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Leasing Sixt - Gutachten verloren gegangen, nachträgliches Gutachten gültig ?

| 26.05.2021 10:52 |
Preis: 50,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Im Fall eines Rechtsstreites ist der Anspruchsteller in der Regel dazu verpflichtet, die für ihn positiven Tatsachen zu beweisen. Zweifel des Gerichts würden zu seinen Lasten gehen. Lehnt die Gegenseite außergerichtliche Korrespondenz ab, ist es schwierig einen Vergleich zu verhandeln.

Ich habe mein Leasing Fahrzeug am 04.01.2021 ordnungsgemäß an Sixt in Hannover übergeben. (laut Sixt Übergabe Protokoll vom 04.01.2021 12:19 Uhr wurde das Fahrzeug bei einem Kilometerstand von 44482km ohne Neuschäden abgegeben).
Kurz davor wurde beim TÜV Süd in Hannover das notwendige Gutachten für die Fahrzeugübergabe erstellt.

Das TÜV Gutachten vom 04.01.2021 ist laut Sixt unauffindbar verloren gegangen, daher hat Sixt am 23.01.2021 ein neues Gutachten beim TÜV in Leipzig durchführen lassen.

In dem TÜV Gutachten vom 23.01.2021 hatte das Fahrzeug bereits einen Kilometerstand von 44.757km, d.h. dass Fahrzeug wurde innerhalb von 19 Tagen nicht nur von Hannover nach Leipzig transportiert sondern auch 275km bewegt.

In dem neuen Gutachten werden diverse Fahrzeugschäden aufgelistet, die ich jetzt bezahlen soll. Dem habe ich widersprochen (per Mail), da die Schäden nicht nachweislich von mir verursacht wurden, sondern in dem Zeitraum zwischen der Übergabe am 04.01. und dem aktuellen TÜV Gutachten am 23.01.21.
Sixt lehnt jede weitere Kommunikation zu dem Fall ab und beharrt auf die Forderungen.
Der Schriftverkehr fand per eMail statt.

Ist das neue TÜV Gutachten bei einem Rechtsstreit relevant und muss ich für die Schäden bezahlen, obwohl sich das Fahrzeug ab dem 04.01.2021 (Übergabe) nicht mehr in meinem Besitz / Eigentum war ?
Welches Verhalten empfehlen Sie mir ?

26.05.2021 | 12:13

Antwort

von


(578)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Nach allgemeinen prozessualen Grundsätzen ist die Firma Sixt in der Vortrags-und Beweislast dafür, dass anlässlich der Rückgabe des Fahrzeuges am 04.01.2021 Schäden vorhanden waren, die nicht auf einen vertragsgemäßen Gebrauch des Fahrzeuges zurückzuführen sind wie etwa Steinschläge o. ä. Wenn Sie hier ein schriftliches Übergabeprotokoll vorlegen können, mit dem ein Mitarbeiter von Sixt Ihnen bestätigt hat, dass keine Schäden an dem Fahrzeug vorhanden sind, dürfte die Leasingfirma in der Beweislast dafür sein, dass doch Schäden vorhanden waren. Hierfür könnte beispielsweise ein Mitarbeiter als Zeuge vernommen werden, der dann nach Erstellung des Protokolls doch noch einen Schaden gesehen hat, der zunächst nicht erkennbar war oder von ihm übersehen wurde o. ä. Allerdings dürfte es so sein, dass aufgrund der allgemein Beweislast und des Protokolls an Zeugenaussagen Zweifel zulasten von Sixt gehen werden.

Im Hinblick auf das zweite TÜV Gutachten stimme ich Ihnen zu, dass dieses nicht zeitnah zum Übergabetermin erstellt wurde und das Fahrzeug in der Zwischenzeit gefahren wurde. Es besteht hier die Möglichkeit, dass vorhandene Schäden nach der Rückgabe des Fahrzeuges entstanden sind.

In der Sache ist Sixt in der Angriffsposition und müsste Sie notfalls verklagen und auch beweisen, dass die am 23.01.2021 vorgefundenen Schäden schon anlässlich der Rückgabe des Fahrzeugs am 04.01.2021 vorhanden waren. Soweit Sie die angesetzten Kosten bestreiten, müsste auch hierzu ein Sachverständigengutachten eingeholt werden. Insbesondere Letzteres ist recht teuer, da die Sachverständigen nach Stunden abrechnen. Ein derartiger Rechtsstreit könnte recht kostspielig sein.

Mir ist jetzt nicht bekannt, ob Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, die einen solchen Rechtsstreit abdeckt. Gegebenenfalls sollten Sie dies prüfen und klären. Anderenfalls könnte es Sinn machen, dass sie einen geringen Betrag der jetzt gestellten Forderung im Sinne eines Vergleiches anbieten. Natürlich gibt es keine Garantie, dass ein solches Angebot angenommen wird. Sie schreiben j, dass die Gegenseite jede weitere Kommunikation ablehnt. Wenn es dabei bleibt, wird natürlich auch ein Teilbetrag nicht akzeptiert werden.

Dann bleiben natürlich als Möglichkeiten nur, dass Sie die geltend gemachte Forderung in voller Höhe bezahlen trotz der von mir geäußerten Bedenken oder es aber auf den Rechtsstreit ankommen lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Bewertung des Fragestellers 31.05.2021 | 08:34

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