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Ladendiebstahl einer 18-Jährigen - Benachrichtigung der Eltern?


24.09.2007 10:49 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo,
Ich wurde bei einem Ladendiebstahl im Wert von ca. 30 - 35 €uro erwischt. Es war das erste mal und ich habe eine Strafanzeige und Hausverbot bekommen. Klar bereue ich es, aber das ist jetzt Nebensache.
Ich wollte wissen mit welchen Konsequenzen ich jetzt zu rechnen habe. Ich bin Schülerin, 18 Jahre alt.
Bekomme ich außerdem einen Eintrag ins Führungszeugnis? Sonst bin ich strafrechtlich noch nie belangt worden.
Habe ich Chance auf eine Einstellung des Verfahrens?
Kann ich irgendetwas tun um zu zeigen, dass ich es bereue und somit die Strafe geringer ausfällt?
Ich wohne noch zuhause, kann das alles geregelt werden, ohne dass meine Eltern davon erfahren?
Dankeschön

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne Beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und der bereitgestellten Informationen. Bitte beachten Sie, dass dieses Forum einzig der ersten rechtlichen Orientierung dient und die Beantwortung der Frage ausschließlich auf Grundlage der von Ihnen gegebenen Informationen erfolgen kann.

Zu Ihren Fragen:

1. Mit 18 Jahren gelten Sie als Heranwachsende, sodass in Ihrem Fall gegebenenfalls noch Jugendstrafrecht angewandt werden kann. Nach § 105 JGG kann dann bei der Verfehlung eines Heranwachsenden Jugendstrafrecht angewandt werden, wenn die Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Täters bei Berücksichtigung auch der Umweltbedingungen ergibt, dass er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen gleichstand, oder es sich nach der Art, den Umständen oder den Beweggründen der Tat um eine Jugendverfehlung handelt. Da Sie noch Schülerin sind, bei Ihren Eltern leben und zudem eine Tat begangen haben, die als jugendtypisch eingeordnet werden kann, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in Ihrem Fall Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt. Als Folge einer Jugendstraftat sieht das JGG Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel und Jugendstrafe vor. Die Wahl der Rechtsfolge richtet sich hierbei danach, welche nach der Persönlichkeit des Täters den besten Erfolg für seine Resozialisierung verspricht. In Ihrem Fall ist angesichts der Tatsache, dass Sie noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind und auch die gestohlene Ware eher geringwertig waren, mit keiner all zu gravierenden Strafe zu rechnen. So könnten Ihnen z.B. möglicherweise Arbeitsstunden in einer sozialen Einrichtung auferlegt werden.

2. Eine Eintragung in ein polizeiliches Führungszeugnis ist in Ihrem Fall nicht zu erwarten. Eine Eintragung erfolgt nämlich nicht, wenn eine Verurteilung zu Jugendstrafe von nicht mehr als zwei Jahren erfolgt ist und diese zur Bewährung ausgesetzt wurde. Im Erwachsenenstrafrecht erfolgt eine Eintragung erst ab einer Strafe von mindestens 91 Tagessätzen. Die Überschreitung einer dieser Grenzen ist in Ihrem Fall jedoch nicht zu erwarten.

3. Eine Einstellung des Verfahrens ist in Ihrem Fall durchaus möglich, hängt jedoch von der Wertung der Staatsanwaltschaft bzw. des Gerichts ab.

4. Um Reue zu zeigen könnten Sie, da sie offenbar ohnehin geständig sind, z.B. ein Entschuldigungsschreiben an den Geschädigten verfassen bzw. einen dort möglicherweise entstandenen Schaden ersetzen.

5. Nach § 67 Abs. 2 JGG besteht eine grundsätzliche Mitteilungspflicht an die Erziehungsberechtigten für die Fälle, in denen auch eine Mitteilung an den jugendlichen Beschuldigten erfolgen muss. Für Heranwachsende gilt § 67 JGG jedoch nicht. Eltern von Heranwachsenden haben also nicht die besondere Rechtsstellung, die Eltern von Minderjährigen zusteht.

Ich hoffe, Ihnen hiermit eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Hemmer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.09.2007 | 17:57

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Einige Frage hätte ich aber noch:
Sollte es zu einer gerichtlichen Verhandlung kommen wird das irgendwie meinen Eltern mitgeteilt oder müssen sie ggf. auch vor Gericht erscheinen?
Wann bekomme ich einen Bescheid wie das weitere Verfahren aussieht d.h. ob die Verhandlung eingestellt wird oder ich vorgeladen werde oder so?
Sollte es zu Sozialstunden kommen, mit wievielen müsste ich dann rechnen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.09.2007 | 12:02

Sehr geehrte Fragestellerin,

wie bereits dargelegt, besteht eine Mitteilungspflicht gegenüber Ihren Eltern nicht.

Wann genau Sie einen möglichen Einstellungsbescheid bzw. eine Anklageschrift erhalten werden, lässt sich kaum beantworten und hängt davon ab ob ggfls. noch Ermittlungsmaßnahmen etc. erfolgen müssen.

Auch Angaben über die Anzahl möglicher Sozialstunden sind schwerlich zu machen, da es in der Entscheidung des Gerichts liegt, ob überhaupt eine derartige Strafe verhängt wird bzw. in welcher Höhe. Wie jedoch schon aufgezeigt, dürfen Sie für den Fall einer Verurteilung angesichts der Tatsache, dass sie strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten sind und der Wert der gestohlenen Waren als gering einzustufen ist, mit einer eher geringen Strafe rechnen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Hemmer
Rechtsanwalt

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