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Ladendiebstahl in einem Bekleidungsgeschäft

06.07.2005 15:42 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,

ich bin bei dem Versuch in einem Bekleidungsgeschäft zu stehlen, erwischt worden. Ich hatte Sachen im Wert von ca. EUR 60,00 in meine Tasche gesteckt. Im Laden noch habe ich es mit der Angst zu tun bekommen und bin wieder in die Umkleide um die Sachen auszupacken. In diesem Moment bat mich ein Detektiv aus der Kabine und die Polizei wurde gerufen. Ich habe alles zugegeben und betont, dass ich die Sachen zurücklegen wollte. Die Polizeibeamtin fragte mich noch, ob ich genug Geld habe, um die Sachen zu bezahlen. Blauäugig wie ich bin, dachte ich, wenn ich die Sachen bezahle, dass dann keine Anzeige erstattet wird, also bejahte ich die Frage, obwohl ich nur bargeldlos hätte bezahlen können. Wie sich dann herausstellte, habe ich den Hintergrund der Frage falsch interpretiert und dann vor lauter Aufregung, meine Antwort nicht revidiert.

Warum wurde die Frage nach dem Geld gestellt und sollte ich im Falle einer späteren Befragung meine Aussage korrigieren? Leider wurde ich 1999 schon wegen Besitz eines gefälschten (bekritzelten) Fahrscheins mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen (DM 450,-) verurteilt. Gelte ich denn damit schon als vorbestraft und erfolgt jetzt ein Eintrag in mein Führungszeugnis? Mit welcher Strafe muss ich für den Diebstahl rechnen. Ich würde gerne eine Entschuldigung an die Bekleidungsfirma senden, entstehen dadurch irgendwelche Nachteile für mich?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst zur Frage der Vorstrafe: Bei einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von nicht mehr als 90 Tagessätzen gelten Sie nicht als vorbestraft. Ob im Falle einer Verurteilung in diesem Fall eine Eintragung ins Führungszeugnis erfolgt, hängt wiederum vom Strafmaß ab. Werden 90 Tagessätze nicht überschritten, erfolgt auch dieses Mal kein Eintrag.

Mit welcher Strafe Sie zu rechnen haben, lässt sich nicht beurteilen, da dies von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängt. Vermutlich wird es aber wieder zu einer Geldstrafe kommen, die sich ebenso vermutlich im Bereich bis zu 90 Tagessätzen bewegen wird. Es wird aber wahrscheinllich mehr werden, als beim letzten Mal, da Sie bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten sind.

Die Frage, ob Sie die Sachen bezahlen könnten, dient wohl der Ermittlung möglicher Beweggründe für den Diebstahl. Denn es macht bei der strafrechtlichen Beurteilung einen Unterschied, ob sich der Dieb von wirtschaftlicher Not leiten lässt, oder ob er aus Jux und Dollerei klaut. Aufgrund unterschiedlicher Motivation ist nämlich die Schwere der Schuld unterschiedlich zu bewerten.

Die Frage nach einer Revidierung der Antwort möchte ich mit dem alten Sprichwort beantworten: Ehrlich währt am längsten. Soll heißen, Sie tun sich grundsätzlich einen Gefallen, wenn Sie bei der Wahrheit bleiben. Kooperatin, Geständigkeit und Reue beeinflussen das Strafmaß i. d. R. positiv.

Das Schreiben können Sie unbesorgt aufsetzen. Ehrlich gemeinte Entschuldigung wird ebenfalls positiv bewertet.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

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