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Leben in einer Erbengemeinschaft

30.05.2010 12:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich lebe im Haus meiner Frau.Besser gesagt : meine Frau erbt das Haus von den Eltern, weil sie ihren Bruder ausbezahlt hat. Sie und ihr Sohn aus erster Ehe haben je den halben Nießbrauch.Die Eltern sind wir zur Zeit am pflegen. Das Haus soll später mal an den Sohn aus erster Ehe weitervererbt werden.
Ich habe nun folgende fragen:
1. Kann mich meine Frau schon zu Lebzeiten enterben und das Haus auf den Sohn überschreiben?
2. Bin ich schon über den Nießbrauch rausgeerbt?
3. Ein Grundbucheintrag oder eine notarielle Schuldverschreibung sind erst eventuell nach dem Tod der Eltern bei größeren Umbauten geplant.Bin ich nur abgesichert wenn ich verheiratet bin?
4. Gibt es außer einer eigenen Wohnung eine andere Möglichkeit mich abzusichern. Wir wollen in dem Haus bleiben.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt. Ich weise darauf hin, dass das Hinzufügen bzw. Weglassen von wesentlichen Bestandteilen zu einer völlig anderen rechtlichen Würdigung führen kann.

1. Kann mich meine Frau schon zu Lebzeiten enterben und das Haus auf den Sohn überschreiben?

Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung ist Ihre Ehefrau (Sie sind doch verheiratet?) noch nicht Eigentümerin des Hauses, insofern kann sie hierüber noch nicht verfügen. Wenn der Erbfall dann eintritt, wird Ihre Ehefrau zunächst alleinige Eigentümerin des Hauses, wobei der Sohn hier schon ein Nießbrauchrecht hat. Unklar ist hier, ob Ihre Ehfrau nach deren Eltern das Haus zunächst erben soll und dann an den Sohn aus 1. Ehe weitervererbt werden soll oder ob der Sohn bereits nach den Großeltern erben soll und dementsprechend Ihre Ehefrau dann "nur" das Nießbrauchrecht hätte.

Wenn Ihre Ehefrau Alleineigentümerin des Hauses wird, kann Sie dieses prinzipiell an den Sohn bereits zu Lebzeiten überschreiben. Verfügt Sie bei diesem Rechtsgeschäft über den wesentlichen Teil ihres Gesamtvermögens, dann müssen Sie als Ehemann zustimmen. Nach dem neuen Erbrecht hätten Sie dann einen jährlich sich verringernden Pflichtteilsergänzungsanspruch für den Fall, dass Ihre Ehefrau innerhalb von 10 Jahren nach Übertragung verstirbt. Verstirbt sie erst nach 10 Jahren, sind Sie in das Haus nicht mehr erbberechtigt.

2. Bin ich schon über den Nießbrauch rausgeerbt?

Verstirbt Ihre Ehefrau ohne ein Testament zu hinterlassen, nachdem sie Alleineigentümerin des Hauses geworden ist, so würde die gesetzliche Erbfolge eintreten, wonach Sie 50 % und der Sohn aus 1. Ehe 50 % erben. Allerdings bliebe das bereits jetz eingerichtete Nießbrauchrecht des Sohnes vom Erbfall unberührt weiterhin bestehen. Die Errichtung eines Nießbrauches sollte insbesondere im Sinne auch Ihrer Ehefrau immer wohl überlegt sein, denn eine spätere Verfügung über das Eigentum, sei es aus Not oder anderen Gründen heraus, hängt dann immer von der Zustimmung des Sohnes ab.

3. Ein Grundbucheintrag oder eine notarielle Schuldverschreibung sind erst eventuell nach dem Tod der Eltern bei größeren Umbauten geplant.Bin ich nur abgesichert wenn ich verheiratet bin?

Sind Sie denn nicht verheiratet? Wenn nicht, sind meine vorherigen Antworten alle hinfällig, denn dann sind Sie nach Ihrer Lebenspartnerin nicht erbberechtigt.
Allerdings ist immer Vorsicht geboten, bei der Aufnahme von Verbindlichkeiten, wenn nicht beide Partner im Grundbuch eingetragen sind. Ich würde Ihnen daher nicht anraten, einen gemeinsamen Kredit aufzunehmen.

4. Gibt es außer einer eigenen Wohnung eine andere Möglichkeit mich abzusichern.

Um Missverständnisse zu vermeiden, darf ich Sie bitten, im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion mir mitzuteilen, was für eine Absicherung Sie wünschen, damit ich Ihre Frage konkret beantworten kann.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben. Die hier durchgeführte Erstberatung kann jedoch eine umfassende Beratung nicht ersetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2010 | 13:47

Meine Nachfrage:
1. Ich bin verheiratet
2. Meine Frau wird alleinige Eigentümerin, der Sohn hat den halben Nießbrauch
Ich lebe bei meinen Schwiegereltern und erledige neben Pflegtätigkeiten auch die Hausverwaltung des Weinguts. Muß nur feststellen , daß wenn es ans Erben geht so mancher eben rausfällt.
Ich habe zu meiner Absicherung eine Eigentumswohnung (gehört mir). Ich würde aber gerne mit meiner Frau auf dem alten Hof leben.
Ich muß damit rechnen rausgeerbt zu werden . Wörtlich: du bist ja mit mir verheiratet, ansonsten hast du ja noch deine Wohnung.Außer Mitarbeit nichts gewesen?
Jetzt zur Frage: Wahrscheinlich kann ich nicht verhindern , daß sie je nach Sachlage das Haus überschreibt.Ohne Wohnrecht werde ich wohl später vom Sohn vertrieben? Welche Möglickeiten gibt es noch da bleiben zu können?
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.05.2010 | 14:06

Danke für Ihre Nachfrage, die den Sachverhalt doch viel deutlicher macht.
Ich kann Sie sehr gut verstehen, dass Sie auf dem Hof weiterleben wollen. Dies ist auch solange unproblematisch möglich, solange Sie verheiratet sind und Ihre Ehefrau lebt.
Oftmals ist es bedauerlichweise so, dass die Stiefkinder nach dem Erbfall den aktuellen Ehepartner dann aus dem Haus vertreiben. Dies ließe sich tatsächlich nur durch ein Wohnrecht, welches Sie sich grundbuchlich sichern lassen sollten, verhindern.
Sie sollten hier das offene Gespräch mit Ihrer Ehefrau suchen und Ihr vermitteln, welche Sorgen Sie sich machen, damit eine Lösung gefunden werden kann, die allerdings einzig im Wohnrecht liegen kann.
Ich hoffe, Ihre Nachfrage zur Zufriedenheit beantwortet zu haben. Wenn nicht, kontaktieren Sie mich bitte per Email.
Mit freundlichen Grüßen

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Danke zusammenfassend ganz ok wohl auch in meinem Sinne allerdings hat bei mir die Antwort der Anwältin auf meine Rückfrage nochmal eine Unsicherheit ausgelöst und ich kann leider nichts mehr weiter klären da nur eine Rückfrage ... ...
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