aufbringen. Mit einem Mindestkapital von nur einem Euro besteht nun für Existenzgründer die Möglichkeit, eine Existenzgründung in Form der sog. haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (Mini GmbH) vorzunehmen.

Die Existenzgründung der ein Euro GmbH kann unter Verwendung eines vorgegebenen 1 Euro GmbH Musterprotokolls erfolgen. Das Eintragungsverfahren beim Handelsregister wurde durch die Abkopplung vom verwaltungsrechtlichen Genehmigungsverfahren beschleunigt.

c) Über den Abschluss einer Haftpflichtpflichtversicherung für Ihr Unternehmen sollten Sie ohnehin nachdenken, da selbst bei Gründung einer GmbH / Mini GmbH in jedem Fall das Vermögen der Gesellschaft "haftet."

2.) Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind Einkünfte aus "freiberuflicher Tätigkeit".

Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehört insbesondere auch eine unterrichtende Tätigkeit.

Eine Besonderheit bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit ergibt sich bei Nebeneinkünften und der damit verbundenen Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26 EstG. Diese Entschädigungen für nebenberufliche Tätigkeiten als Übungsleiter sind unter bestimmten Voraussetzungen bis insgesamt 1.848 Euro steuerfrei. In jedem Fall gilt:

3) Bei Beginn einer unternehmerischen Tätigkeit ist der voraussichtliche Umsatz im Kalenderjahr zu schätzen. Übersteigt dieser voraussichtlich nicht die Umsatzgrenze von 17.500,- Euro, so gilt der Unternehmer als "Kleinunternehmer."

Wenn Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen wollen, so müssen Sie auf Ihre Umsätze keine Umsatzsteuer erheben.

Sie können allerdings auch als Kleinunternehmer zur Umsatzsteuer optieren und sich damit gegen die Anwendung der Kleinunternehmerregelung entscheiden.

In diesem Fall hätten Sie die Möglichkeit, auch die Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen.

Wenn Sie sich für die Ausweisung der Umsatzsteuer entscheiden, müssen Sie dies dem Finanzamt gegenüber erklären und erhalten eine Umsatzsteueridentifikationsnummer. Ihre Entscheidung ist verbindlich.


Werden die oben genannten Umsatzgrenzen überschritten, so müssen Sie zwingend Umsatzsteuer erheben.

Ihre Einnahmen und Ausgaben müssen Sie im Übrigen - je nachdem für welche Gesellschaftsform Sie sich entscheiden - per sogenannter Gewinn - und Verlustrechnung bzw. per Bilanz dokumentieren.

Zur Erstellung von Rechnungen sind Sie in jedem Fall verpflichtet.

Diesbezüglich kommt es also nicht darauf an, ob Sie Einkünfte aus "freiberuflicher Tätigkeit" oder einem Kleingewerbe erzielen. Wenn Sie ein Gewerbe anmelden müssen Sie im Übrigen Gewerbesteuer abführen.

Das Finanzamt hat einen gewissen Ermessensspielraum, wenn es um die Anerkennung einer freiberuflich Tätigkeit geht.

Es lohnt sich also, sich eine Reihe guter und schlagender Argumente für das Gespräch beim Finanzamt bereit zu legen, wenn Sie die Anerkennung als Freiberufler haben möchten (keine Gewerbesteuer / keine Gewerbeaufsicht).

Eine solche Anerkennung kann durchaus lohnenswert sein.

So würden Sie als Freiberufler weder der Gewerbeaufsicht unterliegen und auch keine Gewerbesteuer bezahlen müssen. Auch die Verpflichtung zur Bilanzierung entfiele. Freiberufler können nämlich bei der einfacheren Einnahme-Überschussrechnung bleiben.

4.) Eine Schadensersatzpflicht der Flugschüler bei Beschädigung eines Fluggerätes sollten Sie in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufnehmen. Die Klausel könnte etwa wie folgt formuliert werden: "Bei fahrlässiger oder vorsätzlicher Beschädigung des Fluggerätes muss der Kursteilnehmer Schadensersatz leisten."

Ich empfehle einen Steuerberater zu kontaktieren und die Gründung mit diesem nochmals konkret zu besprechen. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion, um an mich eine kostenfreie Nachfrage zu richten. Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen mit der Flugschule weiter viel Erfolg .

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Kohberger

ANTWORT VON

(344)

Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: http://www.rechthilfreich.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht (Arbeiter und Angestellte), Mietrecht, Straßenverkehrsrecht, Strafrecht, Internet und Computerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70917 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Habe auch am späten Abend unerwartet die Frage innerhalb 1,5 h beantwortet bekommen, sehr verständlich. Meine Frage von 3/4 Seite wurde in 5-6 Zeilen konkret beantwortet, keine Ausflüchte. So möchte man es immer haben, auch wenn ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreich, kompetent und schnell. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich habe eine schnelle und ausführliche und verständliche Antwort bekommen. Vielen Dank dafür. ...
FRAGESTELLER