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Lärmbelästigung während der Nachtruhe durch Trittschall

12.01.2011 22:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit ca 2 Monaten wohne ich in einer Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus das vor ca 15 Jahren erbaut wurde. Ich wohne im 1. Stock, über mir liegen noch zwei weitere Stockwerke. Jede Wohnung im Haus gehört einem anderen Eigentümer, die Wohnungen sind also alle unabhängig voneinander vermietet.

Mein Problem ist die Lautstärke der Mieterin über mir. Ich höre jeden ihrer Schritte und spüre bei jedem Schritt die Erschütterung die sich durch die Decke auf meine Wohnung überträgt. Zudem ist des öfteren lautes Rumpeln zu vernehmen. Die Lärmbelästigung findet insbesondere nachts statt, mal um 23:00 Uhr, mal um 02:00 Uhr, mal um 05:00 Uhr und dauert teilweise eine Stunde an (Mieterin ist Schichtarbeiterin). An schlafen ohne Ohropax ist nicht zu denken, die Erschütterungen durch die Schritte spüre ich jedoch auch mit Ohropax.

Ein Gespräch mit der Mieterin unter mir hat ergeben, dass Schritte von mir in der Wohnung unter mir nicht wahrzunehmen sind, ich bemühe mich jedoch auch leise zu sein. Daher kann ich nicht sagen ob die Lärmbelästigung auf eine schlechte Dämmung oder "extremes Tramplen" in der Wohnung über mir zurückzuführen ist.

Ein Gespräch mit der Mieterin über mir hat leider keinen Erfolg gebracht, mein Vermieter will sich an die Hausverwaltung wenden um Abhilfe zu schaffen. Ob dies erfolgreich sei wird wage ich zu bezweifeln.

Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich bzw mein Vermieter? Mich interessiert insbesondere:

- Mieterin über mir (evtl über deren Vermieter) dazu zwingen während der Nachtruhe leiser zu sein. Die wäre wohl entweder durch leiseres gehen oder das Tragen von Hausschuhen zu erreichen

- Vorzeitiger Auszug (Ausschluss der Kündigung für die ersten beiden Jahre des Mietverhältnisses) falls sich keine Besserung einstellt

Besten Dank für Ihre Antwort.

M. Vogel

Sehr geehrter Fragesteller,

Die Mieterin über Ihnen kann nicht gezwungen werden, in ihrer Wohnung Hausschuhe zu tragen. Es kann ihr auch nicht untersagt werden, sich nachts mit Schuhwerk in der Wohnung zu bewegen. Diesbezügliche Ge- oder Verbote wären nicht durchsetzbar, da sie zu stark in die Privatsphäre eingreifen würden.

Ein vorzeitiger Auszug kommt bei (unterstellt wirksamem) Ausschluss des ordentlichen Kündigungsrechts nur in Betracht, wenn Gründe für eine außerordentliche Kündigung vorliegen. Bei regelmäßiger Störung der Nachtruhe ließe sich mit einer Beeinträchtigung der Gesundheit argumentieren (§§ 543 Abs. 1, 569 Abs. 1 BGB). Im Streitfall, d. h. wenn Ihre Kündigung nicht akzeptiert und weiter Miete verlangt wird, müssten Sie allerdings eine Gefährdung konkret darlegen können. Vor einer Kündigung sollten Sie dem Vermieter auch die Mängel nochmals schriftlich anzeigen und Abhilfe anmahnen. Eine erfolglos gebliebene Abmahnung ist Voraussetzung für die Kündigung.

Falls ein außerordentliches Kündigungsrecht nicht begründet werden kann, können Sie das Mietverhältnis nur durch einen Aufhebungsvertrag beenden. Ein entsprechendes Angebot können Sie jederzeit machen, der Vermieter muss allerdings nicht darauf eingehen.

Die Miete dürfte wegen des Lärms jedenfalls gemindert sein. Sie können also einen Abzug vornehmen. Für ganz fehlende bzw. nicht ausreichende Trittschalldämmung kann eine Quote von 20 % angesetzt werden. Dies ist jedoch bitte nur als grober Anhaltspunkt zu verstehen - eine Minderung hängt immer von den Umständen des konkreten Einzelfalls ab.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.01.2011 | 19:59

Sehr geehrter Herr Juhre,

ich habe also keine Möglichkeit die Mieterin über mir zur Unterlassung des Getrampels zu zwingen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Beste Grüße,
M. Vogel

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.01.2011 | 20:22

Die Möglichkeit bestünde nur, wenn die Mieterin absichtlich lärmt, um Sie zu schädigen. Eine solche Absicht müssten Sie dann allerdings auch beweisen können, was praktisch kaum möglich sein wird.

Da, wie ich annehme, ein Baumangel für den Lärm ursächlich ist, müssen Sie sich mit dem Vermieter auseinandersetzen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

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