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Ladendiebstahl und nachträgliche Video-Erkennung


| 15.11.2017 22:39 |
Preis: 25,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe in einem Media Markt einen Kopfhöhrer im Wert von 119 € gestohlen und bin 57 Jahre alt. Ich habe keine Vorstrafen oder andere polizeilich relevanten Eintragungen. Ich habe ca 3 Wochen nach der Tat einen Brief des Polizeipräsidium bekommen, der mich hinweist, dass ein Ermittlungsverfahren gegen mich eröffnet wurde und dass ich ggf. eine schriftl. Stellungnahme machen könne. Es sind keine Angaben zu Beweismitteln gemacht als lediglich: "Diebstahl aus Warenhaus / Ladendiebstahl".
Da ich weder bei der Tat noch danach angesprochen oder gestellt wurde, kann die Erkennung meiner Person und meiner Adressdaten nur damit zusammenhängen, dass ich auf dem Parkplatz geparkt hatte und mein PKW-Kennzeichen sichtbar war. Es muss vermutet werden, dass ich also durch mehrere Kameras erkennbar war.

Frage: Ist es realistisch zu erwarten, dass ein Anwalt die vorliegenden Beweismittel als nicht hinreichend in Frage stellen kann und dies eine Verurteilung verhindert oder sollte ich als Ersttäter die Tat zugeben und die zu erwartende Geldstrafe zahlen?

Danke für Info
15.11.2017 | 23:29

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ob ein Anwalt die vorhandenen Beweismittel als unzureichend, unbrauchbar oder unzulässig in Frage stellen kann, lässt sich ohne Akteneinsicht nicht seriös beantworten.

Da Sie nur vermuten können, welche Beweismittel vielleicht gegeben sein können, lässt sich ohne weitere Prüfung nicht beurteilen, ob Sie überhaupt durch Kameras beobachtet wurden oder ob es andere Beweismittel gibt, wie z. B. Beobachtungen von Zeugen oder einem Ladendetektiv, der Ihnen gefolgt ist usw.

Die notwendige Akteneinsicht können Sie jedoch nicht selbst in dieser Form nehmen, sondern Sie müssten dazu einen Strafverteidiger beauftragen, der die Akte einsieht und die vorhandenen Beweismittel dann bewertet. Erst danach kann entschieden werden, ob ein Geständnis sinnvoll ist oder die Beweise angreifbar sind und möglicherweise damit der Tatvorwurf entkräftet werden kann. Eine Garantie, dass ein Anwalt eine Verurteilung oder Strafe verhindern kann, gibt es allerdings nicht.

Ein Strafverteidiger kostet natürlich Geld, wäre aber die sicherste Lösung, um die Akten- und Beweislage zu prüfen und die beste Verteidigungsstrategie zu wählen.

Sie brauchen gegenüber der Polizei keine Aussage zu machen und können von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen, ohne dass das zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden darf. Schweigen ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Chance besteht, dass Ihnen die Tat nicht nachgewiesen werden kann, da Sie sich dann nicht versehentlich selbst belasten oder überführen. Wenn Sie keine Aussage machen bzw. wenn Sie die Tat nicht gestehen, muss Ihnen die Tat nachgewiesen werden. Ob das gelingt, hängt natürlich ganz wesentlich von den vorhandenen Beweisen ab, sodass sich derzeit dazu keine Prognose stellen lässt.

Wenn Sie das Geld für einen Strafverteidiger nicht ausgeben und ein schnelles Ende des Ermittlungsverfahrens herbeiführen wollen, empfiehlt es sich, die Tat zuzugeben und sich kooperativ zu zeigen. Ein Geständnis und Kooperationsbereitschaft - vielleicht auch ein Entschuldigungsschreiben an das Geschäft - wirken sich in der Regel strafmildernd aus.

Zusammengefasst bedeutet dass: Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass es einem Strafverteidiger nach der Akteneinsicht gelingt, die vorhandenen Beweise zu erschüttern und im besten Falle eine Verurteilung zu verhindern. Wie die Erfolgschancen sind, lässt sich aber nur nach einer Akteneinsicht und in Kenntnis aller vorhandenen Beweise hinreichend beurteilen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit verständlich beantwortet zu haben. Bei Nachfragen / Verständnisfragen nutzen Sie bitte die einmalige, kostenfreie Nachfragefunktion auf diesem Portal.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Silke Jacobi

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2017 | 10:32

Liebe Frau Jacobi,

Sie schreiben: "Wenn Sie das Geld für einen Strafverteidiger nicht ausgeben und ein schnelles Ende des Ermittlungsverfahrens herbeiführen wollen, empfiehlt es sich, die Tat zuzugeben und sich kooperativ zu zeigen. Ein Geständnis und Kooperationsbereitschaft - vielleicht auch ein Entschuldigungsschreiben an das Geschäft - wirken sich in der Regel strafmildernd aus. "

Ich bin ehrlich daran interessiert für dieses Fehlverhalten einzustehen und möchte jedoch im Vorfeld etwas abschätzen, mit welchen Kosten eine solche Akteneinsicht des Anwalts verbunden sein kann und ob die Einschätzung, dass eine Strafe ca. 10-15 Tagessätze betragen würde, realistisch ist. (Ich verdiene als Freiberufler rel. gut) Ich tendiere dahin, die Tat zuzugeben, da das ja schließlich die Wahrheit ist.

Danke und Grüße

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2017 | 10:32

Liebe Frau Jacobi,

Sie schreiben: "Wenn Sie das Geld für einen Strafverteidiger nicht ausgeben und ein schnelles Ende des Ermittlungsverfahrens herbeiführen wollen, empfiehlt es sich, die Tat zuzugeben und sich kooperativ zu zeigen. Ein Geständnis und Kooperationsbereitschaft - vielleicht auch ein Entschuldigungsschreiben an das Geschäft - wirken sich in der Regel strafmildernd aus. "

Ich bin ehrlich daran interessiert für dieses Fehlverhalten einzustehen und möchte jedoch im Vorfeld etwas abschätzen, mit welchen Kosten eine solche Akteneinsicht des Anwalts verbunden sein kann und ob die Einschätzung, dass eine Strafe ca. 10-15 Tagessätze betragen würde, realistisch ist. (Ich verdiene als Freiberufler rel. gut) Ich tendiere dahin, die Tat zuzugeben, da das ja schließlich die Wahrheit ist.

Danke und Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.11.2017 | 10:56

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

In Strafsachen werden die Rechtsanwaltskosten nach sogenannten Rahmengebühren abgerechnet, wobei regelmäßig die Mittelgebühr berechnet wird. Diese Mittelgebühr lege ich hier ebenfalls zugrunde. Da dem Anwalt jedoch bei der Abrechnung ein gewisser Spielraum möglich ist, kann u. U. vereinbart werden, dass nicht die Mittelgebühr sondern ein darunter liegender Betrag abgerechnet wird. Dies müsste vor der Mandatierung mit dem Anwalt besprochen werden.

Für die Akteneinsicht ggf. mit eine nachfolgenden Stellungnahme darf der Anwalt grds. folgende Gebühren abrechnen:

Grundgebühr im Strafverfahren, RVG Nr. 4100 200,00 Euro
Verfahrensgebühr im Vorverfahren, RVG Nr. 4104 165,00 Euro
Auslagenpauschale, RVG Nr. 7002 20,00 Euro
19% Umsatzsteuer, RVG Nr. 7008 73,15 Euro

Das sind insgesamt also 458,15 Euro.

Dazu kommen noch 12,00 Euro Gerichtskosten für die Akteneinsicht, die an das Gericht bzw. die Staatsanwaltschaft als Ermittlungsbehörde zu zahlen sind.

Die weiteren Anwaltskosten hängen davon ab, wie das Verfahren fortgesetzt wird. Dies sollten Sie bei der Beauftragung eines Anwalts vorher besprechen und ggf. eine entsprechende Honorarvereinbarung treffen, ob der Mittelwert abgerechnet wird oder eine andere Vergütung gewählt werden soll.

Rein kostenmäßig kann es bei einer zu erwartenden geringeren Geldstrafe manchmal günstiger sein, die Tat zuzugeben und nur die Geldstrafe zu zahlen. Dies kann aber immer nur der Beschuldigte selbst entscheiden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 16.11.2017 | 11:02


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"Frau RAin Jacobi hat sachkundig und schnell geantwortet. Ihre Antworten waren auch dann aussagekräftig, wenn die Fragestellung sich auf unklare Sachverhalte bezog. Ich konnte spüren, dass Frau Jacobi sich bemüht hat, nicht nur Fakten zu schildern, sondern einen fachlich angemessenen Rat zu erteilen. Danke! "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.11.2017
5/5.0

Frau RAin Jacobi hat sachkundig und schnell geantwortet. Ihre Antworten waren auch dann aussagekräftig, wenn die Fragestellung sich auf unklare Sachverhalte bezog. Ich konnte spüren, dass Frau Jacobi sich bemüht hat, nicht nur Fakten zu schildern, sondern einen fachlich angemessenen Rat zu erteilen. Danke!


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