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Ladendiebstahl zum wiederholten Male und Bulimie

| 13.02.2008 18:34 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


11:22
Hallo.
Ich habe ein riesengroßes Problem, das mir den Schlaf raubt und mit dem ich nicht mehr alleine fertig werde.
Ich wurde innerhalb der letzten sechs Monate insgesamt 5 mal beim Ladendiebstahl erwischt. Jedesmal Strafanzeige.
Was passiert voraussichtlich, wenn man (22 Jahre alt) innerhalb von 6 Monaten 5 Ladendiebstahlsanzeigen bekommt und drei davon mit zusätzlicher Anzeige wegen Hausfriedensbruch (weil man in den Läden inzwischen ja schon Hausverbot bekommen hatte)?
Muss ich mit Freiheitsstrafe rechnen?
Früher, im Jugendalter und so weiter, gab es auch schon einige Vorfälle von Ladendiebstahl - ist aber nie was passiert (Verfahren wohl immer eingestellt worden (keine genauen Erinnerungen mehr), zur Anzeige bei der Polizei kam es aber auf jeden Fall damals.).
Vier der insgesamt fünf Ladendiebstahlanzeigen in den letzten sechs Monaten, von denen ich jetzt hier spreche, sind alle noch in Bearbeitung. Nur das erste Verfahren (von den fünf genannten) wurde eingestellt, von den anderen ist bislang noch nichts zu hören gewesen. Naja und dann kommen halt bei dreien noch Hausfriedensbruchanzeigen hinzu.
Ich weiß, das ist eine dumme Anfrage jetzt und klingt vielleicht auch ein bisschen verwirrend, aber ich bitte um Hilfe!!
Was ist, wenn man möglicherweise unter Kleptomanie leidet, das ist schließlich eine psychische Krankheit? Wer kann sowas nachweisen und kann man auf Milderung der Strafe hoffen?
Kann es passieren, dass die Polizei unangekündigt eine Wohnungsdurchsuchung startet?
Ich hatte letzte Woche einen Therapietermin (Therapie mache ich wegen Essstörungen schon ein dreiviertel Jahr, die Therapie bringt aber irgendwie nicht viel, weshalb ich mich nebenbei um eine neue Therapeutin kümmere und ebenfalls einen stationären Klinikaufenthalt angeleiert habe), indem ich endlich, endlich alles erzählt hab (dass ich mich zwischen Weihnachten umzubringen versucht habe - unter anderem aus Angst vor dem, was jetzt durch die Diebstähle auf mich zukommt, die Diebstahlgeschichte(n),...) und nachdem ich hoffe, dass es jetzt doch wieder endlich bergauf geht mit mir. Meine Therapeutin meinte, sie könne mir ein psychiatrisches Schreiben für die Polizei/das Gericht(?) erstellen, mit dem sie bescheinigt, dass ich unter Bulimie und Depressionen leide und die Diebstähle ein Symptom meiner Krankheiten ist, um mir zur Chance auf eine milderere Strafe zu verhelfen.
Was meinen Sie dazu? Kann mir so ein therapeutisches Schreiben helfen (sie ist systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin mit Schwerpunkt Ess-Störungen - also keine wirkliche Psychologin)? Sollte ich mir zusätzlich noch einen Anwalt suchen (wo? wie?)?
Und was glauben Sie, wie lange es noch dauert bis ich endlich einen Brief von der Polizei erhalte (von vier der fünf genannten Vorfälle hab ich ja noch nichts weiter gehört von der Polizei)?
Kommt es mit diesen vielen Einzelgeschichten dann zu einer großen Riesenverhandlung vor Gericht oder muss jeder einzelne Vorfall einzeln bearbeitet und (gerichtlich?) verhandelt werden?
Ich weiß, dass das kein Spaß mehr ist und habe super große Angst.
Kann ich überhaupt noch in die Klinik gehen (der Antritt ist für innerhalb der nächsten Monate geplant) oder darf ich das gar nicht, wenn noch eine Anzeige für mich aussteht?
Meinen sie, ich habe mit Freiheitsstrafe zu rechnen? Oder mit einer hohen Geldstrafe (ich bin 22, Schülerin, in einer zweier-WG lebend und erhalte Unterhalt meiner Eltern sowie Bafög)?

WAS SOLL ICH NUR TUN?? Ich kann so nicht mehr leben!!!!!!! ich will sowieso nicht mehr leben.
Muss ich damit rechnen, dass jederzeit die Polizei vor der Tür stehen kann, um unangekündigt eine Hausdurchsuchung bei mir durchzuführen?
Und werden die sich die Videos, die im Laden aufgenommen wurden, nochmal anschauen bei der Polizei? Werden auch die Ladenkassierer und Detektive zur Gerichtsverhandlung als Zeugen vorgeladen?
Und meine (schulische) Ausbildung kann ich vermutlich auch knicken mit so´ner Karriere? Zu allem Übel hatte ich auch noch eigentlich immer vor, nach der Ausbildung auf Grundschullehramt zu studieren.
Ich bin am Ende.
Ich hoffe, Sie können mir einen Rat geben, wie ich nun am besten vorzugehen habe. Ich weiß nicht, wie ich das wieder gut machen kann/soll.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

13.02.2008 | 19:13

Antwort

von


(67)
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: http://www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Fragen beantworte ich Ihnen gerne wie folgt:

Zu aller erst möchte ich Sie einmal beruhigen. Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung werden Sie nicht ins Gefängnis müssen. Im Falle einer Verurteilung müssen Sie mit einer Geldstrafe rechnen, möglich wenn auch eher unwahrscheinlich ist auch eine (kurze) Freiheitsstrafe ZUR BEWÄHRUNG.

Ich rate Ihnen dennoch ganz dringend, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Sinnvollerweise kann dies erst erfolgen, wenn Sie wegen der Diebstähle/Hausfriedensbrüche Nachricht von der Polizei erhalten.

Meine Empfehlung: Momentan können Sie nichts weiter tun, als abwarten. Sie werden mit Sicherheit von der Polizei in der nächsten Zeit wegen jedes einzelnen Diebstahls einen sog. Belehrungsbogen zugesendet bekommen. Darin werden Sie aufgefordert, zu der Tat Stellung zu nehmen. Die andere Möglichkeit ist, dass Sie von der Polizei vorgeladen werden, um eine Aussage als Beschuldigte zu machen.

In beiden Fällen sind Sie zu schriftlichen Angaben oder zu einem Erscheinen zur polizeilichen Vernehmung NICHT verpflichtet und sollten dies auch keinesfalls tun. Dies wird keine negativen Konsequenzen haben (im Gegenteil!).

Gehen Sie dann sofort mit diesem Schreiben zu einem Anwalt. Der Anwalt wird dann der Polizei schriftlich mitteilen, dass Sie zunächst von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. Er wird dann Akteneinsicht beantragen. Wenn er Akteneinsicht erhält, wird er den Inhalt der Akte mit Ihnen besprechen und eine Verteidigungsstrategie erarbeiten. Wahrscheinlich ist es dann sinnvoll, die Tat(en) zuzugeben.

Eine Einstellung der weiteren Verfahren ist kaum zu erwarten. Es ist aber gut möglich, dass eine öffentliche Hauptverhandlung mit Hilfe des Verteidigers vermieden werden kann und ein sogenannter Strafbefehl erlassen wird. Darin wird eine Geldstrafe festgesetzt werden. Mit Hilfe eines Anwalts sollte dann versucht werden, dass diese so gering wie möglich ausfällt. insbesondere sollte versucht werden, dass ein Eintrag in Ihr Führungszeugnis unterbleibt.

Es ist zu erwarten, dass alle Diebstähle / Hausfriedensbrüche gemeinsam abgeurteilt werden.

Wenn Sie zwischenzeitlich in eine Klinik gehen, sollten Sie mittels Nachsendeauftrag sicherstellen, dass Sie die Post von der Politzei auch erhalten. Alternativ können Sie jemanden mit der Kontrolle des Briefkastens beauftragen.

Das Schreiben der Therapeutin ist mit Sicherheit positiv für Sie.

Eine Hausdurchsuchung ist in Ihrem Fall theoretisch möglich, aber sehr unwahrscheinlich.

Mein abschließender Rat. Suchen Sie einen Anwalt vor Ort auf, wenn Sie ein Schreiben der Polizei erhalten. Wenn Sie möchten, stehe ich Ihnen auch gerne für Ihre Verteidigung zur Verfügung.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und Ihnen insbesondere etwas die Angst nehmen konnte. Sie können gerne noch eine kostenlose Nachfrage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin

E-Mail: kontakt@kanzlei-cziersky.de
www.kanzlei-cziersky.de


Rückfrage vom Fragesteller 19.02.2008 | 00:36


Nachricht: Haben Sie herzlichen Dank für Ihre so rasche Antwort. Nun habe ich zwischenzeitlich bereits ein Schreiben mit einem Anhörungsbogen von der Polizei erhalten, in dem ich dazu aufgefordert werde, bis in spätestens acht Monaten zum Tatgeschehen Stellung zu nehmen. Wenn ich jetzt einen Rechtsanwalt aufsuche, hab ich bis jetzt ja nur zu einem Fall (von insgesamt noch vier zu erwartenden) einen Anhörungsbogen bekommen. Und wenn der Rechtsanwalt dann Akteneinsicht nimmt, dann steht da ja sicher in der Akte auch nur zu den zwei Anzeigen was, obwohl ich ich ja noch mehr Anzeigen erwarte (bei einem Diebstahl bin ich mir nicht ganz sicher, ob es nun zur Anzeige gekommen ist oder nicht, aber ich gehe wirklich mal stark davon aus). Wenn die Anzeigen so lange auf sich warten lassen, eh sie zu mir ins Haus flattern, dann muss ich womöglich noch damit rechnen, dass die vielen Taten, die ich begangen habe, nicht zusammen in einem Bündel, sondern alle einzeln verhandelt werden? Dann müsste ich mir für jede einzelne Anzeige einen neuen Anwalt nehmen und habe hinterher einen riesen großen Berg an Anwaltskosten (ich weiß noch gar nicht, wie ich mir das alles leisten soll - habe als Schülerin ja noch kein eigenes Einkommen... Haben Sie vielleicht ungefähr ´ne Vorstellung davon, was da an Kosten auf mich zukäme?), den man vielleicht hätte umgehen können, wenn gleich alles zusammen in einem Abwasch bearbeitet worden wär? Was kostet denn so im Schnitt eine Erstberatung?? In Ihrer Antwort schrieben Sie: "Sie werden mit Sicherheit von der Polizei in der nächsten Zeit wegen jedes einzelnen Diebstahls einen sog. Belehrungsbogen zugesendet bekommen. Darin werden Sie aufgefordert, zu der Tat Stellung zu nehmen. Die andere Möglichkeit ist, dass Sie von der Polizei vorgeladen werden, um eine Aussage als Beschuldigte zu machen.In beiden Fällen sind Sie zu schriftlichen Angaben oder zu einem Erscheinen zur polizeilichen Vernehmung NICHT verpflichtet und sollten dies auch keinesfalls tun. Dies wird keine negativen Konsequenzen haben (im Gegenteil!)." -> Warum meinen Sie, sollte ich mich keinesfalls zur Tat äußern? Womöglich um nachträglich noch alles abstreiten zu können?? (Das ginge ja schon allein deswegen nicht, weil ich die Anzeigenerstattung beim Ladendetektiv jeweils bereits unterschrieben hab.) Meinen Sie, dass sich zur Bearbeitung meiner Fälle auch die Videos (meine Diebstähle sind in allen Läden per Videoüberwachung aufgezeichnet worden)? danke schon mal.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.02.2008 | 11:22

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Sind Sie sicher, dass die Frist zur Stellungnahme 8 Monate beträgt? Das wäre eine sehr sehr lange Frist! Sie müssen nach Ihrer Schilderung keine Sorgen haben, dass alle Diebstähle Verfahren getrennt verhandelt werden und Sie sich deshalb jedesmal einen Anwalt nehmen müssen. Wenn jetzt schon Anzeigen gegen Sie bei der Staatsanwaltschaft oder der Polizei vorliegen, dann kann dies die Staatsanwaltschaft vor der abschließenden Entscheidung (Anklageerhebung, Strafbefehl, Einstellung?) einsehen und wird deshalb wahrscheinlich abwarten, bis auch diesbezüglich die Ermittlungen zu Ende sind, um dann alle Diebstähle zusammen zu verhandeln. Selbst wenn dies nicht geschieht, können die übrigen Diebstähle aufgrund einer Verurteilung wegen eines Diebstahls eingestellt werden.

Schweigen sollten Sie nicht, um hinterher alles bestreiten zu können. Es ist aber nicht sinnvoll, vor Akteneinsicht etwas zum Tatvorwurf zu sagen. Erst wenn Sie den GENAUEN Vorwurf mit allen Einzelheiten kennen, sollten Sie eine Stellungnahme abgeben.

Sie sollten jetzt einen Anwalt aufsuchen und Akteneinsicht in das erste Verfahren beantragen. Der Anwalt wird dann alles notwendige veranlassen. Wenn Sie wissen möchten, welche Kosten auf Sie zukommen können oder meine Hilfe in Anspruch nehmen wollen, können Sie mir gerne mit mir Kontakt aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin

Tel.: 030 / 397 492 57
Fax: 030 / 397 492 79

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