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Lehrauftrag neben festem Job, wie regel ich das steuerlich richtig?


| 10.11.2017 13:48 |
Preis: 35,00 € |

Hochschule, Prüfungen



Guten Tag,



ich lebe in NRW und habe auf Steuerklasse I einen Job 32 h die Woche und auf Steuerklasse VI einen, bei dem die Stunden variieren. In diesem Jahr habe ich bei einer einmaligen Tätigkeit zusätzlich auf Rechnung gearbeitet. Da weiß ich, dass ich das ohne Probleme einfach meinen Steuerunterlagen hinzufügen kann und nichts dafür anmelden muss.

Jetzt habe ich aber in diesem Semester einen Lehrauftrag an einer öffentlichen Universität erhalten, bei dem ich maximal 28 Semesterwochenstunden a 43€ in diesem Semester arbeiten darf. Das setzt sich so zusammen, dass ich im Oktober an einem Wochenende einen Workshop gegeben habe und jetzt im November auch noch an einem Wochenende einen Workshop geben werde.

Nun habe ich etwas Sorge das Ganze steuerlich falsch anzugeben. Denn hierfür muss ich bei der Universität nach dem zweiten Workshop einen "Antrag auf Auszahlung" einreichen. Ist dieser Gleichzusetzen mit einer Rechnung und kann ich den ebenfalls einfach zu meinen Steuerunterlagen legen?



Oder fällt diese Tätigkeit sogar unter § 3 Nr. 26 EStG bei dem ein „Übungsleiterfreibetrag" von 2100 Euro im Jahr steuerfrei gestellt werden? Denn mit diesen beiden Workshops verdiene ich ja max. 1204 Euro.



Zusätzlich wurde ich gefragt, ob ich kommendes Semster, also so ab April nächsten Jahres, diesen Lehrauftrag noch mal annehmen möchte, weil er ja sehr gut in diesem Semester ankam. Wenn ich diesen Lehrauftrag nochmal annehme, muss ich dann Sorge haben, dass mir eine regelmäßige Tätigkeit zulasten gelegt wird?



Mit freundlichen Grüßen

Einsatz editiert am 11.11.2017 18:57:52

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Sehr geehrter Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Sie haben einen Lehrauftrag an einer öffentlichen Hochschule angenommen, im Rahmen dessen Sie maximal 28 Semesterwochenstunden pro Semester, verteilt über 2 Wochenenden, einen Workshop leiten. Nun fragen Sie sich nach der korrekten steuerlichen Berücksichtigung neben Ihren Angestelltentätigkeiten.

1. Nebenberufliche Lehraufträge an öffentlichen Hochschulen sind gem. § 3 Nr. 26 EStG steuerbefreit

Die dargestellte Tätigkeit ist gem. § 3 Nr. 26 EStG steuerbefreit, allerdings unter dem Vorbehalt, dass es sich auch inhaltlich um eine typische Lehrtätigkeit handelt. Von der Vorschrift sind Tätigkeiten als Lehrbeauftragter an Universitäten grundsätzlich erfasst. Dies gilt solange es sich um ergänzenden Unterricht handelt und in der Regel nur soweit, als dass von der Hochschule mit dem Lehrbeauftragten nicht ausdrücklich ein Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde.

2. Steuerbefreiung bis 2100 € bei nebenberuflicher Lehrtätigkeit mit pädagogischer Ausrichtung vergleichbar einem Ausbilder

Inhaltlich muss die Lehrtätigkeit eine pädagogische Ausrichtung haben und der einem Ausbilder oder Übungsleiter vergleichbar sein. Hiervon kann man in der Regel bei einem Lehrauftrag an einer Universität im Rahmen der ergänzenden Ausbildung ausgehen. Der genannte Zeitaufwand, entspricht auch noch dem einer nebenberuflichen Tätigkeit. Eine solche ist immer dann gegeben, wenn sie nach Ihrem Zeitaufwand, nicht mehr als einem Drittel einer vergleichbaren Tätigkeit in Vollzeit, entspricht. Da Ihr Lehrauftrag nur an zwei Wochenenden im Semester stattfindet, ist diese Schwelle noch nicht erreicht. Anders wäre es, wenn Sie einen solchen Workshop jedes Wochenende geben würden.

Im Ergebnis sind deshalb die Einnahmen, welche unter 2100 € liegen, gem. § 3 Nr. 26 EStG steuerbefreit.

3. "Ist dieser Gleichzusetzen mit einer Rechnung und kann ich den ebenfalls einfach zu meinen Steuerunterlagen legen?"

Dies lässt sich nicht ohne Einsicht des Dokuments beantworten, da die Bezeichnung als Rechnung oder Antrag etc. grundsätzlich kein hinreichendes Kriterium einer ordnungsgemäßen Rechnung ist. Kriterien sind, das Ausweisen einer Steuernummer durch den Unternehmer, ein Ausstellungsdatum, eine Rechnungsnummer etc. . Ob es sich vorliegend um eine Rechnung handelt, spielt jedoch keine Rolle, da die Steuerbefreiung § 3 Nr. 26 EStG nicht von einer selbstständigen Tätigkeit und ordnungsgemäßer Rechnungsstellung abhängt und auch von der Umsatzsteuer befreit ist.

4 "Oder fällt diese Tätigkeit sogar unter § 3 Nr. 26 EStG bei dem ein „Übungsleiterfreibetrag" von 2100 Euro im Jahr steuerfrei gestellt werden?"

Genau richtig, es gilt das oben Ausgeführte.

5. "Wenn ich diesen Lehrauftrag nochmal annehme, muss ich dann Sorge haben, dass mir eine regelmäßige Tätigkeit zulasten gelegt wird?"

Dass die Finanzverwaltung die Tätigkeit nicht mehr als nebenberuflich einstuft, ist grundsätzlich nicht zu besorgen, soweit die Tätigkeit im Rahmen von einigen, wenigen Wochenenden im Jahr ausgeübt wird. Anders sähe es wie gesagt aus, wenn Sie jedes Wochenende einen solchen Workshop hielten.

Zusammengefasst fällt der Lehrauftrag an der Hochschule grundsätzlich dem § 3 Nr. 26 EStG und ist bis zu einer Aufwandsentschädigung/Vergütung i.H.v. 2100 € (jährlich) steuerbefreit.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Da mein erstes Ziel immer die vorbehaltslose Mandantenzufriedenheit ist, würde ich mich über eine Bewertung mit fünf Sternen freuen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen


Pascal Gratieux, LL.M. (Köln/ Paris 1)
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 13.11.2017 | 21:53


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