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Ladendiebstahl/Raub

03.01.2007 18:51 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin vor ca. 1 1/2 Monaten dabei erwischt worden, wie ich mir im Saturn 2 PSP im Wert von 2 x 250 € in die Tasche gesteckt habe. Als die Kaufhausdetektive mich stellen wollten, habe ich mich gewehrt, weil ich unheimliche Panik bekam.Dummerweise hatte ich auch noch ein Küchenmesser in der Tasche, um die Sicherheitsetiketten zu lösen.

Als man mich dann ins Büro geführt hatte, nahm man meine Personalien auf und erteilte mir ein lebenslanges Hausverbot.Des Weiteren sagten sie, sie glaubten, dass ich zu meinem Messer greifen wollte, als sie mich festnahmen. Nachdem die Polizei eintraf, teilten sie mir mit, dass ich durch meine Widerstand, meine Tat in einen Raub umgwandelt hätte und, dass darauf die Mindeststrafe von einem Jahr stünde.
Sie fuhren mich dann im Polizeiauto und Handschellen nach Hause.

Seit diesem Tag denke ich nur noch an meine Tat und and die darauf folgenden Momente. Ich habe unheimlich Angst, dass ich ins Gegängnis muss. Als ich vor einem Monat bei der Polizei war, habe ich ausgesagt und wiederrum alles zugegeben, habe allerdings gesagt, dass ich mich nicht wehren wollte, sondern nur die Tasche zu boden werfen wollte, um dann wegzulaufen, weil ich mir daraus erhoffte, mich wieder zu einem Ladendieb zu "degradieren". Außerdem habe ich natürlich den Vorwurf mit dem Messer abgestritten. Ich würde niemals jemandem etwas tun. Ich bin nicht vorbestraft und hatte auch noch nichts mit der Polizei zu tun, bin 20 und Student. Ich habe unglaubliche Angst, dass ich meinen Studienplatz verlieren könnte, weil ich ins Gefängnis muss. Habe das getan, weil ich einfach Geld brauchte.

Ich habe eine Strafe verdient, nur hoffe ich, dass von einer Haftstrafe abgesehen wird.

Nun zu meinen Fragen:

Welcher Schritt folgt auf meine Aussage bei der Polizei?
Wann und welche Art von Post bekomme ich?
Ich habe gehört, dass man ein Verfahren gegen eine Geldbuße einstellen lassen kann. An wen muss ich mich mit diesem Anliegen wenden und mit welchem Betrag müsste ich rechnen?
Was sind die Optionen neben einer Haftstafe?
Der Sachbearbeiter bei der Polizei sagte, es könnte sein, dass sich das ganze ohne eine Gerichtsverhandlung abwickeln ließe. Wie wahrscheinlich ist das und wie läuft das dann ab?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage. Ich hoffe, zu einer schnellen Klärung Ihres Falles beitragen zu können. Zur Lösung:

Leider kann ich Ihnen bezüglich einer Einstellung nach § 153 StPO: Absehen von der Verfolgung bei Geringfügigkeit , § 153a StPO: Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen wegen Geringfügigkeit oder unter Auflage, die der Polizist gemeint haben muss, leider nicht viel Mut machen. Dies setzt nämlich voraus, dass ein Vergehen vorliegt. Ausweislich Ihrer Tatbeschreibung liegt hier aber entweder ein schwerer räuberischer Diebstahl oder ein schwerer Raub vor. Bei beiden Delikten handelt es sich aber nicht mehr um Vergehen, sodass dieser Weg (auch ggf. über den hier anwendbaren § 45 JugendgerichtsG ) versperrt ist.

Aufgrund Ihrer Einlassungen wird die Staatsanwaltschaft nunmehr Anklage erheben. Welche genauen Vorwürfe hierbei verwertet werden, kann ohne Akteneinsicht leider nicht gesagt werden. Aber eine Einstellung gegen Geldbuße kommt aufgrund der Schwere der Tat nicht in Betracht!

Allerdings ist für Sie halbwegs günstig, dass Sie noch Heranwachsender sind und demnach (je nach Einschätzung des Anwalts, der Ankläger, der Jugendgerichtshilfe sowie des Gerichts) möglicherweise noch Jugendstrafrecht anwendbar ist. Sollte dies der Fall sein, werden Sie gegebenenfalls um eine Gefängnisstrafe (Jugendstrafe) umhin kommen.

Je nach Tatschwere wird hier beispielsweise die Ableistung erheblicher Arbeitsstunden als Zuchtmittel in Betracht kommen. Allerdings wäre bei ungünstigem Tatverlauf und entsprechenden Tatvorwurf leider durchaus Schlimmeres denkbar. Schließlich verschlimmert nämlich das Beisichführen des Messers sowie der „Angriff“ gegen den Detektiven den Vorwurf möglicherweise erheblich! Nur so lässt sich sog. „Waffengleichheit“ mit dem Staat erreichen.

Vielleicht sollten Sie einmal in Ruhe darüber mit einem Freund oder den Eltern sprechen. Es ist äußerst riskant und auch für den Ausgang des Verfahrens ungünstig, wenn Sie sich als juristischer Laie selbst zur Sache eingelassen haben. Es wäre aber noch ungünstiger, wenn Sie dies durch weitere unbesprochene Äußerungen vertiefen würden.

Die Darstellung des Polizisten sind leider gänzlich unwahrscheinlich. Bei günstigem Verlauf und entsprechender Verteidigung (und Argumentation für Sie) kann eine Ableistung von möglichst wenig Arbeitsstunden angestrebt werden. Dies ließe sich auch mit Ihrem Studium vereinen. Allerdings müsste vorab die Akte geprüft werden. Je nach kleinen Nuancen im Tatverlauf können aber ganz unterschiedliche Vorwürfe und Strafen heraus kommen (vor allem wegen der Komponente Messer). Bitte beachten Sie dies abschließend!

Aus aktuellem Anlass weise ich darauf höflichst hin, dass eine Nichtzahlung des Honorars bei strafrechtlichen Fragen immer wieder vorkommt. Ich gehe nicht davon aus, dass Sie zu den unredlichen Fragestellern gehören, die dadurch eine weitere Strafanzeige provozieren und ihre Situation noch verschlimmern!
Für Rückfragen stehe ich natürlich im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit gerne zur Verfügung. Ist eine weitere, dringend zu empfehlende Vertretung gewünscht, kontaktieren Sie mich einfach über die untenstehende E-Mail!


Mit freundlichen Grüßen
RA Hellmann


Burgwedel 2006
mail(at)<image> </image>anwaltskanzlei-hellmann.de


Die vorstehende summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Gerade geringfügige Modifikationen des Sachverhalts können völlig abweichende rechtliche Ergebnisse bedingen! Außerdem wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick geboten. Außerdem ist der Umfang der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars. Daher kann diese Beratung das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen. Bitte beachten Sie dies!

Rückfrage vom Fragesteller 05.01.2007 | 15:57

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Leider kommt eine Vertretung durch Sie nicht in Frage, da ich im Raum Köln wohne. Ich würde allerdings noch gerne wissen, welche anderen Strafe anwendbar wären? Sind Sozialstunden höher anzusiedeln als eine Geldstrafe oder Tagessätze? Sollte das Erwachsenenstrafrecht auf mich angewandt werden, gibt es dort anderen Möglichkeiten außer Gefängnis?



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.01.2007 | 16:10

Danke für Ihre Nachfrage, die ich gerne beantworten möchte. Grds. ist, mit Ausnahme der Fahrtkosten, die natürlich geregelt werden müsste, auch von der Ferne eine Vertretung möglich ,da wesentliche Schritte per Akte laufen (Ausnahme: Hauptverhandlung). Natürlich können und sollten Sie eine Vertretung erwägen – auch mit einem Kollegen vor Ort, ich kann da sicher auch eine Empfehlung im Kölner Raum aussprechen.

Im Erwachsenenstrafrecht ist, so ist mein natürlich nicht abschließender Eindruck, dass es dann auf eine Geldstrafe hinausliefe (wenn der Sachverhalt sich wie von Ihnen geschildert darstellt). Eine Gefängnisstrafe halte ich nicht für wahrscheinlich. Aber seriös kann ich dies ohne Akte nur vermuten. Im Jugendstrafrecht wird es im Zweifel ohnehin auf “Sozialstunden“ hinauslaufen (in Form der Arbeitsleistungen). Dabei werden erhebliche Stunden auf Sie zukommen (vorbehaltlich der Akte), allerdings wird eine Verträglichkeit für Studium gewährleistet sein. Schließlich soll das Zuchtmittel im Jugendstrafrecht gerade nicht Zukunftsperspektiven rauben. Im Übrigen wird eine Exmatrikulation nach bisherigem Kenntnisstand auf keinen Fall erfolgen. Das mag sie einstweilen beruhigen.

Schönes Wochenende,

Hochachtungsvoll

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