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Lebensversicherung für Kinder unter 7 Jahren

16.10.2005 11:08 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Ich habe für meine Tochter (4 J.)als sie wenige Monate alt war eine fondsgebundene Lebensversicherung bei MLP abgeschlossen um für ihre Zukunft Geld anzulegen.
Nun wurde ich durch eine Fernsehsendung auf denselben Fall aufmerksam, bei dem eine solche LV abgeschlossen wurde (bei MLP). Dort war, genau wie bei uns, nicht genau ersichtlich wieviel von den eingezahlten Beiträgen noch übriggeblieben waren, durch die starken Schwankungen der Fonds, in die investiert wurde.
Es stellte sich dann heraus, daß der Vertrag von Anfang an ungültig war, weil die Versicherungssumme höher war als die für Kinder unter 7 Jahren zulässigen 8000,--€. Der Vertrag konnte dann vor dem 7. Geburtstag gekündigt werden und die eingezahlten Beiträge wurden komplett zurückerstattet. Soviel ich weiß kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung.
Bei dem Vertrag meiner Tochter liegt die Versicherungssumme ebenfalls über 8000,-- €.
Kann ich den Vertrag ebenfalls kündigen, und bekomme die eingezahlten Beiträge zurückerstattet?

Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Anfrage beantworte ich anhand der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt:

Grundsätzlich kann auch für Kleinkinder eine Lebensversicherung abgeschlossen werden. Jedoch ist vor Vollendung des 7. Lebensjahres die einfache Einwilligung der Eltern in den Abschluss des Versicherungsvertrages nicht ausreichend, wenn eine erhebliche Todesfallleistung fällig sein soll. Eine solch erhebliche Leistung liegt regelmäßig vor, wenn im Vertrag eine Todesfallsumme über die üblichen Beerdigungskosten von EUR 8000,00 hinaus vereinbart wird.

Diese Regelung dient dem Schutz des versicherten Kindes. In einen solchen Vertrag muss dann ein Ergänzungspfleger, der über das Vormundschaftsgericht beantragt wird, einwilligen. Diese Einwilligungserklärung muss schriftlich und vor Vertragsabschluss abgegeben werden. Fehlt die Einwilligungserklärung des Ergänzungspflegers, so ist der entsprechende Vertrag unwirksam. Auch eine nachträgliche Genehmigung ist dann nicht mehr möglich, mit der Folge, dass der Vertrag rückwirkend aufzulösen und die bisher geleisteten Beiträge zurückzuerstatten sind.

Da eine abschließende Beurteilung in Ermangelung des Vertragestextes nicht möglich ist, sollten Sie den Versicherungsvertrag vor Ort von einem Fachmann überprüfen lassen. Hilfe könnte ein Rechtsanwalt vor Ort (oder ein anderer Rechtsanwaltes Ihres Vertrauens) oder aber auch die Verbraucherzentrale leisten.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben.



Mit freundlichen Grüßen



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