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Leistungen aus der BU-Versicherung bei Arbeitsunfähig > 6 Monate

| 04.06.2018 08:59 |
Preis: 60,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Welche Voraussetzungen gelten für die Feststellung einer Berufsunfähigkeit bei einem Bournout bzw. was gilt es in zeitlicher Hinsicht zu beachten? Die Unfähigkeit den konkret erlernten Beruf auszuüben ist der wesentliche Punkt, der nach einem halben Jahr feststehen muss.

Sehr geehrte Fachanwältin, sehr geehrter Fachanwalt,

nach längeren krankheitsbedingten Ausfällen in 2017 wurde Ende 2017 ein Burnout, genauer eine "mittelgradige Depression" diganostiziert. Es folgte Anfang 2018 ein fast 3-monatiger stationärer Klinikaufenthalt in einer psychosomatischen Fachklinik aus der ich arbeitsunfähig mit weiteren Diagnosen entlassen wurde. Derzeit ist noch nicht absehbar wann / ob ich an meinen Arbeitsplatz (Führungskraft) zurückkehren kann bzw. zurückkehren werde. Ich werde in wenigen Wochen somit ununterbrochen für mehr als 6 Wochen arbeitsunfähig sein und vermutlich noch bleiben.
Als risikobewusster Mensch habe ich 2006 eine BU-Versicherung abgeschlossen mit einer recht hohen BU-Rente um im Fall der Fälle keine wirtschaftlichen Einbußen hinnehmen zu müssen und meine Familie versorgen zu können. Ich habe mir nun einmal die Versicherungsbedingungen durchgelesen und komme als Laie zu dem Schluss, dass ich ab dem 6. Monat meiner BU leistungsberechtigt sein müsste - rückwirkend zum Beginn der ununterbrochenen Erkrankungsphase (die Erkrankungszeiträume in 2017 bleiben wegen Unterbrechung z.B. durch Urlaub wohl unberücksichtigt).
Ich bitte um eine fachliche Beurteilung der entsprechenden Klausel in meinem BU-Vertrag hinsichtlich Leistungspflicht und worauf es ankommt hinsichtlich Arbeitsunfähigkeit und Leistungsfall (kann eine Versicherung z.B. darauf abstellen, dass ich meine Tätigkeit in einem anderen Unternehmen vermutlich ohne Krankheit hätte ausführen können, da die Erkrankung auch mit dem Arbeitsumfeld in Zusammenhang steht?).

Anbei der Auszug aus den Bedingungen (2006)
§2 Was ist Berufsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen?
(1) Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nach zuweisen sind, bereits sechs Monate ununterbrochen außer Stande gewe sen ist oder nach ärztlicher Prognose voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außer Stande sein wird, ihren Beruf auszuüben. Die Berufsunfähigkeit tritt rückwirkend zu dem Zeitpunkt ein, ab dem die versi cherte Person ununterbrochen außer Stande war, ihren Beruf auszuüben. Berufsunfähigkeit liegt dagegen nicht vor, wenn die versicherte Person eine andere Tätigkeit ausübt, die ihren Kenntnissen und Fähigkeiten sowie ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Die zu berücksichtigenden Kennt nisse und Fähigkeiten sind auf die Ausbildung und Erfahrung begrenzt. Bei der Lebensstellung wird das bisherige Einkommen sowie das ge sellschaftliche Ansehen berücksichtigt.
Bei Selbstständigen liegt keine Berufsunfähigkeit vor, wenn sie nach einer zumutbaren Umorganisation gleichwertige andere Tätigkeiten ausüben könnten.
Auch die Berufsunfähigkeit von Beamten beurteilt sich allein nach der Regelung des § 2 - unabhängig von einer etwaigen Dienstunfähigkeit im beamtenrechtlichen Sinne.

(2) Teilweise Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die in Absatz 1 genannten Voraussetzungen nur in einem bestimmten Grad voraussichtlich oder tat sächlich für mindestens sechs Monate erfüllt sind.

(8) Vorübergehende akute Erkrankungen führen zu keiner höheren Einstufung, vorübergehende, Besserungen Reiben ebenfalls unberücksichtigt. Eine Erkrankung oder Besserung gilt dann nicht als vorübergehend, wenn sie nach drei Monaten noch anhält.

Worauf sollte ich bei Antragstellung unbedingt achten?

Vielen Dank für eine für mich verständliche Beurteilung der Versicherungsklausel.
04.06.2018 | 11:16

Antwort

von


(277)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Also es kommt nach den vorliegenden Klauseln darauf konkret an, dass Sie ihren Berif nicht mehr konkret ausüben können. Natürlich wird ein Burnout durchaus auch durch eine Betätigung in einem problematischen Umfeld ausgelöst. Es ist aber dennoch Voraussetzung, dass Sie objektiv gesehen Ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können. Dabei wird geprüft, welche konkreten Symptome im Verhältnis zu welchen konkreten Tätigkeiten Ihre Berufsausübung ausschließen. Dabei wird auch genau geschaut, welches Berufsbild Sie erlernt haben. Nur, wenn dies dazu führt, dass Sie nicht mehr darin arbeiten, was letztlich ein Arzt feststellt, sind Sie berufsunfähig. Wenn dies bei einem anderen Unternehmen hingegen nicht der Fall wäre, läge keine Berufsubfähigkeit vor.

Die Darlegung mit der Rückwirkung nach 6 Monaten ist zutreffend.

Was konkret wünschen Sie zum Antragsverfahren nich zu wissen? In jedem Fall muss alles wahrheitsgemäß angegeben werden.

Kommen sie gerne für Nachfragen auf mich zu!


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 06.06.2018 | 10:58

Danke für die Stellungnahme.

Ich habe in der ursprünglichen Anfrage einen wesentlichen Teil meiner Frage versehentlich vor Absenden gelöscht. Erfolgt bei Anerkennung BU die Leistung rückwirkend ab Tag 1 in voller Höhe oder werden Zeiten der Lohnfortzahlung (in meinem Fall 6 Monate, nicht 6 Wochen wie üblich) nicht berücksichtigt (Bereicherung aus dem Schadenfall oder ähnliche Gründe wie ich es bei Krankentagegeld gelesen hatte)? In kürze bin ich mehr als 6 Monate im durchgängigen Lrankenstand mit Diagnose die sicher auch generell eine Berufsunfähigkeit noch für einige Zwit begründet.
Nach 6 Monaten würde ich zunächst in meinem Fall privat versichertes Krankentagegeld beziehen, hier wird die BU vermutlich nicht parallel leisten. Evtl leistet mein Arbeitgeber auch noch freiwillig eine Zeit lang Lohnfortzahlung.

Ich hoffe diese Nachfrage noch beantwortet zu bekommen. Danke vorab.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.06.2018 | 11:53

Guten Tag !

Ich danke Ihnen für die Klarstellungen! Tatsächlich gilt laut der zitierten Klausel eine Rückwirkung auf Tag 1 (sozusagen) der später festgestellten Berufsunfähigkeit. Sie können also nach einem Diagnosezeitraum von 6 Monaten die Rente in voller Höhe und rückwirkend verlangen.

Freiwillige Zahlungen Dritter spielen für die Leistungspflicht der BU keine Rolle. Gleichwohl wird der Versicherer entweder Krankentagegeld ODER eine Berufsunfähigkeitsrente zahlen. Beides gleichzeitig schließt sich aus, da eine bedingungsgemässe Arbeitsunfähigkeit fehlt (KT), wenn man berufsunfähig ist.

Ich hoffe, dass Ihre Frage nunmehr umfassend beantwortet ist.

Mit freundlichen Grüßen Hellmann, RA

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Bewertung des Fragestellers 08.06.2018 | 08:58

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