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Ladendiebstahl - zu erwartende Folgen

06.04.2021 07:54 |
Preis: 47,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

In Strafverfahren ist das Dilemma zwischen Geständnis oder dem Risiko einer höheren Strafe wegen Verärgerung des Gerichts nur schwierig aufzulösen.
Aber es gibt auch Fälle, in denen das Geständnis mit der Drohung exorbitanter Strafen geradezu abgepresst wird.

Das bereut man dann regelmäßig

Person A wurde in einem Supermarkt beim Ladendiebstahl von Waren im Gesamtwert von ca. 80-90 EUR erwischt. Durch das Sicherheitspersonal wurden die Personalien aufgenommen, es wurde ein Dokument mit Schuldeingeständnis unterschrieben sowie ein Hausverbot ausgesprochen.

Bei der Befragung wurden weitere Waren (Bücher) aus einem am selben Tag zuvor besuchten Geschäft im Wert von ca. 90 EUR gefunden, für die kein Kaufbeleg vorgewiesen werden konnte. Nach Rückfrage in diesem Geschäft konnte in der Kasse kein Systemnachweis über einen Kauf festgestellt werden. Daher wurde die Polizei hinzugezogen, die vor Ort im Supermarkt den Sachverhalt aufgenommen hat. Vor Ort wurden die Eigentumsverhältnisse an den Büchern nicht abschließend geklärt.

Person A ist 42 Jahre alt, hat keinerlei Vorstrafen oder Einträge, ist Ersttäter, einsichtig und geständig. Die gesamten Waren sind im Supermarkt verblieben bzw. wurden im Fall der Bücher der Polizei übergeben. Es wurden keine Sicherheitsetiketten oder ein ähnlicher Diebstahlschutz entfernt. Die Waren waren für den persönlichen Gebrauch vorgesehen.

Mit welchen Folgen hat Person A nun zu rechnen: werden 2 Strafanzeigen gestellt oder nur eine, da der Sachverhalt im Supermarkt vor Ort geklärt wurde? Wäre es sinnvoll, den Diebstahl der Bücher aus dem 1. Geschäft (die im Supermarkt aufgefallen sind) innerhalb der polizeilichen Ermittlungen direkt einzuräumen? Ist im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen mit einer Hausdurchsuchung zu rechnen oder ist das in so einem Fall eher untypisch?

Wäre es sinnvoll, wenn A einen auf Strafrecht spezialisierten Anwalt beauftragt? Gibt es einen Anhaltspunkt, wie hoch die Anwaltskosten in etwa sein würden?

Von welcher Strafe ist hier üblicherweise auszugehen? Wie realistisch wären eine Einstellung gegen Auflagen (welche Höhe würde die hiermit verbundenen Zahlungen dann typischerweise haben?) oder ein Strafbefehl über eine Geldstrafe (mit wievielen Tagessätzen wäre dann typischerweise zu rechnen)? Könnte ein Anwalt eher eine Einstellung gegen Auflagen erwirken?

Welche Maßnahmen können getroffen werden, die sich strafmildernd auswirken?

Kann ein Verfahren mit Hauptverhandlung vermieden werden? Wird das gesamte Verfahren schriftlich abgewickelt?

06.04.2021 | 09:51

Antwort

von


(205)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Ladendiebstahl von Waren im Gesamtwert von ca. 80-90€ ist kein Diebstahl geringwertiger Sachen mehr, bei dem die Straf-Verfolgung von einem Strafantrag abhängig ist.

Das von Sicherheitspersonal erwirkte Schuldeingeständnis ist nur ein Indiz, das Hausverbot müssen Sie beachten, soweit es zeitlich nicht befristet war, sehr lange.

Die weitere Waren (Bücher) aus einem anderen Geschäft im Wert von ca. 90€ ist nur für die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft relevant, die das als 2. Tat behandeln werden

Es wäre gut, wenn Sie nachträglich die Eigentumsverhältnisse an den Büchern noch klären könnten. Dann bekommen Sie die Bücher von der Polizei zurück.

Das Alter von 42 Jahren und der Zweck der Beschaffung sind nicht relevant, ohne Vorstrafen oder Einträgen im BZR können Ersttäter, die einsichtig und geständig sind, mit einer milden Strafe rechnen.

Wenn A die Besitz- od. Eigentumsrechte an den Büchern nicht klären kann, werden 2 Strafanzeigen gestellt werden.

Dabei wäre es sinnvoll, den Diebstahl der Bücher aus dem 1. Geschäft innerhalb der polizeilichen Ermittlungen direkt einzuräumen, weil sich Geständnisse immer strafmildernd auswirken. Aber dann sind es natürlich auch 2 Taten.

Mit einer Hausdurchsuchung ist zwar nicht zu rechnen, das wäre tatsächlich eher untypisch, es ist aber nicht auszuschließen. SOLLTE A noch andere Waren ungeklärter Herkunft haben und diese anhand der Etiketten bestimmten Geschäften zugeordnet werden können, ist mit einer Beschlagnahme und weiteren Ermittlungen zu rechnen.

Es ist zumindest im Hinblick auf die Akteneinsicht sinnvoll, das A einen Anwalt beauftragt.

Die Anwaltskosten betragen etwa 650€.

Als Strafe ist üblicherweise von 40-80 Tagessätzen auszugehen. Mit einer Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen können Sie nicht rechnen, eher mit einem Strafbefehl und Geldstrafe.

Die Höher der Tagessätze wird oft geschätzt, 1/30 Nettoeinkommen.

Ein Anwalt wird eher eine Einstellung gegen Auflagen erwirken können, SIE nicht (oder A als Einzeltäter).

Aber eine Garantie gibt es nicht.

Als strafmildernde Maßnahme sehe ich derzeit nur das Geständnis, in Bezug auf den Supermarkt sowieso. Es kommt aber auch sehr auf die Motive und persönliche Situation usw. an.

Ein Verfahren mit Hauptverhandlung kann bei Akzeptanz eines Strafbefehls vermieden werden bzw. bei einer Beschränkung auf das Strafmaß.
Das geht aber auch nur bei einem Geständnis bezüglich der Bücher bzw. einer Klärung dieses Aspekts.

Dann wird das gesamte Verfahren schriftlich abgewickelt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

ANTWORT VON

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