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Leichte Körperverletzung - Sollten wir einen Anwalt einschalten?

22.02.2010 22:30 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Ihnen wird vorgeworfen, folgende Straftat begangen zu haben:

Vorsätzliche leichte Körperverletzung (Par. 223 StGB) (durch gezielten Faustschlag (Delikt im Karneval))

Bemerkung: "Sie sollen nach Angaben des Geschädigten XXX zunächste einen Farbigen rassistisch beleidigt haben und später den Geschädigten vor dem Zelt mittels Faustschlag zu Boden gebracht haben."

Diese Schriftliche Äußerung als Beschuldigte(r) kam heute per Post.

Folgendes war passiert: Mein Freund und ich waren auf einer Karnevalsparty als uns ein paar Jugendliche immer wieder provoziert haben. Es kam zum Gerangel und (auch durch Alkohol bedingt) zu einem kleinen Schlagabtausch, wobei nicht klar ist wer angefangen hat.

Tatsache ist, das mein Freund auf keinen Fall jemanden rassistisch beleidigt hat und auch vorsätzlich keine Schlägerei angefangen hat.
Es kam zwar zum Schlag, der allerdings nicht schwerwiegend war, wobei mein Freund allerdings auch geschlagen wurde (von dem Geschädigten)

Jetzt dieser Anhörungsbogen!

Wie sollen wir am besten verfahren, nach Ihrer Meinung?

1. Wir haben vor morgen bei der Polizei eine Aussage zu machen, die Wahrheitsgemäß ist und zu den Vorwürfen Stellung nimmt!

2. Sollten wir einen Anwalt einschalten?

3. Ist das eine strafrechliche Anklage die aus Sicht des Geschädigten Aussicht auf Erfolg hat?

4. Soll mein Freund nachträglich noch zum Arzt gehen und sich seinen Kratzer den er davon getragen hat, attestieren lassen?
Und macht das jetzt noch Sinn?

5. Wie stehen die Chancen einen Rechtsstreit zu vermeiden ohne Ausgleichszahlungen?

6. Ist eine Gegenanzeige (in Verbindung mit dem ärztlichen Attest) sinnvoll?

Ich wäre Ihnen für jeden Tipp und Vorschlag sehr sehr dankbar!
Vielen Dank im Voraus!!

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Als Beschuldigter muss Ihr Freund sich gegenüber der Ermittlungsbehörde nicht äußern und sollte dies idR auch nicht tun, zumindest solange keine Akteneinsicht genommen werden konnte. Er sollte daher unbedingt einen Rechtsanwalt seiner Wahl beauftragen Akteneinsicht zu nehmen um in Erfahrung zu bringen welche konkreten Vorwürfe von dem Geschädigten und/oder von Zeugen erhoben werden und welche Kenntnisse die Strafverfolgungsbehörden haben.

2.
Alternativ kann Ihr Freund auch den Anhörungsbogen ausfüllen und den Sachverhalt aus seiner Sicht schildern. Bei einer Einlassung geht er aber das Risiko ein, dass er den Ermittlungsbehörden bisher unbekannte Tatsachen kundtut die sich negativ auf das weitere Verfahren auswirken könnten.

3.
Zur Zeit ist 'nur' ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden, um festzustellen ob die Behauptungen des Anzeigenden eine Straftat beschreiben und ob Ihr Freund als Täter in Betracht kommt. Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob Anklage erhoben wird. Wie groß die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung ist, kann ohne Kenntnis der genauen Tatumstände insbesondere der Aussagen der Zeugen nicht beurteilt werden.

4.
Die Attestierung von Verletzungen Ihres Freundes können im Strafverfahren hilfreich sein. Es kommt natürlich darauf an, was attestiert werden kann und welche Schlussfolgerungen aus den Verletzungen gezogen werden.

5.
Ihr Freund muss zwischen dem strafrechtlichen und dem zivilrechtlichen Verfahren unterscheiden.

Im strafrechtlichen Verfahren wird die Ihrem Freund vorgeworfene Körperverletzung mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Die Entscheidung ob es zu einer Anklage und damit zu einer möglichen Verurteilung kommt, trifft zunächst die Staatsanwaltschaft. Daher ist es bereits im Ermittlungsverfahren möglich und auch ratsam einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der Akteneinsicht nehmen und helfen kann bereits in diesem Stadium eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen. Gerne steht Ihrem Freund unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird.

Im zivilrechtlichen Verfahren kann der Geschädigte Schmerzensgeld von Ihrem Freund verlangen, wenn der Geschädigte nachweisen kann, dass die Verletzungen von Ihrem Freund verursacht worden sind.
Ob der Geschädigte Klage erhebt und/oder es gegebenenfalls zu einer Einigung kommt, hängt zunächst vom Geschädigten ab, da dieser in Vorleistung bezüglich der Gerichtskosten gehen muss.

6.
Eine Anzeige gegen den Anzeigenden verändert nicht die Situation Ihres Freundes im eigenen Ermittlungsverfahren, kann jedoch Ermittlungen gegenüber dem Anzeigenden auslösen. Ob dies sinnvoll ist, kann von hier nicht beurteilt werden, da von mir nicht eingeschätzt werden kann, ob durch einen Gegenanzeige die Aussage des Geschädigten beeinflusst wird.


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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