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Lautsprecher-Diebstahl

15.10.2018 12:07 |
Preis: 30,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


War vor einiger Zeit aufgrund eines kurzen Schulbesuchs in einem Internat untergebracht. Hab diese dann beendet und meine Sachen abgeholt. Dabei habe ich einen Lautsprecher eines Mitbewohners (Wert 90€) mitgehen lassen. Zu dem Zimmer hatten 2 andere Personen einen Schlüssel.
Dieser hat mich daraufhin angezeigt.
Die Polizei kam 1 Woche später zu mir nach Hause und bei einer Freiwillen Wohnungsdurchsuchung den Lautsprecher mitgenommen und mich zur Polizeistation mitgenommen.
Auf der Polizei jegliche Aussage verweigert.
Kann ich nun vor Gericht aussagen, das ich den Lautsprecher gekauft habe und ihn nicht gestohlen hab? Es gibt ja praktisch keine Beweise gegen mich.
Wie hoch würde die Strafe ausfallen?
(Bin nicht vorbestraft und auch sonst nicht aufgefallen)
Danke für ihre Antwort!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Als Angeschuldigter oder Angeklagter in einem Strafverfahren haben Sie das Recht zu schweigen. Wenn Sie davon keinen Gebrauch machen wollen und aussagen, müssen Sie zwar nicht die Wahrheit sagen, es empfiehlt sich aber trotzdem wirklich, offensichtlich zu lügen.

Zwar muss Ihnen die Schuld in dem Verfahren nachgewiesen werden und Sie müssen sich auch nicht selbst belasten, aber wenn das Gericht Sie einer Lüge überführt, ist das sicherlich nicht von Vorteil.

Der Lautsprecher wurde bei Ihnen gefunden und Sie haben keine Nachweise wie Quittungen für einen Kauf. Sie könnten sich also nicht ausreichend entlasten und Sie laufen Gefahr, dass Sie sich durch eine unwahre Aussage eher mehr belasten als wenn Sie weiterhin keine Aussage machen.

Allenfalls könnten Sie vielleicht nach angeben, den Lautsprecher versehentlich mitgenommen zu haben, um die Zueignungsabsicht, die Teil des Vorsatzes ist, abzustreiten. Ob man Ihnen das glaubt, ist dann eine andere Frage.

Da Sie die Akte nicht kennen, wissen Sie nicht, welche Beweise - außer dass das Gerät bei Ihnen gefunden wurde - gegen Sie vorliegen. Es kann daher sehr gut möglich sein, dass es mehr Beweise gibt, als Sie ahnen.

Ich rate Ihnen daher, entweder durch einen Verteidiger Akteneinsicht nehmen zu lassen und danach zu entscheiden, ob und was Sie aussagen wollen oder aber weiterhin keine Angaben zur Sache zu machen. Lügen sollten Sie nach meiner Meinung nicht, da dies bei der Strafzumessung eher strafverschärfend wirken würde.

Im Falle der Bestrafung werden Sie - sofern Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt - mit einer Geldstrafe rechnen.

Wie viele Tagessätze verhängt werden, lässt sich natürlich nicht vorhersagen, ich denke aber, es sollten nicht mehr als 30 Tagessätze verhängt werden. Die Höhe der Tagessätze hängt von Ihrem Einkommen ab.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bei Verständnisfragen nutzen Sie bitte die einmalige kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Jacobi
Rechtsanwältin



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