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Leitungswasserversicherung (Wohngebäudeversicherung)


| 27.11.2012 10:34 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



In meiner vermieteten Wohnung ist unter der Badewanne in einem Abflußrohr
die Verbindungsstelle von einem Metall- in ein Plastikrohr undicht geworden und
verursachte einen großen Wasserschaden mit feuchtem Betonfußboden und
feuchten Wänden auch neben dem Badezimmer u. zum Nachbarhaus.
Die Leitungswasserversicherung VGB 88, hier speziell f. Leitungswasser definiert
a)Zu-oder Ableitungsrohre d. Wasserversorgung
b)m.d. Rohrsystem verbundene sonst. Einrichtungen od. Schläuchen
usw.
Nun sagt die Versicherung, daß nur die Folgeschäden versichert wären,
nicht aber diese Undichtigkeit zwischen den beiden Rohren. An diese Stelle
kommt man auch nur heran, wenn die Badewanne abgebaut wird. Also konnte
ich als Vermieter auch nicht regelmäßig Überprüfungen anstellen, um dies evtl.
zu vermeiden..

1. Muß ich nun selbst diese Reparatur mit Abbau der Badewanne, Besorgung neuer
Fliesen f. Badewannenumbau usw. bezahlen? 2. Wie sieht es aus, wenn ich diese
Fliesen von 1960 nicht mehr bekomme? Muß die Versicherung dann die Fliesen-
arbeiten für das komplette Badezimmer (3 qm Grundfläche) mit einheitlichen neuen
Fliesen bezahlen?
Danke für Aufklärung und Hilfe.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Angaben, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung gern beantworte. Vorab möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass für eine abschließende Beurteilung die Einsichtnahme in den Versicherungsvertrag sowie die Kenntnis der Schadensmeldung und der nachfolgenden Korrespondenz notwendig sind. Da dies im Rahmen einer Ersteinschätzung auf diesem Portal nicht möglich ist, kann und soll meine Antwort die tiefergehende anwaltliche Beratung nicht ersetzen.

Ein Leitungswasserschaden dürfte nach Ihrer Schilderung vorliegen. Insoweit möchte ich auf ein Urteil des OLG Düsseldorf (Urteil vom 27.09.2001, Az.: 42 C 9839/01) verweisen. In diesem Urteil wird klargestellt, dass ein Wasserschaden selbst bei undichten Silikonfugen vorliegen kann. Ich denke dieses Urteil lässt sich ggf. auch auf Ihren Sachverhalt übertragen, obwohl hier eigentlich eindeutig ist, dass das Wasser wohl direkt aus dem Rohrsystem ausgetreten ist.

Insoweit ist m. E. die Einstandspflicht der Versicherung gegeben. Fraglich ist daher nur noch, in welchem Umfang der Schaden zu regulieren ist.

Richtig ist, dass die Folgeschäden (Trocknung, Reparatur in der Nachbarwohnung etc., Mietausfallschaden etc.) von der Versicherung übernommen werden.

Abgelehnt werden von der Versicherung nach Ihren Angaben die Reparaturkosten an dem Leitungssystem selbst sowie der Ersatz der Badewanne inklusve Verfliesung.

Hierzu gilt Folgendes: Sofern in den Versicherungsbedingungen nicht ausdrücklich etwas Anderes vereinbart wurde, werden die Reparaturkosten für die defekte Stelle von dem Versicherungsschutz meist nicht umfasst. Eine Ausnahme davon gilt meist nur dann, wenn ein Rohrbruch im klassischen Sinne vorliegt.

Es wäre also zu klären, ob die Undichtigkeit in der Rohrverbindung einen Rohrbruch darstellt und ob in diesem Falle die Versicherung auch die Reparaturkosten übernimmt.

Ein Rohrbruch liegt in der Regel vor, dass Material des Rohres ein Loch oder Riss bekommt. Zu dem Rohrmaterial gehören meist auch Dichtungen, Kniestücke, Verschraubungen, Flanschen, Muffen u. ä.. Da es hier um eine Verbindungsstelle zwischen zwei Rohren geht, ist also ein solcher Schaden nicht auszuschließen. Hier muss wahrscheinlich ein Sachverständiger beurteilen, ob die Undichtigkeit auf einen Rohrbuch zurückzuführen ist. Die Beurteilung, ob es sich um einen Rohrbruch handelt oder nicht, ist immer eine Entscheidung im Einzelfall.

Sofern ein Rohrbruch vorliegen würde, würden wahrscheinlich von der Versicherung neben den Reparaturkosten zur Beseitigung der Undichtigkeit auch die Kosten für den Badewannenumbau und die Verfliesung getragen; allerdings würde dann grundsätzlich ein Abzug Neu-für-Alt vorzunehmen sein. Da zumindest die Fliesen über 40 Jahre alt sind, würden hierfür wahrscheinlich keine oder nur noch sehr geringe Kosten erstattet werden. Auch bei der Badewanne wäre das Alter zu berücksichtigen, so dass auch insoweit eine volle Kostenübernahme nicht garantiert wäre. Nur wenn eine Neuwertversicherung bestände, würden evtl. auch die kompletten Kosten für neue Fliesen und eine neue Badewanne übernommen werden können.

Liegt kein Rohrbruch vor, wäre zu klären, inwieweit der Austausch der Fliesen als Folgeschaden zu bewerten wäre. Auch hierzu müsste sich ein Sachverständiger den Schaden ansehen. Sofern der Austausch der Fliesen als Folgeschaden zu bewerten ist, wäre dann wiederum zu klären ob und welcher Zeitwert zu ersetzen ist.

Wenn kein Rohrbruch vorliegt, müssten Sie also mindestens die Kosten für die Beseitigung der Undichtigkeit selbst tragen. Betreffend die Fliesen und Badewanne ist schon auf Grund des Alters fraglich, ob hierfür noch ein Zeitwert ersetzt werden kann. Insofern müssten Sie damit rechnen, dass Sie auch hierfür die Kosten tragen müssten, auch wenn Sie komplett neue Fliesen und eine neue Badewanne anschaffen müssen.

Sie sollten sich also unbedingt mit der Versicherung in Verbindung setzen (am besten schriftlich wegen der Beweisbarkeit), damit der Schadensfall noch einmal unter dem Aspekt eines möglichen Rohrbruchs geprüft wird. Sie sollten mit der Versicherung abklären, ob ein Sachverständiger beauftragt werden soll und ob die Versicherung die Kosten dafür übernimmt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierungshilfe geben und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2012 | 13:28

Sehr geehrte Frau Jacobi,
vielen herzlichen Dank für Ihre wirklich sehr ausführliche
Antwort.
In meinen Versicherungsbedingungen sind lediglich Schäden durch "Leitungswasser" aufgeführt.
"Rohrbruch und Frost" betreffen einen anderen Paragraphen,
der in den Bedingungen jedoch nicht aufgenommen ist.
Insofern hat sich die Überlegung, ob es ein Rohrbruch ist oder
nicht, eigentlich erledigt. Dieser wäre eh nicht versichert.
Sehe ich das so richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.11.2012 | 14:25

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Sofern die Schäden durch Rohrbruch in den Klauseln ausgeschlossen sind, sollten Sie vorsorglich noch einmal prüfen, ob Rohrbruchschäden evtl. an anderer Stelle oder durch eine andere Versicherung abgedeckt sind. Ggf. sollten Sie insoweit auch noch einmal bei der Versicherung nachfragen. An sich sollten auch Rohrbrüche in einer Gebäudeversicherung enthalten sein. Sofern mehrere Versicherungen bestehen, sollten Sie den Schaden auch bei allen in Betracht kommenden Versicherungen melden.

Besteht tatsächlich kein Versicherungsschutz bei Rohrbrüchen bzw. liegt evtl. auch gar kein Rohrbruch vor, sollten Sie anhand der Versicherungsbedingungen nachprüfen, ob vielleicht die sogenannten Such- oder Rettungskosten übernommen werden.

Nach den VGB 88 sind grundsätzlich die Kosten, die zur Abwendung oder Minderung eines Rohrbruchs oder eines Leitungswasserschadens notwendig sind, erstattungsfähig. Ob und in welchem Umfang die Reparaturkosten übernommen werden, ist aber immer eine Frage des Einzelfalls. Es ist aber auf jeden Fall den Versuch wert, diese Möglichkeit mit der Versicherung zu besprechen.

Auch wenn kein Versicherungsschutz für Rohrbrüche besteht, sollten Sie sich also unbedingt noch einmal mit der Versicherung in Verbindung setzen und um eine erneute Prüfung der Kostenübernahme bitten.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 27.11.2012 | 14:43


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"Vielen Dank an Anwältin Frau Jacobi. Sehr kompetente und sehr
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FRAGESTELLER 27.11.2012 5/5.0
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