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Lärmbelästigung Nachbarn mit Kindern

02.02.2014 21:38 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bewohne in Berlin-Lichtenberg seit fünf Jahren eine Mietwohnung, wobei es sich dabei den berühmt-berüchtigten Plattenbau (WBS70) handelt, welcher ja dafür bekannt ist, besonders hellhörig zu sein.

Den meisten Bewohnern des Hauses scheint das auch durchaus bekannt zu sein und sie verhalten sich auch dementsprechend, leider nur nicht meine Nachbarn unter mir. Dabei handelt es sich um eine Familie von vier Personen, dem Mann (Deutscher), seiner Frau (Südamerikanerin) und zwei Kindern, ich glaube 2 und 3 Jahre alt und sobald die zu Hause sind, bricht hier die Lärmhölle aus.

Und die sind oft zu Hause!

Da wird gepoltert, getrampelt, geschrieen, es werden lautstark Möbel verrückt, es wird sich laut unterhalten, und das JEDEN Tag, egal ob Ruhezeit oder Sonn- oder Feiertag. Ich frag mich bis heute, wie man bis zu 20mal die Minute so rumpoltern kann, daß bei mir die Gläser in den Schränken klirren.

Darüber hinaus muß ich auch erwähnen, daß ich als Angestellter einer großen IT-Firma von zu Hause aus arbeite, was die Möglichkeit der Konzentration während der Arbeit bzw. die Möglichkeit der Entspannung nach der Arbeit verlangt und beides ist inzwischen in keinster Weise mehr gegeben. Sie telefonieren, sie verfassen Texte, sie versuchen Fernsehen zu schauen, sie versuchen zu schlafen oder nur zu dösen, sie versuchen ein Buch zu lesen, nichts davon geht hier mehr, weil man ständig täglich von ca. 17:00 bis 20:00 Uhr bzw. in den letzten Wochen auch ganztägig von 09:00 bis 20:00 Uhr gestört wird. Manchmal auch bis nach 22:00 Uhr.

Dementsprechend sehen inzwischen meine Arbeitsleistungen und auch meine gesundheitliche Verfassung aus. Und der Gipfel der TÄGLICHEN Belästigungen ist die Zeremonie des „Ins-Bett-Bringens" der Kinder, welche im Durchschnitt von 19:00 bis 20:00 Uhr dauert und natürlich in meinem Schlafzimmer stattfindet, wo dann alle gerne mal für eine Stunde ausrasten. Da helfen keine Kopfhörer und auch kein Ohropax…

Und es sind nicht mal vordergründig die Kinder, die hier negativ auffallen, nein es sind die Eltern, allen voran besagte Dame südamerikanischer Abstammung. Ich will jetzt nicht auf ihrer Herkunft rumreiten, aber sie kommt nun mal aus Südamerika und ich weiß auch über deren Temperament, aber es kann nicht sein, daß ich mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr entspannen oder konzentrieren kann, weil ich ständig deren Lärmausbrüchen zuhören darf. Ihr Mann kann es allerdings auch nicht besser und die Kinder, ja die Kinder, woher sollten sie es besser wissen. Die Eltern können ja wohl kaum ihren Kindern etwas beibringen, wovon sie selbst keine Ahnung haben…

Zusammenfassend geht es hier um TÄGLICHE Belästigungen, die meiner Meinung nach, deutlich über das Normale hinausgehen, egal ob Ruhezeiten oder nicht. Die Hausordnung schreibt vor, daß Jedermann Rücksicht auf die anderen Mitbewohner zu nehmen hat und sie schreibt auch die genauen Ruhezeiten (22:00 bis 07:00 und 13:00 bis 15:00 Uhr) vor. Gespräche, schriftliche Beschwerden und auch das Eingreifen unserer Mobilen Hausmeister (ein Service unserer Wohnungsbausgesellschaft, zu deren Aufgabe auch Ruhestörungen gehören), haben zu keiner Besserung geführt, eher im Gegenteil, nämlich zu Beleidigungen.

Daraufhin habe ich mich im November 2013 zu einer Mängelmeldung an die Wohnungsbaugesellschaft entschlossen und da der Mangel bis heute nicht abgestellt ist, zahle ich seit Dezember 2013 die Miete unter Vorbehalt.

Ein entsprechendes Lärmprotokoll führe ich auch seit November 2013, nur leider habe ich keinerlei Zeugen für die Ruhestörungen. Das liegt einerseits daran, daß ich alleine lebe und andererseits, wenn ich Zeugen habe, dort absolute Stille herrscht. Vielleicht sollte ich mal meine Wohnung auf Wanzen überprüfen ;-)
Darüber hinaus finde ich auch keine wirkliche Unterstützung bei den Nachbarn, da sie entweder gar nichts mitbekommen bzw. selber Angst vor Unannehmlichkeiten haben.

Ist halt eine dumme Situation, aber ich sehe irgendwie nicht ein, daß es in Deutschland keine Möglichkeit geben soll, Leute die andere bis in den gesundheitlichen Ruin treiben, in die Schranken zu weisen und auch wenn diese Kinder haben…

So ich hoffe, die ausgelobte Summe ist ausreichend für den zu lesenden Text gewesen und hoffe auch auf eine Antwort auf mein Problem, denn ich scheue mich, irgend etwas ohne anwaltliche Unterstützung zu unternehmen, sei es Mietminderung oder Ähnliches. Schön wäre es gleichzeitig einen Anwalt zu finden, der sich der Problematik annimmt, denn ein Telefonat mit einem Anwalt in Berlin hat nur zu der Aussage „Ziehen Sie um" geführt und das kann es wirklich nicht sein.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,


die ausgelobte Summe ist ausreichend für den zu lesenden Text gewesen. Aber ich befürchte, Sie wünschen auch noch eine Antwort:



Der Kollege in Berlin hat Recht. Sie haben nur ein Leben und der Kampf unter Nachbarn kann nicht der Lebensinhalt werden, so dass es manchmal der richtiger Rat sein kann, "einfach auszuziehen".

Denn Sie werden Beweisproblme bekommen, wenn Sie die von Ihnen geschilderte Lärmbelästigung nicht beweisen können.


Soziale Geräusche sind hinzunehmen, wobei die Rechtsprechung die Latte noch höher legt, wenn Sie in eine bekanntermaßen hellhörige Wohnung einziehen, wobei die Gerichte bei Kinderlärm sogar noch größere Toleranz vom Betroffenen erwarten, wobei allerdings auch dort Grenzen gesetzt sind (AG Celle, Az.: 11 C 1768/01).

Gleichwohl darf die Lautstärke am Tage nicht über 55, nachts nicht über 40 Dezibel liegen - aber diese Überschreitung müssen Sie beweisen können, was nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung niocht möglich ist.

Möglich wäre ggfs. ein Lärmgutachten in Auftrag zu geben, wobei dann der Lärm vielleicht festgestellt werden könnte.


Möglich wäre vielleicht noch das Einschalten der Polizei oder des Ordnungsamtes, da nach § 117 OWiG eine Ordnungswidrigkeit begeht, wer in einem nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß Lärm erregt und dadurch die Nachbarschaft erheblich belästigt.


Ist die Belästigung beweisbar, werden Sie allein über die Mietminderung den Vermieter zu einer Reaktion zwingen, wobei die Höhe zwischen 5 und 50% liegen kann, je nach Beeinträchtigung, die ohne Kenntnis des Lärmprotokolles nicht näher eingegrenzt werden kann.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


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