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Lebensmittelpunkt in Norddeutschland, Arbeiten bei einer österreichischen Firma

| 18.04.2019 07:49 |
Preis: 65,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Holger Traub, Dipl. Kfm.


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Mann und ich sind von Wien (Österreich) nach Norddeutschland gezogen. So dass nun der Erstwohnsitz für uns beide in Norddeutschland ist und es keinen anderen Wohnsitz gibt.

Unser Chef in Wien, möchte uns behalten und bietet uns arbeiten im Homeoffice an.
So würden wir in Deutschland leben und arbeiten, die Firma hätte aber einen österreichischen Sitz.
Er würde aber als Arbeitgeber darauf verzichten unsere Steuern zu zahlen, sondern wir sollten uns darum kümmern. (seine Aussage, kleine Firma)

Hier oben in Norddeutschland, auf dem platten Land, scheinen sich wenig Steuerberater mit dieser Situation aus zu kennen. Daher habe ich folgende Fragen:

1. Wo müssen wir die Steuern zahlen? In Österreich oder Deutschland?
2. In welchem Land müssen wir die Steuererklärung machen?
3. Müssen wir das Gehalt doppelt versteuern, da wir keine Grenzgänger sind?

Ich danke Ihnen im Vorraus!

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu Ihren Fragen im Einzelnen:

1. Wo müssen wir die Steuern zahlen? In Österreich oder Deutschland?

Aufgrund Ihres Wohnsitzes und Ihres Aufenthalts in Deutschland unterfallen Sie der unbeschränkten Steuerpflicht nach § 1 Abs. 1 EStG. Hierdurch unterliegt Ihr gesamtes Welteinkommen der deutschen Einkommensteuer. D. h. Sie und Ihr Mann haben eine Einkommensteuer in Deutschland abzugeben. Die Staatsangehörigkeit spielt hierbei keine Rolle.

2. Müssen wir das Gehalt doppelt versteuern, da wir keine Grenzgänger sind?

Hiervon ist nach einer ersten Einschätzung nicht auszugehen. Denn Ihr einziger Anknüpfungspunkt zu Österreich ist der Arbeitgeber. Im Vergleich zu einem Grenzgänger begeben Sie sich jedoch nicht an einen Arbeitsplatz nach Österreich. Auch unterfallen Sie somit nicht einem "gewöhnlichen Aufenthalt" in Österreich aufgrund eines Überschreitens von 183-Tagen.

In Anlehnung an Art. 15 Abs. 1 des zwischen Deutschland und Österreich bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens ist von einer ausschließlichen Besteuerung in Deutschland auszugehen. Maßgeblich ist, dass die Arbeit eben nur in Deutschland ausgeübt wird.

Das Doppelbesteuerungsabkommen habe ich Ihnen in Anlage beigefügt.

3. Vorgehen

Wenn SIe Ihren Sachverhalt nicht konkret (Arbeitsmodell, Vereinbarung mit Arbeitgeber bzgl. Homeoffice etc.) von einem Rechtsanwalt prüfen lassen wollen, wäre zur Vermeidung von Rechtsnachteilen wie folgt vorzugehen:

- Steuererklärung in Deutschland wg. Einkünfte aus selbständiger/unselbständiger Arbeit,
- kurze Mitteilung an die österreichische Finanzbehörde unter Darstellung des Sachverhalts mit abschließender Formulierung, dass Sie vor diesem Hintergrund weder von einer Besteuerung in Österreich noch von einer Steuererklärungspflicht in Österreich ausgehen (Schreiben an österreichischen Finanzbehörde schnellstmöglich).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 18.04.2019 | 09:36

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