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Leistungslohn zum Festgehalt

06.08.2015 13:52 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt


Situation:
Bei meinem letzten Arbeitgeber (Pharma-Chemie Unternehmen ca. 90 Mitarbeiter) bekam ich als Teamleiter Produktion (von 01.06.2014 bis 31.05.2015) ein Festgehalt (inklusive 15h Überstunden im Lohn /Monat enthalten).
Die mir unterstellten Produktionsmitarbeiter bekamen einen Leistungslohn (mindestens Mindestlohn).

(In der Praxis sah das so aus:
Jeder einzelne Auftrag (mit Auftragsnummer etc.) war für sich jeweils ein „Auftragsprotokoll" darin wurde jeder Schritt dokumentiert, Wer, Was gemacht hatte.
Beispiel : Herr xy + Frau xy Abfüllung (oder Etikettierung, Konfektionierung, usw.) 1000 Stück.
Jeder Arbeitsschritt wurde einzeln berechnet (Bsp. Abfüllung 1000 Stück = 10€ ).
Für den kompletten Monat gab eine Auflistung für jeden Mitarbeiter worin er sah für welchen Auftrag er wie viel bekommen hat + Gesamt Betrag).

Ich musste auch Anfangs 50% später 25% in der Produktion mithelfen d.h. nach Leistung arbeiten (Ich wurde auch dementsprechend in den Auftragsprotokollen mit eingetragen+ Monats Auflistung), bekam dies aber nicht Vergütet bzw. aus gezahlt.

In meinem Arbeitsvertrag steht nichts darüber drin, dass ich Leistungsorientiert arbeiten müsste, einzig in den „Eigenverantwortlichen Aufgaben ist beschrieben: „ Mitarbeit in der Produktion Arbeitsorganisation innerhalb der Gruppe".
(Meine Aufgaben in der Praxis hatten zu 95% immer etwas mit der Produktion zu tun, aber nicht immer direkt auf den Einzelnen Auftrag bezogen).

Meine Frage: Habe ich einen Anspruch auf das Geld was ich bei der „Akkordarbeit" geleistet habe? Wenn ja, wie stehen die Chancen dieses Geld zu bekommen?

(Alle Monatlichen Auflistungen der Leistung sind von Juni 2014 bis April 2015 vorhanden einzig der Mai 2015 fehlt)

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben leider keinen Anspruch auf den Akkordlohn.


Sie haben als Teamleiter ein Festgehalt erhalten. Dieses Gehalt war so bemessen, dass Sie insgesamt besser bezahlt werden als die Akkordarbeiter. Von Ihrem Gehalt sind damit alle Tätigkeiten umfasst, die Sie ausgeführt haben.

Auch durfte Ihr ehemaliger Arbeitgeber Sie sowohl auf Grund seines Direktionsrechts als auch auf Grund der Regelung in Ihrem Arbeitsvertrag, in dem auch ausdrücklich die Mitarbeit in der Produktion aufgeführt war, auf dieser Position einsetzen. Der ehemalige Arbeitgeber kann im Rahmen seines Direktionsrechts auch "niedrigere" Arbeiten verlangen, ohne, dass Sie damit zusätzliche Lohnansprüche hätten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Draudt
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 06.08.2015 | 15:18

Habe ich das richtig verstanden, dass selbst wenn ich eine Schlechtere vergütung bekommen habe (in manchen Monaten bis zu 50% weniger als die Akkordarbeiter) trotzdem keinen Anspruch darauf habe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.08.2015 | 16:59

Sehr geehrter Fragesteller,

nach dem nun in der Nachfrage mitgeteilten Umstand steht Ihnen möglicherweise ein Anspruch zu. Dies ist hier jedoch nach Ihrem Arbeitsvertrag im Einzelnen zu beurteilen, auch ggf. ist ein Tarifvertrag zu prüfen oder /und eine Betriebsvereinbarung.
Gerichtsurteile, die sich genau mit dem bei Ihnen vorliegenden Fall befassen, gibt es nicht. Sie müssten dann ggf. Klage erheben.
Sie könnten aber mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz argumentieren und Ihre Bezahlung als unangemessen bezeichnen. Zwar gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht grundsätzlich bei der Bemessung von Gehältern, jedoch darf auch kein krasses Missverhältnis vorliegen.
Hierfür müsste man aber die genaue Gehaltshöhe wissen und auch den Akkordlohn genau kennen.

Beachten Sie aber bitte ggf. Ausschlussfristen nach dem Arbeitsvertrag. Sie teilen mit, dort nicht mehr beschäftigt zu sein. Üblicherweise werden Ausschlussfristen zwischen drei und sechs Monaten vereinbart.

Ich rate Ihnen daher, Ihren Arbeitsvertrag genau zu prüfen und sich ggf. an einen Anwalt vor Ort zu wenden. Eine online Beratung wie hier soll der ersten Einschätzung dienen, kann aber natürlich eine Rechtsberatung, bei der Unterlagen im Einzelnen geprüft werden, nicht ersetzen.
Bitte beachten Sie aber, dass im Arbeitsrecht jede Partei die Kosten erster Instanz selbst zu tragen hat. Es ist also oftmals auch eine wirtschaftliche Erwägung, ob man Klage erhebt.

Mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

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