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Ladendiebstahl - wie soll ich die Tat im Anhörungsbogen schildern?


11.03.2007 11:02 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 10.03.2007 habe das erste mal Ladendiebstahl begangen und wurde sofort gestellt. Ich wollte bei H&M eine Mädchenbluse (gr. 80) zu 9,95 € entwenden. Ich habe das Etikett entfernt und es in den Fusssack des Kinderwagens geschoben und wollte dann aus dem Laqden raus, als ich von dem Detektiv gestellt worden bin. Er bat mich höfflich, mich auszuweisen. Ich habe beteuert, dass ich keinen Ausweis dabei habe. Dann drohte er mir mt der Polizei. Daraufhin habe ich versucht wegzurennen, was zwecklos war. Der Detektiv bat mich, ins Büro zu kommen. Das habe ich auch getan.

Auf jeden Fall war es mir furchtbar peinlich, die Tat zuzugeben. So habe ich er im Büro gesagt, dass es ein Missverständnis war: ich gab an, dass es aus Versehen passiert ist. Aber mir wurde nicht geglaubt, da vermutlich mein Handeln von der Kasse aus gesehen worden war. Dann wurde ich erneut gebeten, mich auszuweisen. Was ich nicht genmacht haben. Alle Versuche meinerseits es auf dem friedlicheren Weg zu schlichten, waren fehlgeschlagen. Es war wohl, weil ich die Tat nicht sofot gestanden habe. Es wurde die Polizei bestellt, so dass biszulezt eine Anzeige gegen mich erstattet wurde - aus dem Gleichstellungprinzip heraus, wie man mir versicherte. Die "Fangprämie" habe ich nicht zahlen müssen, aber wohl habe ich eine Strafe zu erwarten.

Ich weiß nicht, was mich geritten hat!! Dabei hätte ich es gar nicht nötig gehabt. Aber im Laden war es voll- an der Kasse gab es eine Schlange. Und meine Tochter ist plötzlich in einem hysterischen Schreien ausgebrochen. Ich kriege dann immer Panik und denke nicht mehr, was ich mache. Außerdem schiehn es mir in dem Moment der Preis für das kleine T-Shirt überzogen zu sein. Wohl auch die zurzeit knappe Haushaltskasse hat mich dazu bewogen.
Ich schäme mich nun in den Grund und Boden und bereue es von Herzen! Ich habe sogar mein inneren Frieden eingebüßt. Wenn ich es nur Rückgängig machen könnte, würde ich an Ort und Stelle meine Tat zugeben! Es tut mir aufrichtig leid.
Nun habe ich, wie mir erklärt wurde, ein Anhörungsbogen zu erwarten.
Meine Fragen sind: soll ich die Tat nun darin gestehen, oder es bei meiner ersten Version (ein Missverständnis) belassen? Muss ich bereits einen Anwalt einschalten? Macht es noch Sinn, wenn ich versuche, schriftlich mich bei der Geschäftsleitung zu entschuldigen, die Tat gestehen und um das Zurückziehen der Anzeige bieten? Und falls es zum Gericht kommen sollte - wäre ich dann mit einem Kostenfreistellungsantrag und kostenlosen Berautngsschein bedient?
MfG

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich Sie beruhigen.

Wenn es sich bei dem Diebstahl bei der Firma H&M um Ihre erste Straftat handelte, bietet sich Ihr Fall für eine Einstellung nach § 153a StPO (wegen Geringfügigkeit) gegen Zahlung einer Geldauflage an. Es handelt sich dabei um ein "Entgegenkommen" der Strafverfolgungsbehörde, wenn es sich um Ersttäter handelt und letztlich durch die Entdeckung auch kein Schaden eingetreten ist. Dabei wird unterstellt -was aufgrund Ihrer Schilderung hier auch zutreffen dürfte- , dass allein die erstmalige Konfrontation mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren den ansonsten noch nie auffällig gewordenenen Täter so sehr beeindruckt, dass ein Urteil nicht zwingend notwendig ist, damit er sich zukünftig straffrei führt.

Im Regelfall wird diese Einstellung allerdings von der Zahlung eines Geldbetrages als Auflage abhängig gemacht.

Einen Anwalt sollten Sie zum jetzigen Zeitpunkt aus meiner Sicht daher nicht beauftragen, da dies im Moment nur unnötige Kosten verursachen würde. Den Anwalt müsten Sie selbst zahlen, da die Voraussetzunen für die Bestellung eines Pflichtverteidigers nach Ihrer Schilderung bei weitem nicht vorliegen.

Allerdings wird für eine Einstellung regelmäßig auch ein Eingeständnis der Schuld sowie erkennbare Reue erwartet. Bei der Missverständnis-Version sollten Sie es daher nicht belassen, zumal ich im Entfernen des Etiketts und verbergen im Fusssack des Minderwagens ehrlich gesagt auch kein Missverständnis erkennen kann.

Sie können die Geschäftsleitung natürlich bitten, die Anzeige zurückzunehmen, sollten aber nicht damit rechnen, dass dies auch geschieht. Denn selbstverständlich möchten die entsprechenden Unternehmen nicht den Eindruck erwecken, man brauche sich -wenn man denn beim Diebstahl ertappt wird- nur entschuldigen, um straffrei zu bleiben. Das würde bei bekantwerden eine Einladung zu Diebstählen darstellen, die die entsprechenden Unternehmen naturgemäß nicht aussprechen möchten.

Ich rate Ihnen daher, die Tat einzuräumen, Reue zu zeigen und darauf hinzuweisen,wie sehr die aktuelle Situation Sie belastet. Um Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage nach Maßgabe der Staatsanwaltschaft können Sie dabei gleich bitten.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2007 | 12:11

Wie hoch kann in meinem Fall die Geldauflage sein? Und soll ich im Anhörungsbogen den erlichen Tathergang schildern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2007 | 13:12

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Höhe er Geldauflage bestimmt sich auch nach der Höhe der Ihnen zur Verfügung stehenden Einnahmen, so dass ich hiezu aus der Ferne leider keine sichere Aussage zu treffen vermag. Bei grober Schätzung würde ich von 200-400 € ausgehen.

Schildern sollten Sie im Anhörungsbogen nicht zuviel. Je mehr Sie schreiben, je mehr laufen Sie auch Gefahr, mit einzelnen Passagen auf Unverständnis zu treffen. Beispiel "Außerdem schiehn es mir in dem Moment der Preis für das kleine T-Shirt überzogen zu sein"- das bedeutet nicht, dass der Diebstahl dadurch nachvollziehbar wird, denn wenn es zu teuer ist, hätten Sie das Shirt eben weglegen müssen. So würde jedenfalls die Staatsanwaltschaft argumentieren.

Wenn Sie die Tat schlicht zugeben und dann sofort dazu übergehen, Ihre derzeitige Lage zu schildern, dürfte Ihren Interessen bereits gedient sein.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

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