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Ladendiebstahl, geringer Wert

07.07.2018 11:05 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe gestern in einem Baumarkt einen Zwischenstecker (Wert: 1,11€) eingesteckt. Warum ich das gemacht habe weiß ich ehrlich gesagt nicht und schäme mich dafür sehr. Ich finde es auch gut und gerecht, dass ich erwischt worden bin.

Ich habe den Zwischenstecker eingesteckt, habe auch noch etwas anders mitgenommen und diesen Artikel bezahlt. Als ich dann zu meinem Auto ging wurde ich vom Ladendetektiv gestoppt, er bat mich mit ins Büro zu gehen, das habe ich auch gemacht, ich musste den Stecker abgeben und meine Hosentaschen leeren. Anschließend füllte er ein Formular aus, auf dem auch meine Daten vom Personalausweis standen, welches ich unterschreiben musste, auch dies habe ich gemacht. Im Anschluss klärte er mich darüber auf, dass ich 1 Jahr Hausverbot habe und 100€ zahlen muss, die 100€ habe ich gezahlt.
Von einer Anzeige hat der Ladendetektiv nichts gesagt und ich habe auch nicht weiter nachgefragt, eigentlich habe ich generell nicht viel gesagt. Zum Schluss füllte er noch eine Quittung aus die ich unterschreiben musste, einen Durchschlag von der Quittung habe ich erhalten. Danach war auch alles vorbei und ich konnte den Laden verlassen. Als ich dann zuhause ankam habe ich mir die Quittung genau angeschaut, auf der Steht: "Ich erkläre hiermit, dass ich die Vertragsstrafe in Höhe von 100€ für die am XX.XX.XXXX begangene Tat bezahle. Ich bin zu dieser Zahlung nicht genötigt worden und es ist mir auch bewusst, dass trotz dieser Zahlung eine Strafanzeige und ein Hausverbot erfolgen".

Danach war ich erst einmal leicht geschockt und habe das Internet durchgesucht was da alles passieren kann.

Ich habe in meinem Leben noch nie gestohlen und habe auch sonst keine Vergehen oder Verbrechen begangen, ich werde das auch nie wieder tun. Mir wird bei dem Gedanken an eine Anzeige ganz schlecht.

Nun meine Fragen:

- Der Ladenbesitzer kann mich Anzeigen, dass weiß ich.
- Wie sieht so eine Anzeige aus?
- Wenn ich einen Anhörungsbogen bekomme, wie sieht dieser aus? Werde ich erst einmal nur Angaben zu meiner Person machen müssen oder habe ich dann auch gleich die Möglichkeit eine Strafe zu bezahlen?
- Wenn ich diesen Bogen zurückschicke, bekomme ich dann noch einmal Post?
- Sollte das Verfahren eingestellt werden, bekomme ich dann auch eine Benachrichtigung?
- Wie hoch wird so eine Strafe in etwa sein?
- Was für eine Strafe kann mir drohen?
- Sollte ich zur Polizei geladen werden, muss ich dieser Einladung nachkommen?
- Wenn ein Anhörungsbogen kommt, wie fülle ich diesen am Besten aus? Die Tat werde ich gestehen, da ich ja diese begangen habe.
- Wie lange wird es dauern bis ich Post bekomme?

07.07.2018 | 11:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

- Der Ladenbesitzer kann mich Anzeigen, dass weiß ich.
Der Diebstahl geringwertiger Sachen (Wert: 1,11€) kann von dem Ladenbesitzer gemäß § 248a StGB verfolgt werden.

- Wie sieht so eine Anzeige aus?
Der Ladenbesitzer stellt eine Strafantrag/Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft. Er schildert dort den Sachverhalt und gibt die Beweismittel wie das Diebesgut und den Ladendetektiv an.

- Wenn ich einen Anhörungsbogen bekomme, wie sieht dieser aus? Werde ich erst einmal nur Angaben zu meiner Person machen müssen oder habe ich dann auch gleich die Möglichkeit eine Strafe zu bezahlen?
Sie müssen persönliche Angaben gemäß §111 OWiG machen. Eine Strafe können sie erst zahlen, wenn diese festgesetzt ist. In ihrem Fall kommt durchaus eine Einstellung ohne Geldauflage gemäß § 153 StPO in Betracht, da sie keine Vorstrafen haben und die Sache geringwertig ist. Auf dem Anhörungsbogen könnten sie auch Anzeigen, dass sie mit einer Einstellung gegen Geldauflage gemäß § 154 StPO einverstanden sind. Da sie Ersttäter sind würde ich aber eher eine Einstellung ohne Geldauflage anstreben.

- Wenn ich diesen Bogen zurückschicke, bekomme ich dann noch einmal Post?
Sie werden über die Einstellung im Zweifel informiert.

Sollte das Verfahren eingestellt werden, bekomme ich dann auch eine Benachrichtigung?
Siehe die vorherige Antwort.

- Wie hoch wird so eine Strafe in etwa sein?
Es wird entweder eine Einstellung ohne Geldauflage sein oder eine minimale Geldstrafe. Die Strafe wird deutlich unter 90 Tagessätzen liegen und es wird demnach auch keinen Eintrag im Bundeszentralregister geben.


- Was für eine Strafe kann mir drohen?
Es ist zunächst wichtig, dass es sich um eine geringwertige Sache mit 1,11€ handelt. Bei einem so niedrigen Wert stellt die Staatsanwaltschaft in der Regel das Verfahren ein. Sie haben nach ihren Angaben auch keine Vorstrafen und Voreintragungen. Demnach kommt der sogenannte "Ersttäterbonus" in Betracht. Es liegt allerdings im Ermessen der Behörde, ob sie einstellt oder nicht. Es gibt die Einstellung mit Geldauflage und ohne Geldauflage.

- Sollte ich zur Polizei geladen werden, muss ich dieser Einladung nachkommen?
Nein, das müssen sie nicht. Davon wäre auch abzuraten.

- Wenn ein Anhörungsbogen kommt, wie fülle ich diesen am Besten aus? Die Tat werde ich gestehen, da ich ja diese begangen habe.
Der Anhörungsbogen ist in Druckbuchstaben auszufüllen. Sie müssen nur Angaben zu ihren persönlichen Verhältnissen machen. Zur Sache müssen sie keine Angaben machen. Sie haben das Recht zu schweigen und müssen sich nicht selbst belasten. Unter die persönlichen Angaben fallen der Vor-, Familien- und Geburtsname, der Ort und Tag der Geburt, der Familienstand, der Beruf, der Wohnort, die Wohnung und die Staatsangehörigkeit. Beachten Sie, dass Sie ordnungswidrig handeln, wenn Sie über diese Informationen unrichtige Angaben machen, oder die Angabe darüber verweigern. Angaben zum Einkommen sind freiwillig. Sollten Sie jedoch keine Angaben zum Vermögen machen, so wird das Gericht Ihr Einkommen schätzen, was sich gegebenenfalls nachteilig für Sie auswirken könnte.

- Wie lange wird es dauern bis ich Post bekomme?
Das hängt von der Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft und Polizei an ihrem Wohnort ab. Es kann schon über einen Monat dauern. Sie sollten einfach die Ruhe bewahren. Die entsprechende Benachrichtigung wird ihnen in jedem Fall übersandt.


Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich




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