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Leasing-Rückgabe gerechtfertigt

| 16.03.2021 23:12 |
Preis: 98,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Es geht um eine Leasing-Rückgabe (PKW) anhand eines vorliegenden SV-Gutachtens.

Hallo,

habe einen Audi A6 als Leasing Rückgabe bei MAHAG in München zurück gegeben.
Gutachter stellt Mängel fest, die auch zum Teil gerechtfertigt sind, was ich nicht ok finde, dass Felgen zu 100% ausgetauscht werden soll (kein Smartrepair) .

Bitte hier um Fachkundige Auskunft ob man unterzeichnen soll oder ob es sich lohnt Einspruch einzulegen?


Hier das Gutachten von meiner Dropbox als PDF - Datei
persönliche Daten wurden geschwärzt.

https://www.dropbox.com/s/guomx14e19zjpys/Gutachten_A6.pdf?dl=0

VIelen Dank,

Thomas Dewein
17.03.2021 | 00:25

Antwort

von


(772)
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41812 Erkelenz
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Gerne zu Ihrem Fall:

Grundsätzlich steht dem Leasingnehmer ein Anspruch auf Abzug "neu für alt" zur Verfügung.
Im Einzelnen werde ich das 24-seitige Gutachten sichten und Ihnen dann zielgenau antworten können.

Bis dahin sollten Sie nicht rückfragen, damit Sie sich Ihre kostenlose Nachfrageoption erhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Ergänzung vom Anwalt 17.03.2021 | 02:32

Hier also das Ergebnis meiner Sichtung des SV-Gutachtens:

Da mir Ihr Leasingvertrag nicht vorliegt, zunächst zum besseren Verständnis dies vorab:

Kfz-Leasingverträge sind in rechtlicher Hinsicht vielschichtig und komplex.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten des Kfz-Leasing:

a) Vertrag mit Restwertabrechnung und
b) Kilometer-Abrechnungsvertrag.

ad a) Beim Vertrag mit Restwertabrechnung tragen Sie als Leasingnehmer das Verwertungsrisiko. Im Zeitpunkt des Vertragsschlusses bestimmen die Parteien den kalkulatorischen Restwert des Leasing-Fahrzeuges im Zeitpunkt der Vertragsbeendigung.

Sie als Leasingnehmer übernehmen dafür eine Garantie.
Erzielt der Händler bei der ihm obliegenden Verwertung des Leasingfahrzeugs einen Mehrerlös, erhält der Leasingnehmer einen Prozentsatz (i.d.R. ca. 75 %). Erzielt der Händler den kalkulierten Restwert nicht, müssen Sie als der Leasingnehmer die Differenz ausgleichen.

Ad b) Beim Kilometer-Abrechnungsvertrag trägt der Händler das Verwertungsrisiko. Er garantiert der Leasinggesellschaft einen vorbestimmten Restwert. Der Leasingnehmer übernimmt das Risiko der Verschlechterung des Leasingfahrzeugs durch Mängel (Schäden) und übermäßige Abnutzung.

Vorliegend wurde eine vereinbarte Gesamtkilometerleistung von 75.000 festgelegt. Dem ist die jetzt abgelesene Laufleistung 95.389 Km entgegenzustellen.

Um einen übermäßigen Gebrauch des Fahrzeugs feststellen zu können, definieren die Parteien zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses den Umfang der vertragsgemäßen Abnutzung durch die Definition einer Gesamtfahrleistung. Liegt diese bei Vertragsbeendigung unter der im Vertrag festgeschriebenen, erhält der Leasingnehmer eine Rückvergütung. Ist die Gesamtfahrleistung höher als vertraglich vorgesehen, müssten Sie als Leasingnehmer die übermäßige Abnutzung vergüten.
Vorliegend wohl Ihr Fall.

Diese Fragen der übermäßigen Abnutzung vs. vertragsgemäße Abnutzung und deren Unterscheidung von durch Sie verursachten Schäden und deren merkantiler Darstellung inklusive des bereits zitiert Anspruchs auf Abzugs „neu für alt" ist dann Sache des Sachverständigen, wobei zu bedenken ist, dass vorliegend der TÜV-Süd zwar unabhängig ist, indes auf der Lohnliste des Leasinggebers steht.

Der Sachverständige hat zwar „formularmäßig auf Seite 5 die Schäden oder Mängel, die aus einer normalen Nutzung bzw. Abnutzung entstanden sind als „werden akzeptiert" bezeichnet und seien bei der Zustandsbewertung nicht in Abzug gebracht worden.

Er hat das aber nicht spezifiziert, explizit im Hinblick auf die Korrosions- und Unterbodenschäden.
Insofern genügen mangels Spezifizierung auch nicht die „Weiteren Hinweise und Feststellungen" auf Seite 4" zu diesem Thema.

Hier besteht - auch weil diese Kosten hoch veranschlagt sind - erheblicher Verhandlungsbedarf

Im Vordergrund also Ihre Anfrage, dass Sie nicht ok finden, dass Felgen zu 100% ausgetauscht werden soll (kein Smartrepair).

Antwort: Dazu dokumentiert das Gutachten auf Seiten 22-24 die Schäden unter Nr. 13 und 14 mit LiBi.

Die Rad/Reifen hinten links (Nr. 13) sehe ich verkratzt/verschürfte, die grobsichtig einer Smart-Repair kaum zugänglich sind. Weil man auch beachten muss, ob z.B. die Beschädigung vorne links (Nr. 14) neben der Optik nicht einen verdeckten Strukturschaden etwa durch heftiges Einlenken über einen Bordstein zur Folge hatte.

Hier lohnt es sich nicht, wegen eines Gegengutachtens in Vorleistung zu treten.
Wohl aber einen Abzug „neu für alt" einzufordern wobei "alt" die vertragsgemäße Abnutzung abbildet.

Sie haben selbst vorgelegt, dass das „Gutachter Mängel feststellt, die auch zum Teil gerechtfertigt sind", wobei ich von Unfallschäden ausgehe, die gutachterlich als nicht fachgerecht beseitigt bezeichnet werden: Beschädigungen Nr. 15 Seitenwand rechts bis Nr. 8 (Stoßfänger), die offensichtlich auf ein Touchieren zurückzuführen sind.

Mithin lohnt sich auch hier kein Gegengutachten.

Was den Schaden Nr. 8 Motorhaube Lackmangel angeht, würde ich das bestreiten und von der Gegenseite den Nachweis der Ursächlichkeit durch vertragswidrige Nutzung entgegenhalten. Denn der Ersatz für normale Abnutzung ist vom Leasingnehmer nicht geschuldet.

Was die Unterbodenschäden und Korrosionsbildungen (Schäden Nr. 6 und 7 ) angeht, haften Sie als Leasingnehmer nicht für normale Abnutzungen und Korrosionsbildung im Verhältnis zum Alter (Erstzulassung ist geschwärzt) und der abgelesenen Laufleistung 95.389 KM des Fahrzeugs, es sei denn - was vom Leasinggeber nachzuweisen wäre - die AGB würde dies wirksam (!) oder individual-vertraglich inkludiert haben.

Abweichungen vom Originalzustand (Beschädigungen Nr. 1 und 2) muss man nicht diskutieren.

Die Beschädigungen Nr. 3 sind Folgen normalen Betriebs und Nutzung eines Kfz. Sofern hier eine Smart Repair angeboten würde, mag man das akzeptieren; muss man aber nicht.

Sie sollten auf dieser erläuterten Basis mit dem Leasinggeber verhandeln und bis dahin eine Unterschrift bis zu Klärung/Verhandlung allenfalls "vorbehaltlich und ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht" leisten.

Viel Erfolg wünscht,
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.03.2021 | 11:17

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"vielen Dank für die kompetente Hilfe. Gegengutachten wurde erstellt, nun heißt es abwarten!"
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