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Ladendiebstahl wenn man die Geschäftsräume noch nicht verlassen hat?


| 11.06.2005 12:17 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Ich war heut bei Schlecker und kaufte einen Artikel..den ich bezahlte..nahm mir dann noch 2 Schachteln Zigaretten und wollte um einen Mittelständer vorbei um mir auch noch einen Film für die Kamera zu holen.Als ich von der Kasse wegging um nach links zu gehen...(geradeaus war die Außentür lies mich der zuständige Dedektiv gar nicht zu den Filmen sondern bezichtigte mich sofort des Ladendiebstahls. Ich war aber noch in meinen Einkäufen..und hatte die Filiale überhaupt noch nicht verlassen. Er beschimpfte mich sofort mit Hausverbot und ich solle mich verpissen ich Ossi. So etwas ist mir noch nie in meinem Leben passiert.Ist es nicht erst ein Ladendiebstahl wenn ich die Filiale verlassen hätte? Und zum zweiten sagte er mir nicht seinen Namen sondern behandelte mich abwertent nach meiner Herkunft. Was kann ich tun?
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Sehr geehrte(r) Fragesteller(-in),

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Ihnen könnte Diebstahl, § 242 StGB, vorgeworfen werden, ich zitiere:

"(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar."

Der springende Punkt hierbei ist in der Tat, ob das Ansichnehmen der Zigaretten bereits ein, so verlangt die Rechtsprechung beim Tatbestandsmerkmal „Wegnahme“, Bruch fremden und Begründung neuen Gewahrsams ist. Der Bundesgerichtshof hat allerdings mehrfach entschieden, daß im Selbstbedienungsladen bereits das in die Tasche stecken der Ware „neues Gewahrsam“ begründet (BGHZ 16, 273; 17, 209; NJW 81, 997). Dies gilt auch im Fall der Beobachtung durch einen Detektiv oder das Personal sowie dem Passieren der Kasse ohne Bezahlung, sei es durch Verbergen der Ware im Einkaufswagen, sei es durch geschickte Verdeckung durch den Körper (BGHZ 41, 198). Es spricht daher einiges für einen Ladendiebstahl, auch wenn ich dies ohne Zeugenaussagen und die sonstigen Rahmenumstände „aus der Ferne“ nur grob beurteilen kann.

Die Äußerung „verpiß Dich, Du Ossi“ könnte als Beleidigung zu werten sein, § 185 StGB:

"Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Aber auch hier kommt es sehr auf die Rahmenumstände des Vorfalls an, zum Beispiel „ob ein Wort das andere ergeben hat“.

Ich würde erst einmal abwarten, ob sich Polizei oder Staatsanwaltschaft bei Ihnen melden.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de

Nachfrage vom Fragesteller 11.06.2005 | 12:48

Ich hatte ein HB Schachtel bezahlt...weil ich mein Kleingeld loswerden wollte. Und nahm mir eine andere die ich in der Hand hielt...nicht versteckte.Ich wollte mir nur noch etwas holen und hätte mich dann wieder an die Kasse gestellt.Und die Beschimpungen kamen als ich ihn nach den Namen fragte und er mir den nicht gab.Also nicht,s versteckt und trotz alledem Diebstahl?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2005 | 12:58

Das ist in der Tat ein Grenzfall. Lt. BayrOLG, NJW 97, 3326, ist das Gewahrsam noch beim Geschäftsinhaber, wenn der "Dieb" eine kleinere, leicht bewegliche Sache offen wegträgt. Ähnl. das OLG Köln, StrafV 89, 156, das aber von einer grundsätzlich nur im Einzelfall zu entscheidenden Frage ausgeht. Das meine ich im Ergebnis auch, ein Ja oder Nein ist nur auf Grundlage genauer Ortskenntnis, der Aussagen aller Beteiligten, evt. ähnlicher Vorstraftaten usw. möglich.

Sicher ist jedoch, daß nicht SIE den Nicht-Diebstahl, sondern die Staatsanwaltschaft und später ggfls. das Amtsgericht den Diebstahl nachweisen müssen!

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