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Lager DE / Lieferung EU / Verechnung CH


| 01.08.2007 13:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



wir haben direkt-lieferungen von unserem lieferant in deutschland (lieferschein in unserem namen) zu privatkunden und firmen nach österreich, deutschland, italien, etc.

unser geschäftssitz ist in der schweiz, wir verechnen also keine mehrwertsteuer da es für uns export ist. wie ist es mit der eu umsatzsteuer?

der endkunde bekommt z.b. eine rechnung von 1000.-- euro von uns aus der schweiz.
die ware wird direkt geliefert von unserem lieferant in DE direkt im eu raum.
der kunde zahlt also keine umsatzsteuer und kann sie nicht einfordern (firmen)!

ist das richtig, oder gibt es da eine spezielle regelung dafür?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

1.)
Bei den Direktlieferungen INNERHALB DEUTSCHLANDS handelt es sich umsatzsteuerrechtlich um steuerpflichtige Umsätze, sodass Sie die Umsatzsteuer in den Rechnungen gesondert ausweisen müssen.
Da der Umsatz hier im Inland ausgeführt wird, kommt es für die Besteuerung nicht darauf an, ob Sie Ihren Geschäftssitz ebenfalls hier im Inland oder in der Schweiz haben (§ 1 Abs. 2 Satz 3 UStG).

2.)
Die Direktlieferungen an UNTERNEHMER im ÜBRIGEN GEMEINSCHAFTSGEBIET sind als sog. innergemeinschaftliche Lieferungen von der Umsatzsteuer befreit. Hier fällt also keine Umsatzsteuer an.
Sie müssen jedoch in den Rechnungen darauf hinweisen, dass die Lieferungen als innergemeinschaftliche Lieferungen von der Umsatzsteuer befreit sind (§ 14 Abs. 4 Nr. 8 UStG).

3.)
Die Direktlieferungen an PRIVATKUNDEN im ÜBRIGEN GEMEINSCHAFTSGEBIET können nicht als steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen behandelt werden, da der Empfänger kein Unternehmer ist.
Diese Lieferungen sind also grundsätzlich steuerpflichtig, sodass in den Rechnungen die Umsatzsteuer gesondert auszuweisen ist.
Eine Besteuerung findet nach § 3c UStG ausnahmsweise dann im Bestimmungsland des Empfängers statt, wenn die entsprechende Lieferschwelle des Bestimmungslandes überschritten ist (z. B. Österreich: 100.000,00 €).
Die entsprechenden Lieferschwellen können Sie unter dem Link

http://www.vat-navigator.com/BMFSchreiben/2002/BMFS_2002_09_13_Versandhandel.pdf

herunterladen.

Erfolgen also z. B. Direktlieferungen an Privatkunden nach Österreich im Gesamtwert von 120.000,00 €, hat die Besteuerung in Österreich zu erfolgen, sodass Sie in den Rechnungen die österreichische Umsatzsteuer ausweisen müssten. Bei einem Gesamtwert von 90.000,00 € würde die Besteuerung hier in Deutschland erfolgen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

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