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Laptopverkauf - Kunde fordert Rücknahme nach über einem Monat


| 21.11.2009 03:00 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich vor gut einem Monat dazu entschlossen meinen Laptop zu verkaufen. Das Gerät befand sich zum Zeitpunkt des Verkaufs bereits außerhalb der Garantie. Aus mir nicht bekanntem Grund hatte vor einiger Zeit der Lautsprecher nicht mehr funktioniert. Deshalb kontaktierte ich den Händler und beauftragte eine Reparatur. (Noch weit vor der ursprünglichen Verkaufsabsicht)

Der Händler jedoch verweigerte die "kostenlose Reparatur", da er einen Wassereintritt vorweisen konnte. Da der Händler den Fehler nicht sofort lokalisieren konnte, lies jener alle Bauteile des Laptops abgesehen von der Festplatte komplett austauschen und verrechnete mir eine Pauschale von gut 150€. Das Innenleben des Gerätes war also zu diesem Zeitpunkt nagelneu.

Nachdem das Gerät einwandfrei funktionierte, es jedoch nicht mehr meinen Bedürfnissen entsprach, entschloss ich mich es zu verkaufen. Dies geschah nicht über eBay sondern eine andere Plattform, die lediglich den Kontakt zwischen Verkäufer (mir) und Interessenten (Kunde) herstellt und sich nicht um den tatsächlichen Fortschritt kümmert.

Gesagt getan, meldete sich bei mir auch rasch ein Interessent. Der Kunde kam vorbei und sah sich das Gerät penibel an, da ich noch die Festplatte formatierte, bleib der Käufer sogar knapp 1.5 Stunden und wartete mit mir den Prozess ab. In dieser Zeit hat er auch gesehen, dass das Gerät einwandfrei funktionierte.

Auf die Frage warum ich das Gerät verkaufe - antwortete ich, weil es leider nicht mehr der Rechenleistung entspricht, welche meine Programme erfordern.

Es gab weder einen Kaufvertrag noch andere Nachweise.
Gesamtsumme: 800 Euro samt Zubehör.

10 Tage nach dem Kauf, meldete sich der Käufer und unterstellte mir das Gerät hätte einen Sturzschaden gehabt. Er meinte, es gäbe eine kleine Materialverbiegung des Aluminiumgehäuses und ich solle mir etwas einfallen lassen.

Nachdem mir das Gerät nicht heruntergefallen ist und ich diesen Mangel auch nicht nachvollziehen kann, erwiderte ich die eMail damit, dass diese Unterstellung nicht korrekt sei und das Gerät einwandfrei funktioniere.

Jetzt, exakt 1 Monat später, meldete sich der Käufer erneut.
Dieses mal mit folgender Mitteilung.
Der Kunde habe auf Eigenregie den Laptop zu einem anderen Servicehändler gebracht und wollte diesen "Materialverschleiß" auf Kulanz einfordern. Der Händler (nicht gerade jemand mit viel KULANZ), meinte er würde das reparieren. Allerdings kontaktiere dieser den Kunden und meinte, diesen Materialverschleiß würde nicht auf Kulanz repariert werden, da das Gerät einen Wasserschaden hätte.

Dies ist jedoch ausgeschlossen, zumal das Gerät vor Monaten durch den ersten Servicehändler komplett erneuert wurde. Ich selbst habe das Innenleben gesehen und auch die Platine und das ausgetauschte Material begutachtet.

Der Kunde forderte mich nun auf das Gerät zurück zu nehmen und den ursprünglichen Preis zurück zu zahlen.
Wie soll ich mich nun verhalten?

Einerseits hat der Kunde ein gebrauchtes Laptop gekauft. Ich habe es nie als "Neuwertig" beschrieben. Zudem habe ich auch keine Details verschwiegen. Das Gerät - und das ist es ja, was mich so stört, funktioniert in seiner Funktion einwandfrei, ich habe hier ja auch nicht vorsätzlich etwas defektes verkauft.

Das Gerät befand sich in der Reparatur und wurde von mir Bar beglichen. Auf Grund dieser Leistung hat das Unternehmen den Wasserschaden behoben und das Innenleben ausgetauscht - zumal ich dem Händler klar gemacht habe, dass er sich sonst bei jeder kleinen Reparaturanfrage auf diesen Wasserschaden ausreden würde.

Nun kommt erschwerend hinzu, dass natürlich der Kunde verärgert ist. Der Servicehändler, welchen er aufgesucht hatte, scheint meinem Kunden nur die halbe Wahrheit aufgetischt zu haben, was für mich nachvollziehbar ist, denn dieser wollte sicherlich nicht auf "Kulanz" eine Arbeit umsonst ausführen und sich auf diesen Fall ausreden.

Muss ich das Gerät nun zurücknehmen?
Hätte der Kunde innerhalb von ein - zwei Tagen das Gerät retourniert hätte ich damit kein Problem gehabt - es hätte viele andere Interessenten gegeben, allerdings kann in diesem Monat auch viel passiert sein, was ich auch nicht mehr nachvollziehen kann (Vielleicht hat der Kunde das Gerät ja absichtlich schlecht behandelt)

Der Kunde selbst scheint kein gemütlicher Artgenosse zu sein, während des Formatierungsprozesses hat er mir stolz erzählt wie er Leute mittels Rechtsschutz bereits ins Gefängnis geschickt hat. Der Käufer scheint damit Erfahrungen zu haben und schreckt vor nichts zurück.

*PS ich befinde mich in Österreich, deshalb höchstwahrscheinlich auch österreichisches Recht*

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Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich die Frage wie folgt.

Es ist vorliegend von einem Privatverkauf auszugehen, da kein Unternehmer an dem Rechtsgeschäft beteiligt war.

Verkauft wurde eine gebrauchte Sache, ein Gewährleistungsausschluss wurde nach Ihren Angaben nicht vereinbart bzw. könnte von Ihnen im Zweifel nicht bewiesen werden.

Entscheidend ist damit die Frage, ob der Laptop zum Zeitpunkt des Gefahrübergangs, also bei Übergabe mangelhaft war.

Auf den von dem Verkäufer zunächst geltend gemachten angeblichen Sturzschaden beruft er sich nun nach Ihren Angaben wohl nicht mehr (diesbezüglich haben Sie im Übrigen damals die richtige Reaktion gezeigt).

Soweit sich der Käufer nunmehr auf einen angeblichen Wasserschaden beruft, stellt sich die Frage, ob ein solcher tatsächlich bei Übergabe des Laptops vorhanden war.

Dies ist im vorliegenden Fall maßgeblich eine Frage der Beweislast. Hier sieht die Rechtslage vor, dass der Verkäufer im Zweifel beweisen muss, dass die Kaufsache bei Gefahrübergang frei von Sachmängeln war.
Nach Übergabe der Sache liegt es an dem Käufer zu beweisen, dass die Sache nicht mangelfrei ist und dass dieser Mangel bereits bei Übergabe der Sache vorlag.

Der vor dem Verkauf aufgetretene Wasserschaden wurde nach Ihren Angaben einwandfrei und folgenfrei behoben.
Dies können Sie auch darlegen und beweisen (der ausführende Servicehändler kann hier ggf. als Zeuge zugezogen werden).

Sie sollten insofern die Forderungen des Käufers zurückweisen mit dem Hinweis darauf, dass der Laptop bei Übergabe gerade keinen entsprechenden Mangel aufwies.

Der Laptop hatte die zum gewöhnlichen Gebrauch vorausgesetzten Eigenschaften und funktionierte nach Ihrer Schilderung einwandfrei.

Darauf sollten Sie sich berufen.

Im Übrigen ist es so, dass nach dem neuen österreichischen Gewährleistungsrecht der Käufer –bei Vorliegen eines Mangels- nicht ohne Weiteres die Rückgängigmachung des Kaufvertrags verlangen kann, was hier aber gerade der Fall ist.

Vielmehr sind vorrangig eine Verbesserung bzw. ein Austausch der mangelhaften Sache vorgesehen.

Erst wenn dies unmöglich ist bzw. mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden wäre, kann Preisminderung und ggf. eine Vertragsaufhebung begehrt werden.

Auch darauf sollten Sie den Käufer vorsorglich bzw. hilfsweise hinweisen.

Ein Anspruch auf Vertragsaufhebung steht dem Käufer also überhaupt nicht zu, solange er dem Verkäufer nicht die Möglichkeit eingeräumt hat, einen etwaigen Mangel an der Kaufsache in angemessener Frist zu verbessern bzw. die Sache auszutauschen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten hilfreichen Überblick verschafft zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen


Monika Mack
Rechtsanwältin










Bewertung des Fragestellers 22.11.2009 | 16:49


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