Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Leiharbeit ohne Tarifvertrag, Gehaltsnachforderung möglich?

29.06.2014 22:10 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fagen zum gleichen Lohn von Leiharbeitern und Festangestellten gem. AÜG

Guten Tag,

ich bin bei einem Dienstleister angestellt, der auch Leiharbeit durchführt. Da hiervon nicht alle Mitarbeiter betroffen sind, gibt es im Arbeitsvertrag keinen Passus hierzu.

Seit Mitte 2012 werde ich im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung bei einem Kunden vor Ort eingesetzt. Bei diesem gilt der IG Metall-Tarifvertrag. Vor Kurzem habe ich von "Equal Pay" erfahren und mich informiert. Das Ergebnis sind vier Rechtsbrüche meines derzeitigen Arbeitgebers:

1) vor Antritt der AÜ wurde kein Ergänzungsvertrag mit mir geschlossen, d.h. ich habe der Arbeit als Leiharbeiter nicht formal zugestimmt und auch einer Vergütung nach Tarifvertrag Leiharbeit habe ich nicht zugestimmt

2) mir wurde das "Merkblatt für Leiharbeitnehmer" der Bundesagentur für Arbeit nicht ausgehändigt

3) der Nachweis der wesentlichen Vertragsbedingungen (Punkt A2 im Merkblatt) ist nicht erfolgt, ein solches Dokument wurde nicht angefertigt

4) die Vergütung der Leiharbeit erfolgte über das bisherige Gehalt und richtete sich nicht nach den Löhnen beim Kunden (Punkt B1 im Merkblatt), d.h. mein Gehalt betrug maximal 70% des Gehalts meiner Kollegen


Nach meinem Verständnis habe ich einen rückwirkenden Anspruch auf die Zahlung des Gehalts nach IG Metall-Tarif, da es keine anderslautende Vereinbarung gibt. Da es sich hierbei um einen nicht unerheblichen Betrag handelt und mir mein Arbeitnehmer einen Rechtsstreit vermutlich übel nehmen wird, würde ich gerne im Voraus meine Erfolgschancen eingeschätzt wissen. Lohnt sich hier also ein Rechtsstreit? Falls ja, wie gehe ich am besten vor?

Es gibt im Übrigen noch weitere Kollegen, die von der exakt gleichen Situation betroffen sind. Können wir uns bei einem Rechtsstreit zusammentun?

Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sofern gem. § 1, 1a AÜG Arbeitnehmerüberlassung vorliegt und keine der dort genannten Ausnahmen, dann haben Sie tatsächlich Anspruch auf das gleiche Entgelt wie die AN beim Entleiher, somit nach dem Tarifvertrag unter Beachtung der jeweiligen Tätigkeit. Dieser Anspruch ergibt sich aus § 10 Abs. 4 S. 1 AÜG.

Beachten Sie jedoch evtl. Ausschlussfristen in Ihrem Arbeitsvertrag bzw. in dem Tarifvertrag, welche meist ca. 3 Monate betragen, so dass mit Erfolg nur diese Zeit beansprucht werden kann.

Eine gemeinsame Geltendmachung von mehreren AN in einem Verfahren ist nicht möglich, da es sich hier um individuelle Ansprüche handelt, welche für jeden AN separat beziffert werden müssen. D.h. die Klageforderung muss genau berechnet werden unter Nennung der Gesamtstunden und der sich ergebenden Differenz aus gezahlten Stundenlohn dem tariflichen Entgelt.

Beachten Sie im weiteren, dass im arbeitsgerichtlichen Verfahren unabhängig vom Ausgang des Verfahrens jede Partei ihre Kosten (Rechtsanwalt, Gericht)

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.




Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)




Nachfrage vom Fragesteller 29.06.2014 | 22:57

Vielen Dank für die Beantwortung der Frage.

Leider ist mir jedoch unklar, auf welchen Tarifvertrag Sie sich mit dem Hinweis auf die Ausschlußfrist beziehen. Meinem aktuellen Beschäftigungsverhältnis liegt kein Tarifvertrag zugrunde und ich kann mir nicht vorstellen, daß eine etwaige Ausschlußfrist im Tarifvertrag der IG Metall Anwendung auf mich finden kann, da ich ja nicht in einem Angestelltenverhältnis mit dem Entleiher stehe. Da es in meinem Arbeitsvertrag keine Ausschlußfrist gibt, gilt aus meiner Sicht dann wohl die dreijährige Verjährungsfrist. Habe ich Ihre Ausführungen dahingehend richtig verstanden?

Vielen Dank und ich wünsche noch einen schönen Abend!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.06.2014 | 23:04

Ja, dass ist korrekt es gilt dann die allgemeine 3-jährige Frist zur Verjährung.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68300 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Frage wurde zügig und kompetent beantwortet ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank! Die Antwort hat mir sehr weitergeholfen und war in den Gesprächen mit dem Autohaus sehr nützlich! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Umgehende, sehr klare und hilfreiche Antwort! Hat mir sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER