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Ladendiebstahl (komplizierter Fall)

| 19.05.2011 22:46 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,
ich wende mich an Sie, da ich kürzlich einen sehr verhängnisvollen Fehler gemacht habe. Ich habe Waren im Wert von 200€ bei Karstadt geklaut und werde noch gleichzeitig wegen anderer Dinge belangt. Ich weiß auch nicht, weshalb ich so selbstsüchtig und dumm war und werde in Zukunft nicht mehr stehlen. Mein Gewissen und die Sorgen um das, was jetzt geschieht, versetzen mich ziemlich in Aufruhr. Ich werde trotzdem versuchen die Situation möglichst nüchtern und detailliert darzustellen.

Zu meiner Person:

18 Jahre alt
nicht vorbestraft
Schüler (noch bis Juni, dann bin ich dem Abitur fertig)

Zum Tathergang:
Am 18.4.11 habe ich bei Karstadt in der Bremer Innenstadt eine Tasche im Wert von 150€ und ein Portemonaie im Wert von 50€ geklaut. Ich testete an verschiedenen Ausgängen, ob der Alarm losgeht und wurde dabei beobachtet. An einem Ausgang entschied ich mich dann mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, rauszugehen - wohl die dümmste Entscheidung meines Lebens. Ich passierte die Sicherheitskontrollen und eine Glastür, die sich direkt dahinter befand. Um wieder in der Einkaufspassage zu sein und Karstadt zu verlassen, hätte ich noch eine Glastür passieren müssen. ( 1. Kann ich auf versuchten Diebstahl plädieren?) Die Waren hielt ich offen sichtbar in der rechte bzw. linken Hand, außerdem trug ich einen Rucksack. Der Ladendetektiv überholte mich in diesem Moment, hielt mich und führte mich in der 2. Stock ins Büro zu seinem Kollegen. Ich gab meine Personalien an. In meinem Rucksack fanden sie einen Magneten, den ich nicht benutzt hatte, aber der 2. Detektiv machte mir klar, dass es verdächtig ist. (Ich sagte, der Magnet sei dazu da, ihn an einen Stahlträger anzubringen etc.)
Zu den Vorwürfen schwieg ich und gab nichts zu. Ich unterschrieb Hausverbot und 50€ Fangprämie, die ich in einigen Tagen abliefern werde.
Nun durfte ich gehen, ich kann mich allerdings nicht erinnern, aufgefordert zu werden, das Gebäude auf direktem Weg zu verlassen.
Nachdem ich ein Stockwerk runtergegangen war, fiel mir ein, dass ich noch Sachen im 4. Stock im Schließfach deponiert hatte und entschied mich, sie zu holen - die nächste dümmste Entscheidung meines Lebens. Nun kommt der Teil, der den Fall kompliziert macht.
Auf dem Weg nach oben traf ich den 2. Detektiv, der mich in den 4. Stock begleitete. Ich sagte ihn, warum ich hoch ging, er entgegnete nichts. Unsere Wege trennten sich, ich holte meine Sachen aus dem Schließfach und packte sie in meinen Rucksack. 2 Bücher von mir, 4 Hosen im Wert von je ca. 140€ die ich von P&C bzw. Kult hatte. Kein Bon.
Im Erdgeschoss oder 1. Stock griff mich der 1. Detektiv wieder auf, sah die Sachen in meinem Rucksack an und nahm mich wieder ins Büro mit. Die Detektive riefen die Polizei, ich behauptete wiederholt, die Sachen gehörten mir.
Niemand schien mir zu glauben, da ich keinen Beweis habe.
Bei der Vernehmung aüßerte ich mich wieder nicht zur Tat, ein Polizist hatte ein Formular, das ich unterschrieb. Unter anderem willigte ich für einen Strafbefehl ein. Bei der Durchsuchung meiner Person fand sich ein Nagel, den ich bei der Durchsuchung meines Rucksacks offen sichtbar in meine Hosentasche gesteckt hatte. Die anwesende Polizistin verdächtigte sofort, dass ich damit Sicherheitsetiketten geöffnet hatte. Völliger Schwachsinn.
Angeblich habe ich jetzt 3 Strafanzeigen am Hals für 3 Diebstähle.
Da ich angeblich das Hausverbot irgendwie gebrochen hatte o.ä., gab der Polizist mir einen Platzverweis für die Innenstadt bis 20 Uhr. Das war nicht schlimm, da ich eh so schnell wie möglich weg wollte, die Maßnahme kam mir aber doch etwas drastisch vor, obwohl ich mein Fehlverhalten sehr bereue.

Meine Prioritäten nach Wichtigkeit geordnet:
1. Kein Eintrag im Führungszeugnis. Da ich vorhabe, in der Zukunft im Ausland zu arbeiten und evtl. zu studieren, brauche ich möglichst günstige Bedingungen für ein Visum.
2. Möglichst geringe Strafe - vermutlich in Form von Geld oder Sozialstunden.
3. Möglichst geringe Kosten für andere Dinge, wie den Anwalt.
(Ich kann von meinem Ersparten einiges bezahlen, es ist nur schmerzhaft. Ich habe sowieso nur geklaut, da ich mir Sorgen um die Finanzierung meines Unterhalts, Studiums und evtl. Auslandsaufenthaltes mache. Jetzt habe ich wohl ein Eigentor geschossen.)
4. Meine Eltern bekommen nichts von der Sache mit.

Zusatzinformation:
Der Magnet soll laut Polizist vernichtet werden, ich weiß nicht, ob er gegen mich verwendet werden soll. Falls das so ist, würde ich gerne überprüfen lassen, ob damit Etiketten entfernt werden können. Ich weiß wirklich nicht, ob das möglich ist. (Die Waren aus den anderen Kaufhäusern hatte ich mit einem anderen Magneten, der nicht gefunden wurde, entsichert...)

Weitere Fragen:
2. Wie soll ich in der Sache Magnet vorgehen? Kann ich die StA kontaktieren?
3. Falls der Fall vor Gericht kommt, wird das in Osterholz Scharmbeck, meiner Kreisstadt, oder in Bremen passieren?
4. Wie kontaktiere ich die StA?
5. Werde ich von der Polizei/der StA kontaktiert, z.B. zu einer Anhörung (vor Erteilung des Strafbefehls), wann könnte das schätzungsweise geschehen?
6. Muss ich mich an einen Anwalt aus meinem Kreis wenden oder kann er auch aus Bremen stammen/in Bremen zugelassen sein? (Hier bei 123Recht.net habe ich schon Katarina Zdravkovic und Axel Rotter ins Auge gefasst)
7. Bekomme ich einen Termin zur Jugendstrafberatung?
8. Ich werde ein Entschuldigungsschreiben an die Geschäftsführung schreiben. Soll ich auch noch ein Geständnis abgeben?
9. Kann man mir wegen der Hosen aus anderen Kaufhäusern tatsächlich etwas anhängen? Wenn ja, sollte ich auch hier gestehen?
10. Meine Mutter hat eine Rechtsschutzversicherung, vielleicht sogar die ganze Familie. Ist es möglich, dass diese greift?
11. Was kann ich sonst noch tun mit den o.g. Zielen?

Ich wäre sehr dankbar, wenn sie mir mit einer ausführlichen Antwort (muss nicht unbedingt schnell sein) helfen könnten, möglichst noch "mit einem blauen Auge davonzukommen".

Gruß
Sminter

PS: Bitte antworten Sie nicht, wenn Sie nur das Übliche zu sagen haben, was ich unter dem Suchwort "Ladendiebstahl" auf frag-einen-anwalt.de nachlesen kann. Die 50€ Einsatz schmerzen schon etwas, ich denke aber, dass es sich lohnt, wenn ich wirklich hilfreiche Informationen erhalte.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten.

1. Kann ich auf versuchten Diebstahl plädieren?

Nein. Der Diebstahl ist mit dem passieren der Sicherheitskontrollen vollendet

2. Wie soll ich in der Sache Magnet vorgehen? Kann ich die StA kontaktieren?

Sie können mit der Staatsanwaltschaft entweder telefonisch oder schriftlich Kontakt aufnehmen. Wenn der Magnet keinen besonders hohen materiellen oder ideellen Wert für Sie hat, ist es wenig sinnvoll der Vernichtung zu widersprechen. Sie könnten allerdings versuchen, die Herausgabe zu beantragen. Diesem Antrag würde aber wahrscheinlich nicht stattgegeben werden, da es sich um ein mutmaßliches Tatwerkzeug handelt.

3. Falls der Fall vor Gericht kommt, wird das in Osterholz Scharmbeck, meiner Kreisstadt, oder in Bremen passieren?

Hier ist tatsächlich beides möglich.(§§ 7, 8 StPO). Da aber die StA Bremen das Verfahren führt, würde es wohl in Bremen zur Anklage kommen.

4. Wie kontaktiere ich die StA?

Entweder schriftlich oder telefonisch jeweils unter Angabe des Aktenzeichens. Allerdings sollten Sie dies wohl eher einem Anwalt überlassen.

5. Werde ich von der Polizei/der StA kontaktiert, z.B. zu einer Anhörung (vor Erteilung des Strafbefehls), wann könnte das schätzungsweise geschehen?

Grundsätzlich ist Ihnen rechtliches Gehör zu gewähren. Dies geschieht in der Regel durch schriftliche Kontaktaufnahme durch die Polizei. Wann dies erfolgt ist extrem unterschiedlich. Der Zeitraum kann sich zwischen 1 Wochen und mehreren Monaten nach der Tat bewegen.

6. Muss ich mich an einen Anwalt aus meinem Kreis wenden oder kann er auch aus Bremen stammen/in Bremen zugelassen sein?

Sie können sich an jeden in der Bundesrepublik Deutschland zugelassenen Rechtsanwalt wenden, unabhängig davon, wo der Kollege seinen Sitz hat. Jeder in Deutschland zugelassene Rechtsanwalt darf Sie in Strafsachen vor jedem Deutschen Gericht verteidigen. Es empfiehlt sich allerdings schon allein wegen der Fahrtkosten einen Anwalt in Wohnortnähe oder am Gerichtsort zu wählen.

7. Bekomme ich einen Termin zur Jugendstrafberatung?

Ob die Jugendgerichtshilfe in Ihrem Fall tätig wird oder nicht, entscheidet diese Behörde nach Ihrem eigenen Ermessen. In Ihrem Fall halte ich ein tätigwerden der JGH für relativ unwahrscheinlich.

8. Ich werde ein Entschuldigungsschreiben an die Geschäftsführung schreiben. Soll ich auch noch ein Geständnis abgeben?

Diese Frage kann ich gewissenhaft nur nach Einsicht der Ermittlungsakte beantworten. Grundsätzlich wirkt sich ein Geständnis, ebenso wie ein Entschuldigungsbrief aber strafmildernd aus.

9. Kann man mir wegen der Hosen aus anderen Kaufhäusern tatsächlich etwas anhängen? Wenn ja, sollte ich auch hier gestehen?

Auch diese Frage ist ohne Einsichtnahme der Ermittlungsakte nur schwer zu beantworten. Sie sollten jedenfalls solange Ihnen hier nichts konkretes vorgeworfen wird (Tatort, -zeit) keine Äußerung tätigen.

10. Meine Mutter hat eine Rechtsschutzversicherung, vielleicht sogar die ganze Familie. Ist es möglich, dass diese greift?

Rechtsschutzversicherungen greifen bei dem Vorwurf einer vorsätzlich begangenen Tat (wie dem Diebstahl) in aller Regel nicht ein. Es würde mich sehr wundern, wenn dies von der Versicherung Ihrer Mutter umfasst wäre.

11. Was kann ich sonst noch tun mit den o.g. Zielen?

Nehmen Sie sich einen Rechtsanwalt, der Sie verteidigt. Dadurch haben Sie zwar gewisse Kosten aber die Chancen, dass das Verfahren eingestellt wird(insbesondere, wenn Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt) oder mit einer für Sie günstigeren Strafe ausgeht (die dann bei niedriger Strafe auch nicht im Führungszeugnis erscheint) steigen beträchtlich.

Da Sie volljährig sind erfahren Ihre Eltern grundsätzlich nichts von der Angelegenheit. Allerdings kann es natürlich sein, dass diese Post von der Polizei oder dem Gericht an Sie finden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe

Nachfrage vom Fragesteller 22.05.2011 | 16:43

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten.
Folgende Unklarheiten habe ich jetzt noch:
1. Wird die Polizei mich zu einer Anhörung bitten, obwohl ich vor Ort schon eine Kurzvernehmung gemacht habe (der Polizist füllte einen Bogen mit grundlegenden Informationen aus) und obwohl ich kein Gerichtsverfahren, sondern erstmal einen Strafbefehl bekomme?
2. Soll ich mich noch vor Erhalt des Strafbefehls an einen Anwalt wenden bzw. kann er Einfluss auf den Strafbefehl nehmen oder nur auf ein mögliches Gerichtsverfahren?
3. Ich habe kein Aktenzeichen, wie komme ich daran oder macht das der Anwalt für mich?
4. Kann ich mich im Vorfeld über die Kosten für einen bestimmten Anwalt informieren? Es müsste ja beträchtliche Unterschiede geben.
5. Noch einmal zum Magneten. Er hat keinen Wert für mich, ich möchte nur nicht, dass er gegen mich eingesetzt wird, vernichtet wird, und dann kann ich nicht mehr beweisen, dass der Magnet zum Stehlen evtl. gar nicht geeignet ist. Kann soetwas passieren oder wird der Magnet erst nach Abschluss des Verfahrens vernichtet?

Gruß
Sminter

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.05.2011 | 23:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage kann ich Ihnen wie folgt beantworten:

1. Da Ihnen durch die Anhörung vor Ort schon rechtliches Gehör gewährt wurde, wäre eine erneute Gewährung rechtlichen Gehörs nicht erforderlich, ist in der Regel aber üblich. Dass Sie zunächst einen Strabefehl bekommen sollen spielt hierfür keine Rolle.

2. Sie sollten sich sobald wie möglich an einen Anwalt wenden. dieser kann durchaus auch auf die Höher der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe Einfluss nehmen.

3. Am einfachsten ist es, Sie wenden sich telefonisch oder schriftlich an die zuständige Staatsanwltschaft. Telefonisch kann es allerdings sein, dass Ihnen keine Auskunft erteilt wird. Auch der Anwalt kann dass Aktenzeichen für Sie in ERfahrung bringen.

4. Ja, das können Sie, wenn Sie sich einen oder auchmehrere potentielle Verteidiger herausgesucht haben, rufen Sie einfach an oder schreiben Sie eine E-Mail und fragen nach den zu erwartenden Kosten. Eigentlich gibt jeder Anwalt darüber unproblematisch Auskunft.

5. Wenn der Magnet als Beweismittel gegen Sie eingesetzt werden soll, dann darf er erst nach Abschluss des Verfahrens vernichtet werden. Insofern haben Sie nichts zu befürchten.

Mit freundlichen Grüßen

Bade
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 23.05.2011 | 17:53

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 23.05.2011 5/5,0
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