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Ladendiebstahl in wiederholtem Maße


31.01.2007 12:53 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Sehr geehrte Rechtsanwälte,
am 28.12.2006 wurde ich zum wiederholten Mal bei einem Ladendiebstahl erwischt. (der letzte Fall - von mehreren - liegt etwa 2 Jahre zurück).
Ich habe hierzu 2 Fragen:
1. mir wurde von dem betreffenden Baumarkt auferlegt, 50 Euro zu zahlen. Da ich kein Geld bei mir hatte, wurde ich vom Dedektiv angewiesen, diesen Betrag zu überweisen. Ich ging davon aus, dass mir der Baumarkt eine Rechnung mit den Bankverbindungen zusenden würde. Bis gestern (30.01.2007) hatte ich noch keine Nachricht erhalten. Dann kam mit der Post ein Schreiben von einer Rechtsanwaltskanzlei aus München, die vom Baumarkt mit der Durchsetzung aller Ansprüche beauftragt wurde.
Hier soll ich jetzt bis zum 09.02.2007 einen Betrag von 89,-- Euro (Vertragsstrafe = 50,-- Euro; + Geschäftsgebühr §§ 13,14 RVG Nr. 2300VV RVG = 39,-- Euro + Postgebühren von 6,50 Euro)
überweisen.
Was raten Sie mir, muss ich diesen Betrag überweisen? Oder wie soll ich mich verhalten?

2. Zur Angelegenheit selbst:
Ich bin inzwischen 58 Jahre und sehr sehr unglücklich über diese saudummen Vorkommnisse, die ich aus finanziellen Gründen eigentlich nicht nötig hätte.
Ich habe mich - auf Empfehlung eines mir vertrauten Freundes - bei einem Psychotherapeuten gemeldet und ihn um Hilfe gebeten.
Ich möchte gern einmal genau wissen, was mit mir los ist und was in mir vorgeht. Ich verspüre bei dem Besuch eines Marktes recht häufig das Verlangen, etwas Auffälliges tun zu müssen. Ich verhalte mich deswegen auch nicht etwa heimlich, wie man vermuten könnte, sondern sehr auffällig und für aufmerksame Beobachter ziemlich deutlich. Das ist dann DER Kick für mich. Ganz "berauscht" bin ich dann, wenn ich die entwendete Ware durch die Kasse bringe, ohne dass mich jemand angehalten hat und über mich gar getuschelt wird.
In 90 % der Fälle bringe ich die Ware dann wieder zurück (sogar an den dafür vorgesehenen Ort)und bin mit mir zufrieden (so als wenn ich etwas Gutes geleistet hätte).
In den Fällen, wo ich die Ware doch haben "mitgehen" lassen, habe ich nach 2- 3 Tage ein derart schlechtes Gewissen, dass ich dann auch diese Ware an ihren angestammten Platz zurücklege.
So ein "Anfall" (oder wie soll ich sonst dazu sagen)paasiert meistens nur, wenn ich einen Markt betrete. In keinem anderen Fall habe ich diese Anwandlungen. Darum versuche ich auch so selten wie möglich, in ein Kaufhaus zu gehen. Meine Frau hat bislang hinter mir gestanden, da sie weiss, dass ich nicht bösartig bin. Nun aber hat sie die "Faxen" dicke und hat sich von mir distanziert, zumal ich von der Polizei zwecks Ermittlung meiner Personalien nach Hause begleitet wurde und die Nachbarn "Wind" davon bekommen haben.
Meine Frage ist nun, was habe ich zu erwarten (was kommt auf mich zu?)
Wie soll ich mich nun Ihres Erachtens verhalten?
Ich rechne damit, dass in Kürze ein Schreiben der Staatsanwaltschaft bei mir eingeht. Was wird da dann wohl drin stehen?
Bitte geben Sie mir ein paar Tipps und Hinweise, wie ich mich nun weiter verhalten soll.
Ich bedanke mich für Ihre Ratschläge und Ihre Mühe
mit freundlichen Grüßen
Bernd K.

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Sehr geehrter Fragesteller,

1.)
bei den vom Baumarkt auferlegten € 50 handelt es sich rechtlich gesehen um Schadensersatz. Dieser ist grundsätzlich sofort fällig. Mit der Aufforderung zur Zahlung durch den Detektiv und dem Abwarten einer angemessenen Frist sind Sie mit der Zahlung in Verzug geraten. Verzug bedeutet dass Sie alle weiteren Kosten, die zur Beitreibung des Schadensersatzes notwendig sind zusätzlich übernehmen müssen. Das Hinzuziehen eines Anwalts zur Durchsetzung von Ansprüchen ist in jedem Falle angemessen. Auch die Höhe der Rechtsanwaltsgebühren ist angemessen. Der außergerichtliche Aufforderung zur Zahlung sollten sie unbedingt nachkommen, da Sie, nach Ihren Ausführungen, den Ladendiebstahl begangen haben.

Zahlen sie nicht, gehen Sie das Risiko eines gerichtlichen Verfahrens ein mit weiteren zusätzlichen Kosten.

2.)
Als erstes werden Sie einen Anhörungsbogen erhalten auf dem Sie Ihre Sicht zu dem Geschehen schildern können. Dies müssen Sie jedoch nicht. Angaben zu Ihrer Person (Vor-, Familien- und Geburtsname, Geburtsdatum, Familienstand, Beruf, Wohnort, Adresse und Staatsangehörigkeit) müssen Sie hingegen machen.

Danach wird entschieden wie weiter verfahren wird.
- Einstellung mit Auflagen (Spenden an gemeinnützige Vereine, Hilfsdienste in sozialen Einrichtungen etc.)
- Strafbefehl (mit Geldstrafe)
- Anklage

Ohne genaue Kenntnis Ihrer Vorstrafen ist eine Prognose der zu erwartenden Strafe nicht möglich.

Inwieweit Ihre Diebstahlsattacken schuldmindernd sind kann von hier nicht beurteilt werden. Sie können dies jedoch mit einem Bericht/Gutachten Ihres Psychotherapeuten in dem Anhörungsbogen mit angeben.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 31.01.2007 | 21:59

Sehr geehrter Herr Bordasch,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Zu meinen Vorstrafen:
Ich habe zu DM Zeiten mal eine ziemlich hohe Geldstrafe (so um die 4000,-- DM auferlegt bekommen) Damals wollte der Staatsanwalt eine Vorstrafe durchsetzen, was die Frau Richterin aber ablehnte und mich mit dieser hohen Strafe entließ.

Ist diese ein möglicher Hinweis auf ein nun größeres Verfahren?
Sollte ich mich ggfls. eines Rechtsanwaltes bedienen (ich denke hierbei an zusätzliche Kosten, die ich gern vermeiden würde, wenn Sie der Meinung sind, dass ich auch so mit einem angemessenen Verfahren rechnen kann, das auch mit RA nicht anders verlaufen würde.)
Was den Anhörungsbogen betrifft: wird dieser nicht von der Polizei ausgegeben? Als der Kaufhausdedektiv meine persönlichen Daten nicht per Ausweis ermitteln konnte, zog er die Polizei hinzu, die mir einen Fragebogen vorlegte und mir mitteilte, welche Angaben ich zu machen habe. Da ich in dem Moment ohnehin schon nicht mehr so richtig bei mir war, füllte ich den Bogen so aus, wie mir der Beamte es vorgab (ohne dass ich dabei das Gefühl hatte, schlecht oder falsch beraten worden zu sein). Ist dies nicht schon der Anhörungsbogen, von dem Sie sprachen?
Wenn ja, wie würde es jetzt in meinem speziellen Fall (bei soviel Vorkommnissen) weitergehen?
Was raten Sie mir persönlich, hier weiter zu handeln?
Ich danke Ihnen für die Möglichkeit der zweiten Fragestellung.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd K.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.02.2007 | 10:04

Sehr geehrter Fragesteller,

da es bereits bei Ihrer letzten Strafsache zu einer Anklage kam ist davon auszugehen, dass es diesmal nicht anders sein wird. Daher sollten Sie sich umgehend um einen Rechtsanwalt bemühen, der Akteneinsicht nehmen kann um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Allein aus der Tatsache das Sie allein nicht Einsicht in die Strafakte nehmen dürfen ergibt sich, dass Sie in einem Prozess mit Rechtsanwalt immer besser vertreten sind als ohne.

Bei dem Fragebogen, den Ihnen der Polizist im Kaufhaus gegeben hat, kann es sich um einen Anhörungsbogen handeln. Genaueres kann aber auch hier erst durch Akteneinsicht in Erfahrung gebracht werden.

Um sich letzte Klarheit zu verschaffen sollten Sie umgehend einen Kollegen beauftragen. Aus dem von Ihnen mitgeteilten allein kann man weder sagen wie es weitergeht noch wie Sie sich verhalten sollten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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