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Lärmbelästigung - Überbelegung ?


29.09.2007 16:39 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich bewohne als Mieter eine 2 Zimmer-Wohnung.
In der 2-Zimmer-Wohnung über mir ist seit kurzem
ein Pärchen eingezogen mit einem ca. 4-jährigen lauffreudigem
Kind und einem Kleinkind von ca. 1-2 Jahren.
Ob dem Vermieter bekannt ist, daß in der 2-Zimmer-Wohnung
4 Personen wohnen, weiß ich nicht.

Die kleine Familie erzeugt, wenn Sie anwesend ist,
eine enorme Menge an Gepolter und Getrampel.
Eigentlich poltert es, von kleineren Minutenunterbrechungen
mal abgesehen, pausenlos von oben, da die Trittschalldämmung
im Haus recht schlecht ist und in der Wohnung über mir auch kein
Teppich verlegt ist. Ebenso ist auch das Geschrei des Kleinkindes öfters zu hören.

Obwohl die Nachtruhe bisher einigermaßen gewahrt wurde,
ist es sehr anstrengend und nervig, tagsüber dem
stundenlangen Dauergepolter ausgesetzt zu sein.
Ein Schlafen tagsüber z.B. ist reine Glückssache
und wann am Wochenende meine Nachtruhe endet, bestimmen
mittlerweile die Mieter über mir.

Was kann ich hier tun gegen die Lärmbelästigung ?
Kann ich - obwohl Kinder im Spiel sind - z.B. die Miete mindern
und in welcher Höhe ?
Liegt hier eine Überbelegung der Wohnung vor,
mit der man argumentieren könnte ?

Vorher hat in der Wohnung eine 2er-Studenten-WG gewohnt,
deren Schrittgeräusche man zwar auch gehört hat, aber
sie haben höchstens 25 Prozent von dem Polterlärm
erzeugt haben, wie er jetzt vorhanden ist.

Ratsuchender

29.09.2007 | 17:14

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n).

Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass diese Plattform dafür angedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Frage(n) auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Ein zur Minderung des Mietzinses berechtigender Mangel der Mietsache liegt nach § 536 BGB vor, wenn die Mietsache einen Mangel aufweist, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt.

Dauerhafter Lärm rechtfertigt grundsätzlich zur Minderung der Miete gegenüber dem Vermieter. Sie sollten den Lärm daher bei Ihrem Vermieter umgehend per Einschreiben mit Rückschein schriftlich anzeigen und ihn zur Abhilfe anhalten.

Ein Verschulden des Vermieters an dem Mangel (Lärmbelästigung) ist dabei nicht erforderlich.

Fraglich ist, die Höhe eines angemessenen Minderungsbetrages.

Die im folgenden verlinkte Liste bereits ergangener Entscheidungen der Rechtsprechung kann hierbei allenfalls als ungefähre Richtschnur dienen, wobei eben der angemessene Minderungsbetrag immer von den Umständen des jeweiligen Einzelfalles abhängig bleibt: Minderungstabelle / via Hanhoerster

Für übermäßigen Lärm bzw. vermeidbaren Lärm außerhalb der Ruhezeiten werden wohl Minderungsquoten um die 10 % bis 20 % aus der BRUTTOMIETE meist anerkannt.

Wichtig ist, dass der Vermieter nach einer Anzeige der Lärmbelästigung(en) verpflichtet ist, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Beachten Sie bitte, dass Sie im Streitfall hinsichtlich des Lärmes den Beweis erbringen müssten. Die Anfertigung eines Lärmprotokolls, in dem Tageszeit, Art und Umfang der Störungen ( idealerweise bei Nennung von Zeugen )festgehalten werden, wäre daher hilfreich.

Kurz zusammen gefasst empfehle ich, dem Vermieter das Problem zu beschreiben und ihn aufzufordern, den Vermieter der über Ihnen gelegenen Wohnung unter Fristsetzung aufzufordern, geeignete Maßnahmen ( Trittschalldämmung, Verlegung eines Teppichbodens etc...) zu veranlassen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Bedarf benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion, um an mich im Rahmen dieses Forums eine Nachfrage zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
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www.anwaltkohberger.de


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 29.09.2007 | 17:28

Hallo Herr Kohberger,

besten Dank für Ihre Antwort.
Aber wie sieht es aus mit dem Punkt
der Überbelegung ?

Ist die "Lärm-Wohnung" als überbelegt zu bewerten ?

Dank und Gruß
Ratsuchender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.09.2007 | 17:33

Vielen Dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Sie vermuten zu Recht, dass es die Angelegeneheit des Vermieters ist, an wie viele Personen er eine Wohnung vermietet.

Allerdings wären selbst in einem "Altbau" geeignete
( Bau - )Maßnahmen zu treffen, um unzumutbare Belästiungen gegenüber den Nachbarn zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt

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