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Ladendiebstahl gemeinschaftlich, Wert 330,65 EURO

02.02.2009 15:03 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag, vor einiger Zeit wurde ich ( 26 Jahre ) gemeinsam mit einer Freundin ( 27 Jahre )im Geschäft von der Polizei aufgegriffen, da wir einige Dinge in eine Einkaufstasche gesteckt haben. Nun kam Post vom Amtsgericht, dass es zu einer Verhandlung käme. ANklage wie folgt:

... die und die werden angeklagt, gemeinschaftlich handelnd,

fremde bewegliche Sachen einem anderen in der Absicht weggenommen zu haben, die Sachen dich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueigenen, in dem sie im Kaufhaus, in Umsetzung eines zuvor gefassten Tatplanes Waren im Gesamtwert von 330,65 EURO endwendeten und zwar:
.... / Auflistung der Waren ).

Eröffnung des Amtsrichters ...

In diesen Sachen ist ein großer Kalender eingerechnet, im Wert von 30 Euro der NICHT in der Tasche war, sondern unterm Arm getragen wurde ( wir haben das Kaufhaus NICHT verlassen !!! ), des weiteren sind 3 Kosmetikteile aufgelistet im Wert von Gesamt 95,00 EURO. Diese Gegenstände waren allerdings Tester und nicht der Originalartikel. Kann man diese Gegenstände dann trotzdem nach dem vollen Verkaufswert ansetzen ? Sollte man dies vor Gericht erwähnen ??
Ich habe bisher keinen Eintrag im Führungszeugnis.

Meine Frage ist ausserdem, welches Strafmaß zu erwarten ist.
Geldstrafe, Prozeßkosten, Eintrag ins Führungszeunis etc... Sollte der Eintrag erscheinen, nach welcher Zeit wird er wieder gelöscht ?


Da diese Tat gemeinsam begangen wurde, wird bei jedem nur die Hälfte des Preises angesetzt ? Ich habe die Tat zugegeben, schriftlich in dem Fragebogen, der die Polizei geschickt hat , Warum kommt es da zu einer Verhandlung ?
Ich bin Auszubildende und finanziell sehr schlecht gestellt, wird so etwas berücksichtig´t ?

Bitte helfen Sie mir. Vielen Dank !!!

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Grundsätzlich muss bei jeder Straftat, die zur Anzeige gebracht wird, eine Verhandlung stattfinden. Somit ist es unerheblich, dass Sie bei der polizeilichen Vernehmung bereits ein "Geständnis" abgelegt haben.

Die Strafe, die das Amtsgericht aussprechen wird, sollte es zu einer Verurteilung kommen, muss tat- und schuldangemessen sein. Dies bedeutet, dass die einzelnen Umstände der Tat bei der Strafzumessung berücksichtigt werden und geprüft wird, inwieweit dem Täter die Tat vorwerfbar ist.
Zunächst ist festzustellen, dass hier Diebstahl vorgeworfen wird. Die Strafe beim Diebstahl ist Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.
Zunächst hat der Wert der Beute Auswirkung auf die Strafhöhe. Allerdings kann hier nicht so gerechnet werden, dass für einen bestimmten Wert eine bestimmte Strafhöhe festgelegt ist. Somit kommt es bezüglich des Wertes der Beute nicht darauf an, dass teilweise Tester gestohlen wurden und Sie beim Diebstahl zu zweit waren und somit die Beute halbiert werden musste.
Bezüglich des Kalenders ist zu sagen, dass es nicht darauf ankommt, ob er in der Tasche war oder nicht. Es kommt allein darauf an, ob sie sich diesen zugeeignet haben. Dies wäre zum Beispiel auch der Fall, wenn Sie den Kalender aus den Räumlichkeiten des Kaufhauses entfernt hätten. Sollten Sie innerhalb des Gebäudes aufgegriffen worden sein, so spricht einiges dafür, dass Sie den Kalender vor Verlassen des Gebäudes bezahlen wollten. Sollte kein Beweis gelingen, dass dies nicht so war, so wird das Verfahren bezüglich des Kalenders eingestellt.
Strafschärfend ist hier zu berücksichtigen, dass Sie die Tat mit einem anderen – sofern Sie einen gemeinschaftlichen Tatplan hatten – gemeinschaftlich begangen haben. Dies erhöht den Schuldvorwurf. Denn in dem gemeinschaftlichen Begehen einer Straftat liegt immer ein höherer Unrechtsgehalt, da sich bei dieser Art der Begehung eine Dynamik der Tat entwickeln kann, die beim Einzeltäter nicht vorhanden ist.
Strafmildernd wird natürlich berücksichtig, dass Sie die Tat schon bei der polizeilichen Vernehmung zugegeben haben. Auch wird strafmildernd berücksichtigt, wenn Sie keine einschlägigen Vorstrafen haben, also auch keine anderen Vermögensdelikte wie bspw. Betrug begangen haben.
Des Weiteren wird bei der Strafzumessung ihr Verhalten nach der Tat berücksichtigt. Zeigen Sie beispielsweise Reue und haben freiwillig versucht, den entstandenen Schaden wieder gut zu machen und sich entschuldigt, so wird dies strafmildernd berücksichtigt.
Nicht bei der Strafzumessung wird berücksichtigt, dass Sie finanziell schlecht gestellt sind. Allenfalls wenn es sich im Bereich der Notlage abspielen würde, könnte dies Berücksichtigung finden.

Dennoch spielt das Einkommen zumindest bei der Höhe der Geldstrafe eine Rolle. Denn die Geldstrafe wird in Tagessätzen bemessen. Die Höhe des Tagessatzes aber bemisst sich nach Ihrem Einkommen. So wir Ihr monatliches Einkommen durch 30 geteilt. Dies ergibt dann den Tagessatz.

Nach Ihrem Vorbringen gehe ich davon aus, dass es das Gericht noch bei einer Geldstrafe bewenden lassen wird.
Weiter müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt werden. Die Gerichtskosten werden in Ihrem Fall wohl 120 € betragen. Hinzu kommen die notwendigen Auslagen von Zeugen und/oder Sachverständigen.

Einen Eintrag ins Führungszeugnis droht Ihnen, wenn auf mehr als 90 Tagessätze Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von mehr als 3 Monaten erkannt wird. Eine Geldstrafe taucht im Führungszeugnis drei Jahre nach dem Tag des Urteils nicht mehr auf.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


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