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Laubfall auf Flachdach


26.07.2005 18:24 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Mein Nachbar hat in unserer Flachdachsiedlung eine Goldulme in der Nähe meiner Hauswand gepflanzt. Mittlerweile überragt der Baum unser Flachdach um mindestens 5-6 m
Wir haben Atriumgrundstücke, sodass ich zur Pflanzzeit keinen Einblick in das innenliegende Grundstück meines Nachbarn hatte, und konnte nicht ahnen, dass der Baum eine solche Größe entwickelt.
Die Goldulme wirft Laub, schon ab dem Spätsommer, auf mein Flachdach und das verottete Laub gelangt in die innenliegenden Wasserablaufsysteme und es vermodert meine Kiesschicht.
Ich habe meinen Nachbarn wiederholt mündlich, im Sommer vor dem Laubfall angesprochen, aber er meint dass müsse ich dulden.
Mein junger Nachbar hat mir mehrere OLG Presseinfo s und Urteile in Kopie vorgelegt.z.B. OLG Nürnberg Presseinfo v. 13.09.2000 zum Thema Streitbaum Laub und Schatten Urteil des LG Nürnberg v.23.05.200,Az 13 S 10117/99 rechtskräftig.Weiter Urteil OLG Nürnberg v. 13.6.2000 Az 3 U 412/00. § 910 BGB weiter
§ 1 Baumschutzverordnung Abs.3 Satz 1/ weiter § 3Abs.1/2/3 und weiter Artikel 52 BayAGBGB Verjährung dieses nachbarrechtlichen Anspruches verjährt in 5 Jahren.
Der Vorbesitzer hat einige Male die überhängenden Äste von meinem Flachdach aus entfernt, aber sie wachsen ständig wieder nach.
Eine Anfrage bei dem Umweltamt der Stadt Nürnberg ergab, dass eine Goldulme kein schützenswerter Baum sei und daher die Baumschutzverordnung nicht anzuwenden wäre.
Ich befürchte, dass in einer nicht allzufernen Zukunft das innenliegende Rohrsystem verstopft sein wird.
Kann ich für die Kosten meinem Nachbarn regresspflichtig machen.
Vielen Dank für Ihre Antwort.

26.07.2005 | 19:35

Antwort

von


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63450 Hanau
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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Der Laubfall von Nachbars Garten gehört leider nach richterlicher Ansicht zum Leben. Das Zitat "Blätter fallen ist Gott gewollt" hat sich bei den Richtern etabliert.

Allerdings müssen nach einer aktuelleren Entscheidung des Bundesgerichtshofs Hausbesitzer Laub aus Nachbars Garten nicht unbedingt dulden. Danach sei eine Entschädigung möglich, wenn Bäume zu nahe an der Gartengrenze zum Nachbarn gepflanzt wurden und die Beeinträchtigungen durch Laub das zumutbare Maß überschreitet (BGH Urteil vom Urteil vom 14. November 2003, Az: V ZR 102/03). In jenem Fall ging es um einen mehrjährigen Rechtsstreit, in dem der Kläger geltend machte,dass er wegen der von zwei Kiefern des Nachbarn herabfallenden Nadeln und Zapfen mehrmals im Jahr sein Dach, die Dachrinnen und den Garten säubern müsse.

Dieser Fall stellte jedoch einen Extremfall dar, da der Kläger mehmals im Jahr sein Dach und die Rinnen säubern musste.
Überwiegend wird dagegen in der Rechtsprechung die Ansicht vertreten, dass sich der Grundstücksbesitzer mit Laubfall von benachbarten Bäumen und mit gelegentlich herabfallenden Zweigen abfinden müsse, jedenfalls dann, wenn solche Beeinträchtigungen ortsüblich und nicht wesentlich sind. So entschied auch das Landgericht Nürnberg (Az. 13 S 10117/99), weil die streitgegenständlichen Bäume nun einmal warfen und daher von den angrenzenden Grundbesitzer als naturgegeben hingenommen werden müssen.

Das zweite Problem ist, dass man eine wesentliche Beeinträchtigung zunächst auch beweisen muss. Hierzu muss ein Gutachter oder Firma (Reinigungsfirma) beauftragt werden. Erst wenn der Gutachter bestätigt, dass die Rinne und das Dach häufiger als gewöhnlich wegen Laub vom Nachbargrundstück gesäubert werden muss, ist davon auszugehen, dass der Betroffene den Beweis, für eine wesentliche Beeinträchtigung erbracht hat.

Insgesamt rate ich Ihnen daher, zunächst einen Sachverständigen zu beauftragen und den Grad der Beeinträchtigung festzustellen. Sollte dieser eine erhebliche Beeinträchtigung feststellen, dann können Sie die Entfernung des Überhangs oder eine sog. Laubrente vom Nachbarn verlangen. Sie müssten allerdings dem Nachbarn zunächst eine angemessene Frist zur Beseitigung des Überhangs setzten. Erst wenn er Ihrer Aufforderung nicht nachkommen sollte, können Sie vom Ihrem Abschneiderecht Gebrauch machen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt












Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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