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Lärmbelästigung auf Grund Nähe offener Fenster bei normalem Gespräch


24.08.2005 16:52 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich suche nach Möglichkeiten, Lärmbelästigungen durch Nachbarn abzustellen, die sich aus der Bauweise/ Anordnung der Häuser ergeben.

Zur Wohnung:
Ich wohne in einer Wohnung in der Altstadt (Rheinland-Pfalz) mit allen Fenstern zum Innenhof. Meine Wohnung ist ein kleines Häuschen im Innenhof des Grundstücks mit 36 qm auf 2 Etagen. An zwei Seiten des Innenhofs sind Mauern, die Lärm stark reflektieren. An zwei weiteren Seiten befinden sich Wohnhäuser (gegenüber und an das eigene Haus anschließend). Der Innenhof/Garten ist nur ca. 20-30 qm groß.

Das Schlafzimmerfenster im 1. OG liegt gegenüber von Fenstern anderer Mietparteien, das nächstgelegene auf gleicher Ebene nur ca. 1-2 m entfernt. Die Fenster alter Bauart bieten keinen nennenswerten Schallschutz, so dass man auch bei geschlossenem Fenster Gespräche normaler Lautstärke von ausserhalb immer hört, manchmal sogar verstehen kann.

Meine Nachbarn arbeiten zum Teil zu eher ungewöhnlichen Zeiten (Hotellerie, Flugbegleiterin, Student) und sind dementsprechend nachtaktiv (oft bis 2 oder 3 Uhr nachts). Dagegen muss ich als Berufspendler um 06.00 Uhr aufstehen. Daher bin ich auf Einhaltung der Ruhezeiten von 22-06 Uhr angewiesen.

Durch die Nähe der Fenster und die Schallreflektion im Innenhof hindern mich schon normale Wohngeräusche wie klapperndes Geschirr, laute Gespräche/ Lachen) am Schlafen, falls im Sommer die Fenster offen sind. Problematisch ist weniger der anhaltend hohe Geräuschpegel als vielmehr kurze, lauterer Geräusche wie plötzliches Lachen, durch das ich hochschrecke. Noch störender ist es natürlich, wenn meine Nachbarn Besuch haben, auch wenn keine laute Musik gespielt wird.

Mein Wunsch ist ganz einfach:
Ich möchte, dass vor allem mein direkter Nachbar seine Fenster schließt, wenn er nach 22 Uhr Besuch hat. Ich gestehe sogar zu, dass ich meine Fenster schließe, obwohl ich nicht der Verursacher bin, aber das reicht eben nicht. Mein Nachbar reagiert je nach Laune mit Unverständnis für das Problem oder schließt ein einzelnes Fenster bzw. stellt es in Kippstellung. Er argumentiert gerade im Sommer mit der Notwendigkeit des Lüftens.

Konkrete Frage:
Ich erwäge die Polizei zu rufen, falls der Nachbar sich uneinsichtig zeigt, um ihn zu ruhigerem Verhalten/ Schließen der Fenster aufzufordern. Bin ich im Recht, dass ich den Lärm nicht hinnehmen muss, so dass die Polizei mich unterstützen wird? Oder habe ich Nebengeräusche normalem Wohnverhaltens hinzunehmen, auch wenn diese derart stören?

Einen gerichtlichen Weg erwäge ich nicht ernsthaft, und bin auch an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Ich habe aber manchmal keine Lust mehr, mich zum wiederholten Mal nachts anziehen zu müssen, rüberzugehen und dann noch diskutieren zu müssen. Deshalb möchte ich wissen, wie weit meine Rechte gehen, und ob ich notfalls die Polizei rufen kann.

Vielen Dank für Ihre Antwort,
mit freundlichen Grüßen,

Ihr Fragesteller
24.08.2005 | 18:26

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der mir von Ihnen mitgeteilten Informationen gerne summarisch beantworten möchte.

Generell, das muss ich offen sagen, sind Sie durchaus verpflichtet, einen üblichen Lärmpegel hinzunehmen, denn der Nachbar kann natürlich seine Wohnung nicht hermetisch abriegeln und ein gewisser sozial üblicher Lärmpegel ist durchaus zu dulden. Auch liegt Ihre „ungewöhnliche Tätigkeit“ in Ihrem Risikobereich.
Andererseits sollte nach 22.00 eine entsprechende nicht mehr zumutbare Ruhestörung, die aufgrund der Besonderheiten tatsächlich vorzuliegen scheint, abzustellen sein. Wenn Sie also tatsächlich trotz geschlossener Fenster einzelne Gesprächsfetzen hören, muss der Nachbar das abstellen (und das Fenster jedenfalls nach 22.00 Uhr schließen). Allerdings lässt sich dies alles im Rahmen der summarischen Prüfung (s. Hilfe-Button) abschließend schlecht beurteilen und müsste einstweilen vor Ort (zur Not mit einem Gutachter) geprüft werden.

Die Polizei hat grds. Lärmstörungen nachzugehen, hat dabei aber ein Ermessen, ob und wie sie tätig werden will. Von daher würde ich nicht zu viel erwarten, zumal eine dauerhafte Lösung so nicht erreicht werden kann. Mehr Erfolg verspräche eine Minderung der Miete, da der Vermieter für derartige bauartbedingte Störungen im Regelfall durchaus einzustehen hat und sie auch beseitigen muss (soweit bei Einzug die Lärmstörung nicht erkennbar war). Ansonsten sprechen Sie doch auch ruhig einmal mit dem/den Nachbarn, vielleicht sieht dieser das Problem ja selbst ein und schließt das Fenster.

Ich hoffe, Ihnen mit der Prüfung der Rechtslage weiter geholfen zu haben. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Vertretung – soweit gewünscht – zur Verfügung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-

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