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Laptop beschädigt Haftpflichtersatz zu niedrig


13.11.2005 13:30 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Ich habe mal eine Frage wie ich mich weiter verhalten soll gegenüber der Haftpflichtversicherung eines Bekannten.

Folgender Ablauf:
Am 9.9. war ich beim Installieren meines privaten Notebooks. Neben mir stand ein Glas Rotwein weil man dafür ja immer eine gewisse Zeit braucht. Ein Bekannter kam zu mir und beugte sich in Richtung meines Laptops und stieß dabei das Rotweinglas um, welches sich über mein Laptop ergoss.
Er meldete den Schaden umgehend an seine Haftpflicht und wir beide bekamen die üblichen Formulare. Nachdem das ein Notebook von Dell war versuchte ich einen Kostenvoranschlag zu bekommen. Das gestaltete sich aber sehr langwierig und schwierig da Dell dann auch noch über 200 Euro netto für diesen Kostenvoranschlag haben wollte. Also ging ich in einen Computerladen und ließ mir dort einen Kostenvoranschlag machen. Der Inhaber bestätigte den wirtschaftlichen Totalschaden aufgrund Flüssigkeitseintritt (Notebook startet nicht mehr), Festplatte hat einen defekt (wurde ausgebaut und getestet). Diese Unterlagen reichte ich bei der Versicherung ein.
Das Notebook würde aktuell in der Wiederbeschaffung ca. 1500 Euro kosten, hat aber nicht die komplette Ausstattung wie mein Modell (kein integrierter Kartenleser, Bluetooth), ist also minderwertiger.
Neupreis des Notebooks vor 1,5 Jahren war lt. eingereichter Rechnung 2700 Euro.
Am 18.10. forderte die Versicherung dann das Gerät an, welches ich am gleichen Tag noch per Paket an diese versendete. Die Versicherung hat das Gerät zum Sachverständigen geschickt und hat dann noch bis gestern gebraucht um das endlich zu bearbeiten. Mittlerweile hatte ich also 2 Monate das Gerät nicht zur Verfügung. Ich bin IT-Berater und darf lt. meinem Arbeitsvertrag mein Notebook von meinem Chef nicht für private Aktivitäten nutzen da es ein geldwerter Vorteil wäre. Nun kam ein Scheck über 805,13 Euro netto (Mwst. wird nur erstattet wenn ich Vorsteuerabzugsberechtigt bin) da alles andere der Restwert sein soll. Das Gerät habe ich noch nicht zurück und es ist im Schreiben auch keine Rede davon. Mwst. wird mir nur erstattet wenn ich Reparatur nachweise oder einen Neukauf lt. Rechnung mit ausgewiesener Mwst.

Meine Frage:
Mittlerweile liegt mir ein Kostenvoranschlag von Dell für die Reparatur auch noch zusätzlich vor. Dieser bezieht sich nur auf das Mainboard und Tastatur. Die in Mitleidenschaft gezogene Festplatte ist nicht inbegriffen. Der Preis hierfür (Dell Geräte kann man nun mal nur dort reparieren lassen) beläuft sich auf 1146 Euro zzgl. Mwst.

Was kann ich jetzt argumentieren bzw. tun. Die Erstattung ist mir echt zu niedrig damit kann ich nicht mal das Gerät wiederherstellen lassen geschweige dass Dell gesagt hat durch die Korrosion und die lange vergangene Zeit werden auch andere Komponenten in Mitleidenschaft gezogen und das Gerät hat auch nach Wiederherstellung keinen Zeitwert mehr wie ein vergleichbares nicht beschädigtes Gerät, weil der Rotwein überall hingeht und frisst. Weiterhin frage ich mich wie die Restwertberechnung und die Begründung auf §249 BGB der Versicherung zu stande kommt. Da das Notebook nicht mehr startet müsste das Display (oder auch das Verbindungskabel) getestet werden, was nur an einem gleichwertigen Gerät möglich sein dürfte. Bzw. muss ich die Restwertberechnung so anerkennen, was soll ich mit einem "halben" Notebook anfangen, wenn ich es gebraucht im Internet verkaufe bekomme ich sicher max. 200 Euro dafür.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Frage und möchte diese auf der Grundlage des von Ihnen vorgetragenen Sachverhaltes wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass die Haftpflichtversicherung Ihres Bekannten ihre Einstandspflicht grundsätzlich anerkannt hat, es also nur noch um die Höhe des Schadensersatzes geht.

Grundsätzlich können Sie nach § 249 Abs. 1 BGB verlangen, dass die beschädigte Sache wieder in ihren Ursprungszustand versetzt wird, sog. Naturalrestitution. Dieses Recht wird in § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB dahingehend erweitert, dass Sie auch den für eine Reparatur erforderlichen Geldbetrag verlangen können. Das bedeutet, dass Sie das Gerät reparieren lassen können und der Schädiger die Rechnung übernehmen muss. Wenn Sie das Gerät nicht reparieren lassen und nur das Geld haben wollen, bekommen Sie allerdings nicht die MwSt., da diese angefallen, also in Ihrem Fall gezahlt worden sein muss, um ersatzfähig zu sein.

Problematisch in Ihrem Fall könnte sein, dass Sie davon sprechen, dass in dem Kostenvoranschlag ein sog. wirtschaftlicher Totalschaden festgestellt wurde. Ein solcher liegt vor, wenn die Kosten für die Reparatur der Sache weit über dem Wiederbeschaffungswert liegen. Für KFZ leigt die Grenze bei 30 % über dem Wiederbeschaffungswert. Diese Grenze lässt sich allerdings nicht so einfach auf andere Sachen übertragen, sondern muss im konkreten Einzelfall ermittelt werden. Liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, so bekommt der Geschädigte nur den Wiederbeschaffungswert ersetzt. Wie hoch der Wiederbeschaffungswert bei Ihrem Laptop ist, müsste dann noch ermittelt werden.

Nach Ihrer Schilderung gehe ich allerdings eher davon aus, dass es sich um einen sog. technischen Totalschaden handeln , also dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Dann haben Sie Anspruch darauf, eine gleichwertige Sache als Ersatz zu erhalten. Gegebenenfalls müssen Sie einen Abzug Alt für Neu hinnehmen, wenn Sie ein neues Gerät kaufen.

Bezüglich des Restwertes müssen Sie sich diesen nur anrechnen lassen, wenn er erstens überhaupt existiert und zweitens, wenn Sie den Rest des Laptops auch haben wollen. Sie können das kaputte Laptop auch bei der Versicherung lassen und dann keinen Restwert abgezogen bekommen.

Sie können auch die Kosten für Kostenvoranschläge etc., also zur Schadensermittlung ersetzt bekommen.

Voraussetzung für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche ist jedoch, dass zunächst geklärt wird, ob Ihr Laptop noch zu reparieren ist oder nicht. Sollte es noch zu reparieren sein, müssten Sie den Wiederbeschaffungswert ermitteln, um herauszufinden, ob die Reparatur erheblich höher als der Wiederbeschaffungswert liegt.

Ich würde Ihnen also empfehlen, die Versicherung anzuschreiben und aufzufordern, Ihnen die Kosten für eine ggf. mögliche Reparatur bzw. ein Ersatzgerät bis zu einem bestimmten Termin zu erstatten. Die Versicherung sollte Ihnen auch genau darlegen, wie sie den Schaden und den Restwert berechnet. Sie sollten der Versicherung auch Ihre Ansicht zum Restwert mitteilen. Des weiteren empfehle ich Ihnen die Hinzuziehung einer Anwältin bzw. eines Anwalts in Ihrer Nähe, sofern sich die Versicherung weiterhin weigert, Ihrem Anspruch zu erfüllen.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und stehe für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin N. Maldonado
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