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Lärm (Mietwohnung)


12.07.2005 19:28 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten tag.

Ich habe folgendes Problem. Über mir ist eine familie neu eingezogen. Dabeiauch ein kleineres Kind. Nun habe ich folgendes Problem: Scheinbar liefert sich das Kind ein Rennen da oben, es poltert und knallt den ganzen nachmittag über. Lampen wackeln. Sonntags beginnt der Spass bereits um 7 Uhr früh. Nichts gegen Kinderlachen, aber das geht meines Erachtens zu weit. Ich dreh hier fast schon durch... Schlafen oder Lernen ist im Grunde unmöglich. Lärmprotokoll habe ich erstellt, Zeugen gibt es. Wie gehe ich das Problem an? Vermieter informieren, da ich ja die Mietsache nicht mehr 100% nutzen kann ( dann Mietminderung?). Oder gleich auf unterlassung klagen? Ich bin der Ansicht, das man sich willkürlichem Lärm (vom Stuhl springen, Rennen (nicht lachen oder weinen!!!)) auch bei kindern nicht aussetzen muss...

Was tun?

Vielen Dank und beste Grüsse aus hamburg
12.07.2005 | 19:40

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre Frage. Diese beantworte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen.

Die hierzu ergangene Rechtsprechung ist uferlos, so dass Sie natürlich für einen Betrag von 15 Euro keine vollständige Rechtsprechungsübersicht erwarten können. Aber Sie wollten ja auch nur einen Überblick bekommen.

Generell ist davon auszugehen, dass die Mieter in einem größeren Haus Lärmeinwirkungen hinnehmen müssen, wie sie in einem Haus mit mehreren Mietparteien unvermeidbar sind. Das gilt insbesondere für üblichen Kinderlärm (OLG Düsseldorf WuM 1997, 221 = ZMR 1997, 181; LG Heidelberg WuM 1997, 38; AG Starnberg WuM 92, 471; AG Kassel WuM 91, 558; AG Dortmund DWW 1990, 55; AG Hannover WuM 1987, 218.).


Was die Frage der Ruhezeiten angeht, gilt folgendes: Nur wenn dies auf Grund des Verständnisses der Kinder zumutbar ist, kann das Lärmen von Kindern zu den allgemeinen Ruhezeiten untersagt werden. Bei erwachsenen Kindern kann sich der Mieter nicht darauf berufen, er könne sich ihnen gegenüber nicht durchsetzen.

Mein Vorschlag deshalb: Bevor Sie an eine Unterlassungsklage denken, reden Sie doch mal mit Ihren neuen Nachbarn. Vielleicht ist diesen das Problem in dem ganzen Umfang nicht bewusst? Zeigen Sie den Eltern das Lärmprotokoll. Bitten Sie sie höflich, ihre Rotzgören (nein, natürlich: ihre lieben süßen kleinen Kinder!) zur Ruhe und Rücksicht anzuhalten.

Sollte das nichts bringen, so können Sie natürlich auch an den Vermieter herantreten. Insbesondere, wenn Sie die Wohnung extra wegen der ruhigen Lage ausgesucht hatten.
Denn der Vermieter hat natürlich eine gewisse Schutz- und Obhutspflicht gegenüber den übrigen Miteren (LG Berlin, WuM 1999, 329; AG Schöneberg, MM 1995, 397). Drohen Sie die Mietminderung um 10 % an.
Diese Lösung halte ich aber nicht für zielführend, denn Sie wollen ja nicht Geld sparen, sondern Ihre Ruhe haben.

Mit freundlichen Grüßen
RA Fabian Sachse


Nachfrage vom Fragesteller 12.07.2005 | 19:46

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Das ein Kind schreit usw. ist ja klar. Aber das es rennt und poltert das die Decke wackelt kann hoffentlich nicht am Verständnis deskindesliegen. Das muss man doch auch so (falls die Eltern sich querstellen) unterbinden können... aufdem Hofspielen :-) Ab welchem Alter "rallt" das ein Kind denn ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.07.2005 | 20:03

Sehr geehrter Fragesteller,

vorliegend gibt es keine festen Altersgrenzen, ab denen ein Kind zwingend die notwendige Einsichtsfähigkeit besitzt, sich ruhig zu verhalten. Freilich kann in der Regel von einem 13 Jährigen mehr Rücksicht verlangt werden, als von einem 6 Jährigen.Jedoch ist letztlich der Entwicklungsstand des Kindes maßgebend. Alles andere ist eine Frage des Einzelfalls. Die Grenzen sind fließend. Im Streitfalle wären diese Frage gutachterlich zu klären.

Fest steht, dass dem bei Kindern zweifelfrei vermehrt bestehenden Bewegungsdrang Rechnung zu tragen ist, da dieser eine gesunde Entwicklung der Kinder ermöglicht. Dies muss auch im Mietrecht berücksichtigt werden.

Die Wahrung der Nachtruhe und der sonst garantierten Ruhezeiten muss freilich gewährleistet sein. Die Erziehungsberechtigten Mieter haben gegenüber dem Vermieter insbesondere vertraglich für die Einhaltung der Hausordnung einzustehe und damit dafür, dass die Belästigung nicht über das zulässige Maß hinaus geht. Ihr Ansprechpartner bleibt aber der Vermieter als Ihr Vertragspartner, der seinerseits gegenüber der Familie für Abhilfe sorgen muss.

ANTWORT VON

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