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Ladendiebstahl - was passiert nun?

| 09.06.2013 16:29 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Es geht um die Rechtsfolgen eines Diebstahls.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am Wochenende den sicherlich größten Fehler meines Lebens begangen. Ich habe bei einer großen Kaufhauskette Waren im Wert von ca. 80 € gestohlen und wurde natürlich vom Detektiv am Ausgang abgefangen. Mal abgesehen von der unheimlich peinlichen Situation wird man sich in diesem Moment erst bewusst, was man da eigentlich getan hat (bin sozusagen "Ersttäter"). Ich bin also mit ihm in sein Büro gegangen, hab die Waren herausgegeben und mich tausend Mal entschuldigt. Er hat meine Personalien aufgenommen und 50 € (er nannte es „Vertragsstrafe") verlangt, die ich natürlich sofort bezahlt habe. Ich hab gefragt, was nun passiert und er meinte, dass nun Strafanzeige gestellt wird und damit das Ganze für die Ladenkette erledigt ist (also es den Laden nichts mehr angeht). Er meinte noch (nachdem er meine Daten in den PC eingegeben hatte), dass das „heut nicht mehr rausgeht", erst Anfang nächster Woche. Ich habe noch einen Zettel unterschrieben, auf dem ich die Tat eingestehe und auf dem auch das Hausverbot von einem Jahr drauf stand. Nun sitze ich hier und möchte am liebsten sterben!
Natürlich habe ich mich schon durch das Internet gewühlt und verschiedenste Fälle dazu gelesen. Ich weiß also ungefähr, wie der Ablauf sein wird.
Kurz zu meiner Person: Ich bin 33 Jahre alt und habe nochmal ein Studium begonnen, d.h. ich habe so gut wie kein Einkommen (Wohngeld, Darlehen).
Folgende Fragen möchte ich nun gern noch beantwortet wissen:

1. Wird die Anzeige automatisch (also per Programm über den PC) durch die Eingaben des Detektivs gestellt oder landet alles erstmal auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters des Geschäftes? (Wegen der Aussage oben „das geht heut nicht mehr raus".)

2. Wer erfährt alles davon? Es ist hier eine kleinere Stadt im Osten von Deutschland. Man kennt leider doch ein paar Leute. Mir geht es nicht um die Arbeitgeber-Frage, sondern ob der Detektiv eine Art Schweigepflicht hat oder ob er theoretisch allen erzählen kann, dass er Person XXX beim Diebstahl erwischt hat. Es würde mich auch interessieren, ob das Personal des Kaufhauses davon unterrichtet wird (und ob die eine Schweigepflicht haben). Ich trau mich überhaupt nicht mehr auf die Straße.

3. Ich habe darüber nachgedacht, einen Entschuldigungsbrief zu verfassen. Aber ich möchte natürlich auch nicht, dass ich damit das ganze Geschehen noch mehr aufwühle, denn ich habe Angst, dass dann der Brief durch die ganze Verwaltung geht (wie das eben so ist mit dem Papierkrieg) und dann erst recht mein Name bekannt wird. Bestünde denn überhaupt eine kleine Chance, dass durch einen Brief (vielleicht mit Vorschlag auf eine „Einigungszahlung") keine Strafanzeige gestellt wird? Oder würden Sie mir lieber raten, die Füße stillzuhalten?

4. Im Rahmen der Strafanzeige wird ja leider eine Akte über mich bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft angelegt. Wer kann theoretisch alles davon erfahren? Ich habe leider Polizisten und Anwälte im Bekanntenkreis… Stimmt es, dass die Daten (zumindest in meinem Fall) bei der Polizei nur im örtlichen System gespeichert werden? Oder könnte jeder Polizist von jeder Stadt aus nach meiner Person suchen und sofort diese Akte aufrufen? Oder gibt es da wenigstens einen eingeschränkten Personenkreis?

5. Kann man irgendwie die Löschung meiner Daten bzw. dieses Falles bei der Polizei und Staatsanwaltschaft nach Abschluss der ganzen Sache erwirken? Und wenn nicht, wie lange bleibt dies gespeichert?

6. Besteht die Möglichkeit, dass das Geschehen alles schriftlich abgewickelt wird, also dass ich nirgends erscheinen muss? Ich möchte am liebsten niemandem unter die Augen treten, weil es so unheimlich peinlich ist (auch wenn ich selbst schuld bin).

7. Wie würden Sie Ihrer Erfahrung nach die Höhe der Strafe einschätzen? Ich gehe davon aus, dass es zu einer Geldstrafe kommen wird. Ich habe durch Darlehen und Wohngeld ca. 850 € im Monat zur Verfügung, muss davon aber Miete, Kfz usw. bezahlen. Werden diese Ausgaben berücksichtigt?

8. Eine Frage hätte ich noch bezüglich der Überwachung des Geschäftes. Ich vermute, dass mich der Detektiv durch Videoüberwachung ertappt hat (obwohl ich nirgends Kameras gesehen hab). Anders kann ich es mir nicht erklären. Muss denn ein Geschäft darauf hinweisen, dass es videoüberwacht wird (nach Datenschutzgesetz oder so)? (Dann wäre zumindest die Hemmschwelle größer gewesen und man hätte so einen riesen Mist gar nicht erst verzapft).

Ich weiß, es ist nicht viel, was ich Ihnen zahlen kann. Aufgrund meiner finanziellen Situation hab ich ja auch erst diesen Mist verbockt.

Vielen Dank trotzdem im Voraus für Ihr Bemühen!
09.06.2013 | 19:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Fragen:

1. Wird die Anzeige automatisch (also per Programm über den PC) durch die Eingaben des Detektivs gestellt oder landet alles erstmal auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters des Geschäftes? (Wegen der Aussage oben „das geht heut nicht mehr raus".)

Eine Anzeige wird sicherlich nicht automatisch erstellt werden, da dies immer etwas Arbeit für die Kaufhäuser bedeutet und bei Ersttätern in der Regel auch darauf verzichtet wird.
Wenn es aber doch zur Anzeige käme, würde das Verfahren gegen Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch eingestellt werden, da Sie Ersttäter sind und auch die Tat zugegeben haben. Einen Eintrag in Ihr Führungszeugnis wird es nicht geben, selbst wenn Sie verurteilt würden, da die Strafe nicht mehr als 90 Tagessätze ausfallen würde.


2. Wer erfährt alles davon? Es ist hier eine kleinere Stadt im Osten von Deutschland. Man kennt leider doch ein paar Leute. Mir geht es nicht um die Arbeitgeber-Frage, sondern ob der Detektiv eine Art Schweigepflicht hat oder ob er theoretisch allen erzählen kann, dass er Person XXX beim Diebstahl erwischt hat. Es würde mich auch interessieren, ob das Personal des Kaufhauses davon unterrichtet wird (und ob die eine Schweigepflicht haben). Ich trau mich überhaupt nicht mehr auf die Straße.


Eine Schweigepflicht besteht auch hinsichtlich Ihrer persönlichen Daten, da es auch das Persönlichkeitsrecht gebietet, ohne staatliche Verurteilung eine Diebstahlsbehauptung zu unterlassen. Auch werden in aller Regel nicht die Mitarbeiter des Geschäftes davon unterrichtet, nur dann, wenn es sich um einen notorischen Täter mit Wiederholungsgefahr handelt.



3. Ich habe darüber nachgedacht, einen Entschuldigungsbrief zu verfassen. Aber ich möchte natürlich auch nicht, dass ich damit das ganze Geschehen noch mehr aufwühle, denn ich habe Angst, dass dann der Brief durch die ganze Verwaltung geht (wie das eben so ist mit dem Papierkrieg) und dann erst recht mein Name bekannt wird. Bestünde denn überhaupt eine kleine Chance, dass durch einen Brief (vielleicht mit Vorschlag auf eine „Einigungszahlung") keine Strafanzeige gestellt wird? Oder würden Sie mir lieber raten, die Füße stillzuhalten?


Ich würde Ihnen empfehlen, dies wenn nur telefonisch zu machen, da Sie dann auch eine schnelle Antwort bekommen und der Brief nicht erst durch die Abteilung wandern kann. Wie aber bereits gesagt, würde ich dort nicht zu viel Wirbel veranstalten, da die meisten Kaufhäuser auch auf eine Anzeige verzichten, wenn die Strafgebühr bezahlt worden ist und das Hausverbot akzeptiert ist.



4. Im Rahmen der Strafanzeige wird ja leider eine Akte über mich bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft angelegt. Wer kann theoretisch alles davon erfahren? Ich habe leider Polizisten und Anwälte im Bekanntenkreis… Stimmt es, dass die Daten (zumindest in meinem Fall) bei der Polizei nur im örtlichen System gespeichert werden? Oder könnte jeder Polizist von jeder Stadt aus nach meiner Person suchen und sofort diese Akte aufrufen? Oder gibt es da wenigstens einen eingeschränkten Personenkreis?

Theoretisch könnte jeder Polizist auf Ihre Akte zugreifen, allerdings nur dann, wenn er einen wichtigen Grund hat. Dies wird auch anhand von Log-Dateien überprüft, sodass faktisch keine Ausforschung möglich ist und nur diejenigen Staatsdiener davon Kenntnis haben, die Ihren Fall bearbeiten. Dies sind aber meist nur zwischen 3-4 Personen. Rechtsanwälte hätten nur mit Ihrer Zustimmung auf Ihre Akte Zugriff, andernfalls auf keinen Fall.



5. Kann man irgendwie die Löschung meiner Daten bzw. dieses Falles bei der Polizei und Staatsanwaltschaft nach Abschluss der ganzen Sache erwirken? Und wenn nicht, wie lange bleibt dies gespeichert?

Die Daten werden spätestens zwei Jahre nach Verfahrensbeendigung gelöscht (§ 5 ZStVBetrV).


6. Besteht die Möglichkeit, dass das Geschehen alles schriftlich abgewickelt wird, also dass ich nirgends erscheinen muss? Ich möchte am liebsten niemandem unter die Augen treten, weil es so unheimlich peinlich ist (auch wenn ich selbst schuld bin).

Sollte es wirklich zu einer Anzeige kommen, kann dies auch schriftlich mit der Staatsanwaltschaft geklärt werden. Das ist kein Problem und dürfte auch bei Ihrem Fall sehr wahrscheinlich sein.


7. Wie würden Sie Ihrer Erfahrung nach die Höhe der Strafe einschätzen? Ich gehe davon aus, dass es zu einer Geldstrafe kommen wird. Ich habe durch Darlehen und Wohngeld ca. 850 € im Monat zur Verfügung, muss davon aber Miete, Kfz usw. bezahlen. Werden diese Ausgaben berücksichtigt?

Wenn überhaupt schätze ich Ihre Strafe auf 30 Tagessätze, in Ihrem Fall daher € 300,00 bei einer wahrscheinlichen Tagessatzhöhe von € 10,00.


8. Eine Frage hätte ich noch bezüglich der Überwachung des Geschäftes. Ich vermute, dass mich der Detektiv durch Videoüberwachung ertappt hat (obwohl ich nirgends Kameras gesehen hab). Anders kann ich es mir nicht erklären. Muss denn ein Geschäft darauf hinweisen, dass es videoüberwacht wird (nach Datenschutzgesetz oder so)? (Dann wäre zumindest die Hemmschwelle größer gewesen und man hätte so einen riesen Mist gar nicht erst verzapft).


Die Videoüberwachung und die dafür verantwortliche Stelle sind gem. § 6b Abs. 2 BDSG durch geeignete Maßnahmen erkennbar zu machen. Wenn dagegen verstoßen sein sollte, wäre es ein Fall für den Datenschutzbeauftragten, würde allerdings nichts an der Strafe und am Strafverfahren ändern.


Nachfrage vom Fragesteller 09.06.2013 | 20:04

Sehr geehrter Herr RA Hoffmeyer,

vielen Dank für die zügige Beantwortung. Ich kann also davon ausgehen, dass mein Ausrutscher nicht an die Öffentlichkeit gerät? Da würde mir schon ein riesen Stein vom Herzen fallen. Ich befürchte aber, dass es zur Anzeige kommen wird, da der Wert der Ware die Geringfügigkeitsgrenze von 50 € überschreitet.

Ich möchte noch kurz eine Frage zu 5. stellen. Sie meinten, dass nach spätestens 2 Jahren meine Daten gelöscht werden. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass man aber im Polizeiregister bis 10 Jahre gespeichert bleibt. Ist das so? (Naja, so wird vermutlich verfolgt, ob jemand Ersttäter oder Wiederholungstäter ist.) Kann man die Löschung irgendwie erwirken?

Ganz herzlichen Dank an Sie!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.06.2013 | 10:55

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können davon ausgehen, dass Ihre Daten diskret behandelt werden und nicht an die Öffentlichkeit gelangen, solange kein Gerichtsverfahren eröffnet wird, wovon ich aber nicht ausgehe.

Im Hinblick auf das Polizeiregister kann die Löschung nach Ablauf der Frist von zwei Jahren auch beantragt werden, wenn dies nicht automatisch geschehen sein sollte. Hier müsste vorher Akteneinsicht gestellt werden.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben sollten, sprechen Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber weiterhin kostenlos Auskunft geben möchte.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 09.06.2013 | 19:40

Wenn Sie Hilfe dafür brauchen sollten, steht Ihnen meine Kanzlei gerne zur Seite, um die Sache möglichst ohne Aufsehen zu erledigen.

Die Kosten betragen dafür die gesetzlichen Gebühren in Höhe von € 386,75.

Bewertung des Fragestellers 09.06.2013 | 19:51

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