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Lebenslauf und Weiterbildung

| 31.01.2014 18:22 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Diplom Kaufmann Peter Fricke


Zusammenfassung: Nicht jede unrichtige oder falsche Angabe bei Einstellungsgesprächen oder in Lebensläufen berechtigt den Arbeitgeber zur späteren Anfechtung des Arbeitsvertrages aus § 123 I BGB.

Guten Abend,
Nach meiner Ausbildung habe ich zwei Monate in meinem Lehrbetrieb gearbeitet und dann ein Studium (aufbauend auf meine Ausbildung) begonnen. Dieses bereitete mir vereinzelnd Probleme, weswegen ich ein Jahrespraktikum (in meinem Ausbildungsberuf) begonnen habe um Berufserfahrung für eine Fachschule zu sammeln.
Aus Furcht nicht genommen zu werden habe ich das abgebrochene Studium nicht erwähnt. Ich wurde genommen und exmatrikulierte.
Ich hatte vorher von der Schule gesagt bekommen, dass das Jahrespraktikum als Berufserfahrung ausreicht (an dieser Fachschule wird 1 Jahr Berufserfahrung vorausgesetzt)
Wäre der Abschluss anfechtbar, wenn später herauskommt, dass ich neben dem Jahrespraktikum noch als Student "gemeldet" war? Beziehungsweise sollte ich lieber jetzt noch vor Beendigung der Weiterbildung bzw. "staatlichen Prüfung" dem Fachbereichsleiter darüber Bescheid sagen, dass ich ein Studium abgebrochen habe?
Ich arbeite während der Fachschulzeit nebenbei (geringfügig beschäftigt) in meinem Lehrberuf.
Ich hatte gelesen das Studienzeit als Berufserfahrung angerechnet werden kann/wird?!
Eingrenzung vom Fragesteller
31.01.2014 | 19:08

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage beantworte ich nach Ihren Schilderungen wie folgt:

1.) Grundsätzliches

Es besteht immer Streit darüber, wie detailliert und vollständig Angaben im Lebenslauf zu tätigen sind. Teilweise sind sogar Fragen unrichtig zu beantworten, wenn der Arbeitgeber an der Beantwortung kein berechtigtes Interesse hat, z.B. die Schwangerschaft einer Bewerberin. Selbst wenn jedoch Angaben unrichtig oder unvollständig waren, muss dies nicht zwingend auch rechtliche Konsequenzen haben, da hier nur das Anfechtungsrecht nach § 119 BGB und § 123 BGB ( bitte lesen ) in Frage kommt.

2.) Erheblichkeit und Täuschungsabsicht

Der Arbeitgeber kann nur den Arbeitsvertrag anfechten, wenn er geltend machen kann, mit Vorliegend der weiteren Information den Arbeitsvertrag nicht abgeschlossen haben zu wollen. Dann wäre er kausal getäuscht worden und die Falschinformation wäre ursächlich für die Einstellung geworden.

3.) Übertragung auf Ihren Fall

Die Durchführung eines Studiums dient der Weiterbildung und kann selbst bei Abbruch nicht schädlich für Ihren späteren Beruf sein. Einen Makel zur Einstellung ( z.B. vorbestraft wegen Unterschlagung mit Bewerbung zum Kassierer im Kaufmarkt )kann dieser Umstand in keinster Weise begründen. Die blosse spätere Behauptung, wegen dieser "Lüge" enttäuscht zu sein und Sie über eine Anfechtung wieder ausstellen zu wollen, dürfte von jedem Arbeitsgericht wohl wieder verworfen werden.

4.) Zusammenfassung

Eine Ursächlichkeit eines nicht mitgeteilten abgebrochenen Studiums zu einer späteren täuschungsbedingten Einstellung kann wohl kaum ernsthaft behauptet und rechtlich hergeleitet werden. Schweigen Sie die Sache aus. Sollten Sie später hierauf angesprochen werden, geben Sie an, Sie hätten diese "Überqualifikation" in ihrer Angabe für entbehrlich gehalten, da Ihnen das nur peinlich gewesen wäre. Eine Täuschungsabsicht zur Einstellung wäre aufgrund Ihrer ohnehin vorliegenden Qualifikationen niemals damit verbunden gewesen.

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Peter Fricke
Rechtsanwalt und Diplom Kaufmann

Nachfrage vom Fragesteller 31.01.2014 | 21:37

Vielen Dank für diese detaillierte Aussage.
Die Frage bezieht sich hauptsächlich auf die momentane Weiterbildung (die Fachschule). Ob der Abschluss bzw der "Staatlich geprüfte Betriebsw..." aberkannt werden kann, wenn die Fachbereichsleiterin (ggf. zufällig im nachhinein) erfährt, dass ich studiert habe und es im Lebenslauf bzw. in der Bewerbung für die Schule nicht angegeben habe und somit argumentieren könnte, dass die (benötigte) Berufserfahrung nicht vollständig vorliegt, da Studium und Jahrespraktikum simultan abliefen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2014 | 22:06

Werter Ratsuchender,

danke für das danke! Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt ist eine eigene Ausbildung und ebenfalls durch zuvorige Ausbildungsmaßnahmen ( Studium ) nicht berührt. Wenn ein Studium Voraussetzung für diese Weiterbildung wäre, würde dies ein Problem sein. Dort, wo Sie aber auch ohne Studium die Weiterbildung hätten anfangen können ( und so ist es ja nach Sichtweise der Gegenseite ), kann dieser Umstand auch nicht schädlich sein.

Dann ist doch nur das Jahrespraktikum Voraussetzung für diese Weiterbildungsmaßnahme. Wenn Sie zeitgleich immatrikuliert waren, heißt das doch noch längst nicht, daß Sie Ihr Jahrespraktikum nicht absolviert haben. Die Voraussetzung bleibt also bestehen.

Etwas anderes wäre anzunehmen, wenn Sie Ihr Jahrespraktikum gar nicht abgeleistet hätten, wovon ich in Ihren Aussage aber nicht ausgehe.

Ich bleibe dabei, daß Ihnen hier kein Nachteil entstehen kann. Ob Sie wegen Ihres Gewissens "schlafende Hunde" wecken wollen, das bleibt nur Ihnen überlassen. Eine rechtliche Handlungspflicht halte ich heute auf jeden Fall nicht für notwendig. Auch scheint ein derartiges Verhalten in der Sache heute wenig geboten, da dies in der Tat zumindest allseitige "Irritationen" auslösen könnte.

Mit freundlichen Grüssen.

Über eine gute Bewertung würde ich mich freuen, wenn ich Ihnen geholfen haben sollte.

RA Fricke

Bewertung des Fragestellers 31.01.2014 | 22:20

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