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Lärmbelästigung durch ungedämmten Fussboden


28.12.2006 03:18 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

ich wohne in einem Altbau. In der Wohnung ist der Fussboden überhaupt nicht gedämmt. Es liegen Sperrholzplatten am Boden. Besonders nachts ist die Lärmbelästigung gross, da ich so gut wie keine Nacht schlafen kann. Meine Nachbarin kommt meist erst nach 1 Uhr nachhause und läuft dann über längere Zeit in der Wohnung. Jeder Bodenkontakt überträgt sich auf meine darunter liegende Wohnung um ein Vielfaches lauter als Geräusche in meiner eigenen Wohnung.
Verständigungsversuche mit der Nachbarin sind gescheitert. Sie weigert sich einen Teppich zu legen oder Rücksicht zu nehmen.

Eine Einschaltung des Mieterbundes hat auch zu keinem Ergebnis geführt.
Der Vermieter (Genossenschaft)selbst gibt zu, dass dies ein Problem sei, betont aber, dass von Vermieterseite keine Dämmung vorgenommen wird. Der Vermieter hat die Nachbarin auf die Möglichkeit, einen Teppich zu legen, hingewiesen. Dies wurde von ihr abgelehnt.
Der Streit geht jetzt schon länger als ein Jahr und verändert sich in keiner Weise. Gibt es außer Auszug aus meiner Wohnung (was ich nicht möchte) eine Möglichkeit, meine Nachtruhe zu bekommen?
Danke für Ihre Antwort und mit freundlichen Grüßen
SK
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die fehlende Trittschalldämmung und die daraus resultierende Lärmbelästigung stellen einen Mietmangel gem. § 536 BGB dar, zu deren Beseitigung der Vermieter verpflichtet ist. Aus eigener Erfahrung ist mir bekannt, daß manche Genossenschaften da leider recht zäh reagieren, an der Rechtslage ändert dies jedoch nichts.

Ihren Anspruch auf Mängelbeseitigung können Sie notfalls durch eine Mängelbeseitigungsklage durchsetzen. In diesem Fall würde der Vermieter verurteilt, für eine ordnungsgemäße Trittschalldämmung zu sorgen. Ein solches Verfahren ist allerdings zeitaufwendig, da das Gericht zunächst einen Sachverständigen mit der Begutachtung des Mangels, sprich einer Trittschallmessung beauftragen wird.

Deshalb sollte zunächst eine Mietminderung geprüft werden, deren Umfang von der Intensität der Beeinträchtigung abhängt. Die Mietminderung kann von einem Zurückbehaltungsrecht an der Miete begleitet werden, mit der möglichen Folge, daß Sie bis zur Beseitigung des Mangels die Mietzahlungen vollständig einstellen.

Dies sollte jedoch zuvor konkret anwaltlich geprüft werden, da eine überhöhte Mietminderung auch eine Kündigung nach sich ziehen kann.

Ich empfehle Ihnen daher, konkreten anwaltlichen Rat einzuholen und stehe Ihnen dafür selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schwartmann
Rechtsanwalt


--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395
Sipgate: (0221) 355 333915 / Skype: schwartmann50733
www.andreas-schwartmann.de
www.online-rechtsauskunft.net
www.online-akteneinsicht.net
www.mietrecht-in-koeln.de
<img src="http://www.andreas-schwartmann.de/logo.gif">

Nachfrage vom Fragesteller 28.12.2006 | 07:36

Sehr geehrter Herr Schwartmann,

danke für Ihre schnelle Antwort.
Um wieviel % kann ich die Miete kürzen? Ich habe Mietminderung um 5% angekündigt für Januar. Kann ich ab Februar dann auch 10% kürzen?
Warum bekomme ich vom Mieterbund nicht wirklich Unterstützung?

Danke für Feedback und mit freundlichen Grüßen
SK

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.01.2007 | 19:16

Sehr geehrte Ratsuchende,


die Höhe der zulässigen Mietminderung hängt vom Umfang der Beeinträchtigung ab, so daß eine pauschale Aussage dazu kaum möglich ist. Mit 5% sollten Sie aber auf der sicheren Seite sein.

Zur Beratung durch den Mieterverein kann ich Ihnen natürlich nichts sagen - dies sollten Sie mit dem für Sie zuständigen Assessor abklären.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

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