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Ladendiebstahl gemäß § 242 StGB ; geringwertige Sache gemäß § 248 a StGB

| 16.03.2014 14:04 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Zusammenfassung: Bei Vergehen ohne besondere schwere der Schuld und ohne öffentliches Interesse an der Strafverfolgung kommt nach § 153 StPO die Einstellung des Verfahrens in Betracht.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich musste leider diesen Fall erleben.
ich war Anfang November 2013 in einem Baumarkt einkaufen, habe 5m Kabel, ein Kunststoff Kabelkanal und eine Packung Kabelklemmern gesucht und habe alle gefunden. Ich wusste aber nicht welche große der Kabelklemmern nehmen muss, die Packung war einfach zu öffnen, war auch nicht geklebt oder geklipst, manche Packungen waren sogar offen. Pro Packung sind 100 Klemmern drin und kostete ca. 9,90 € (weiß jetzt nicht mehr genau), ich habe die passende Klemmer gefunden und leider ein paar mehr die sich auf dem Regal fanden (andere große) mit reingenommen um sicher zu sein dass die Stückzahl stimmt, in dieser Zeit war ein Person in der Nähe und sah so aus als er normal einkauft und danach festgestellt dass er mich bei meinem dummen Verhalten beobachtet hat.
Ich war dann später an der Kasse und habe ganz normal und wie immer alles bezahlt (gesamt Rechnung ca. 19€), als ich raus wollte waren drei Personen am Ausgang, eine von den war der o.g. Person, natürlich waren die Ladendetektive und haben mich angesprochen und ganz nett gefragt ob ich sicher bin ob ich alles bezahlt habe, ich habe mit ja geantwortet, der Person der mich beobachtet hat, hat direkt nach der o.g. Packung gefragt und aus der Tüte rausgeholt und mich gebeten ihn zu seinem Büro zu begleiten. Ich hab dann sofort geahnt um was geht und bin mit ihm gegangen. Im Büro wurde die Packung aufgemacht, kontrolliert und nachgezählt. Natürlich wurde festgestellt dass die Packung ein paar Klemmern mehr drin hat (Weiß jetzt nicht, vielleicht so 10Stk. mehr). Sie haben diese Packung beibehalten, mir eine neue Packung gegeben, und dieses Verhalten mir als Diebstahl vorgeworfen.
Sie können vorstellen es war mir mega peinlich, kalt erwischt und habe mich so geschämt und wollte so schnell wie möglich aus dieser Situation heraus, ich habe wirklich so was noch nie erlebt. Ich habe mich mehrmals für mein verhalten entschuldigt und könnte das nicht erklären. Der Detektiv hat netterweise immer versucht mich zu beruhigen und hat gesagt jeder macht irgendwann einen Fehler, für mich war das aber eine richtige Dummheit. Danach wurde meine Personalien aufgenommen und dann einen Bericht über diese Tat erstellt und von mir unterschrieben , ich habe dann im Laden die Fangprämie über 50 Euro bezahlt (Quittung liegt bei mir vor), und durfte mit meinen gekauften Ware wieder gehen. Die Polizei wurde hier nicht gerufen da lief alles normal, Ich habe auch den Detektiv gefragt ob ich wieder reinkommen darf, er hat mit natürlich geantwortet und gesagt dass die Sache keinen großen Wert hat da ich keine Bohrmaschine mitgenommen habe. Er hat gegen mich kein Hausverbot erteilt. Auch eine Anzeige sollte laut dem Detektiv eher unwahrscheinlich kommen da ich so was zum ersten Mal mache und der Wert sehr klein ist.
Nun habe ich vor drei Tage Post von Polizeipräsidium Frankfurt bekommen, es handelt sich um eine Schriftliche Anhörung die ich innerhalb von 7 Tage beantworten und zurück schicken muss.
Folgendes ist nun mir vorgeworfen:
Ladendiebstahl gemäß § 242 StGB</a> ; geringwertige Sache gemäß § 248 a StGB</a>
Ich sollte Elektroklammern im Wert von 11,50 Euro entwendet haben.
Warum 11,50 Euro? Weiß ich nicht, aber ich denke so viel kostet eine komplette Packung(100 Stk.) der andern großen der Klammern.
Ich weiß jetzt nicht wie ich vorgehen muss und werde sehr dankbar sein wenn Sie meine folgende Fragen beantworten können:
1- Muss ich diesen Bogen beantworten! Es ist das ein Vorteil wenn ich zur Polizei gehe und das ganze mündlich erkläre (ist auch im Bogen angeboten).
2- Ich möchte die Wahrheit sagen und zu meinem Fehler stehen , und die Tat zugeben und im Bogen diese ankreuzen, aber wie oben beschrieben die Sache mehr erläutern, ist das so OK oder ist das sowie Eigentor.
3- Bei Straftat bin mit Erledigung im Strafbefehlsverfahren einverstanden anzukreuzen, ist das OK! Was bedeutet das, komme ich dann vor Gericht!
4- Im Bogen gibt es auch die Möglichkeit anzukreuzen dass man mit Einstellung des Ermittlungsverfahren gegen Auflagen und Weisungen gemäß
§ 153 a StPO , dieser werde ich ankreuzen.
5- Wenn ich keine Angaben zu meinem Einkommen mache, wie wird das Bußgeld berechnet, wie wird die Staatsanwaltschaft bzw. das Gericht das Einkommen abschätzen. Ich bin Angestellter (46 Jahre alt) und habe 3 Kinder, verdiene so gesagt gut, habe aber auch viele Ausgaben. Ich werde im Bogen keine Angabe zu meinem Einkommen machen aber zu meiner Kinder (Alter usw) machen. Sehen Sie das als Vorteil?
6- Ich werde zu diesem Bogen einen weiteren Blatt beifügen und mich für mein Verhalten entschuldigen und bereuen und dazu versprechen das diese Straftat meine erste ist und auch letzte sein wird! Ist das so in Ordnung. Ich möchte auch die Staatsanwaltschaft bitten ob eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/StPO/153.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 153 StPO: Absehen von der Verfolgung bei Geringfügigkeit">§ 153 StPO oder <a href="http://dejure.org/gesetze/StPO/153a.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 153a StPO: Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen">§ 153 a StPO möglich wäre. Darf ich so anfragen ob wohl das 153 StPO im Bogen nicht steht? Ich habe die Unterschiede im Internet gelesen. Können Sie mir bitte das besser erklären?
7- Brauche ich zu diesem Fall einen Rechtsanwalt, oder kann ich erst mal so wie beschrieben vorgehen, und das Ergebnis der Verfahren abwarten und später falls die Strafe hoch kommt einen Anwalt einzuschalten.
Ich schäme mich sehr für diese Sache, weil ich mir selbst nicht erklären kann, wieso ich das getan habe. Ich finde wirklich keine Ruhe und kann mich bei meiner Arbeit nicht richtig konzentrieren.
Ich bitte um Ihre Hilfe und Beratung und bedanke mich im Voraus so sehr.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Nein, die Beantwortung ist freiwillig. Als Beschuldigter haben Sie das Recht zu schweigen.
Ich würde in Ihrem Fall aber eher dazu raten bei der Polizei eine mündliche Aussage zu machen, die dann zu Protokoll genommen wird.

2. Ich rate dazu so vorzugehen, wie Sie es geplant haben. Auch als Verteidiger würde ich Ihnen raten ein Geständnis abzugeben und zur Schuld zu stehen. Es macht keinen Sinn sich hier irgendwie herauzureden zu wollen, das würde mehr schaden als nützen. Natürlich können Sie aber den Sachverhalt und Ihr Verhalten ausführlich erklären.

3. Das Strafbefehlsverfahren ist ein schriftliches Verfahren, welches man bei kleineren Delikten anwendet. Es findet dann keine Hauptverhandlung statt, sondern das Gericht erlässt den Strafbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft. Im Strafbefehl wird direkt eine Strafe festgelegt. In Ihrem Fall wäre das eine Geldstrafe. Gegen den Strafbefehl kann man binnen 2 Wochen Einspruch einlegen, dann kommt es zur Gerichtsverhandlung. Sie können das Einverständnis ankreuzen. Ein Strafbefehl wäre nach einer Einstellung nach § 153 oder 153 a StPO die beste Alternative.

4. Siehe oben. Eine Einstellung nach § 153 oder § 153 a StPO hat den großen Vorteil das Sie als unbestraft gelten. Es gibt keine Verurteilung die ins Bundeszentralregister eingetragen würde. Das ist der Unterschied zum Strafbefehl, wobei Sie auch beim Strafbefehl nicht vorbestraft wären, da eine Verurteilung über 90 Tagessätze nicht erfolgen wird.

5. Es ist Ihr Risiko keine Angaben zu machen. Die Staatsanwaltschaft wird anhand Ihres Berufes ein Einkommen schätzen und ansonsten Durchschnittswerte annehmen. Die Kinder werden berücksichtigt. Bei § 153 a StPO werden häufig Pauschalen angesetzt, die nicht oder kaum vom Einkommen des Beschuldigten abhängen. In Ihrem Fall läge eine Auflage im Bereich zwischen 150 € und 500 €, das sind aber nur Erfahrungswerte. Jede Staatsanwaltschaft hat hier Ihre "Sätze".

6. Ja, Sie können nach § 153 StPO anfragen, die Staatsanwaltschaft prüft diesen aber auch von Amts wegen. Bei § 153 kann ohne Auflage das Verfahren eingestellt werden, wenn kein öffentliches Interesse vorliegt und die Schuld gering ist. Beides wäre gegeben. Anders als bei § 153 a müssten Sie keine Geldauflage erbringen, das Verfahren würde also ohne direkte Folgen für Sie eingestellt. Das ist kein Freispruch, weil Sie ja schuldig sind, aber die für Sie beste Möglichkeit zur Beendigung des Verfahrens. Egal ob § 153 oder 153 a, Sie würden als nicht bestraft gelten. Das verfahren bleibt aber bei Polizei und Staatsanwaltschaft gespeichert.

7. Da es hier wirklich ein Bagatellfall ist, können Sie zunächst ohne Anwalt auskommen und so verfahren wie geplant. Wenn es dann eine Anklage gäbe, oder einen sehr hohen Strafbefehl können Sie immer noch einen Anwalt beauftragen.

Ganz auf Nummer sicher gehen Sie natürlich wenn Sie direkt einen Anwalt beauftragen und dieser nach Akteneinsicht eine Einlassung für Sie abgibt.
Zwingend ist das in Ihrem Fall aber nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 16.03.2014 | 18:59

Sehr geehrter Herr Wöhler,

besten Dank für Ihre rasche Rückmeldung und den detaillierten Antworten.
Ich bin dadurch teilweise beruhigt und habe nun mehr Hoffnung, dass diese Sache so schnell und mit weniger Schaden abgeschlossen wird.
Entschuldigen Sie mich, die Frage nochmal zu stellen, aber sehen Sie das als Vorteil wenn ich bei der Polizei einer mündlichen Äußerung abgebe?
Ich werde der Polizei wie Sie auch vorgeschlagen haben, den Sachverhalt detailliert beschreiben, ich möchte diese auf einem separaten Blatt machen, und mich bei allem entschuldigen und versprechen das so ein Verhalten nie weder vorkommen wird.
Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Hilfe und die kompetente Beratung.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.03.2014 | 19:14

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Es macht keinen generellen Unterschied ob Sie sich mündlich oder schriftlich einlassen. Bei einer mündlichen Vernehmung kann man auf Fragen genauer antworten und Missverständnisse vermeiden. Bei einer schriftlichen Einlassung besteht diese Möglichkeit nicht. Wenn Sie alles schriftlich ausführlich schildern, hätte ich aber auch keine Bedenken.

Ich wünsche alles Gute und hoffe auf einen positiven Ausgang der Sache für Sie.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.03.2014 | 23:38

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