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Ladendiebstahl bei Edeka, Fragen zum Anhörungsbogen

| 13.10.2016 18:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,
ich habe vergangen Samstag eine riesen Dummheit angestellt indem ich bei EDEKA vier Lebensmittel im Wert von 15 Euro habe mitgehen lassen. Ich, 38 Jahre, männlich, Ersttäter,wurde beim Verlassen des Ladens vom Detektiv angehalten und bin in sein Büro gefolgt. Habe alles zugegeben, die Waren raus gegeben, mich auch mit einer Taschenkontrolle einverstanden gezeigt und habe die 100 Euro Fangprämie bezahlt.Polizei kam keine.

Dann hat er über den Perso meine Personalien aufgenommen, aber keine Kopie gemacht, die Waren in den Tatsbestandsbogen eingetragen und ich hab unterschrieben und einen Durchschlag erhalten. Hausverbot bekommen und dann durfte ich gehen. Hat alles nicht länger als zehn Minuten gedauert.

Wenn nun Strafantrag gestellt wird, wovon ich ausgehe, erhalte ich ja einen Anhörungsbogen.

Nun habe ich folgendes Problem, das mir leider erst jetzt aufgefallen ist.Problem: Ich bin vor zwei Jahren innerhalb der gleichen Stadt umgezogen und auf dem Perso stand noch meine alte Adresse. An meiner alten Adresse gibt es mich ja nicht mehr. Bekommt die Polizei den Bogen zurück, ermittelt meine neue Anschrift und schickt erneut los oder hab ich dann halt Pech und erhalte keinen? Könnte ja auch bei der Post verloren gehen... Was macht man dann? Der Witz ist, dass der Detektiv die auf dem Perso stehende veraltete Adresse auch noch falsch abgeschrieben hat. Anstatt Hausnummer 25 hat er 35 geschrieben. Auch hat er die Personalausweisnummer falsch eingetragen. Es fehlt eine Zahl! Dies ist mir allerdings erst jetzt, also vier Tage später aufgefallen. Ich war so durch den Wind dass mir das beim unterschreiben gar nicht auffiel. Wie stellt die Polizei dieses Schreiben denn zu? Wie läuft das? Ein normaler Brief kommt doch nicht zur Polizei zurück...

Zweite Frage wäre: für wie realistisch halten Sie eine Einstellung mit bzw. ohne Auflagen, bzw für wie wahrscheinlich halten Sie einen Strafantrag? Ich wohne in Stuttgart..

Ich würde die Tat natürlich auch in dem Bogen zugeben und mich zusätzlich entschuldigen. Ich will hier keine weiteren Probleme machen. Ich bin Familienvater von zwei kleinen Kindern, 7 bzw 3 Jahre und man kennt mich in dem Laden. Ist mir sooo endlos peinlich.

Für Ihre Antworten jetzt schon großes Dankeschön

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass der Ladendetektiv Ihren Namen korrekt in das Formular eingetragen hat und wahrscheinlich auch Ihr Geburtsdatum. Damit kann die Polizei über die Meldebehörde Ihre aktuelle Anschrift ermitteln, sofern Sie sich nach dem Umzug ordnungsgemäß umgemeldet haben.

Eine Anschriftenabfrage oder Meldeanfrage wird von der Polizei entweder als Routine erledigt, bevor der Anhörungsbogen verschickt wird oder aber spätestens, wenn ein Rückbrief vorliegt, weil das Schreiben unter der vom Ladendetektiv notierten Anschrift nicht zustellbar war.
Es ist daher grds. davon auszugehen, dass Sie den Anhörungsbogen erhalten werden, da man anhand der aufgenommenen Daten Ihre aktuelle und richtige Anschrift ermitteln kann, solange Sie ordnungsgemäß bei der Meldebehörde gemeldet sind.

Allerdings ist es nicht auszuschließen, dass Sie dann auch Post von der Meldebehörde erhalten, weil Sie es versäumt haben, in Ihrem Personalausweis die aktuelle Anschrift eintragen zu lassen.

Sollten Sie sich dagegen nach Ihrem Umzug nicht ordnungsgemäß umgemeldet haben, wird es schwieriger, aber für die Polizei nicht völlig unmöglich, Ihre aktuelle Anschrift zu ermitteln. In diesem Fall müssten Sie dann aber damit rechnen, dass Ihnen auch noch ein Verstoß gegen das Meldegesetz mit entsprechenden Konsequenzen angelastet wird. Dennoch sollte Ihnen selbst bei einer fehlenden Meldung grds. der Anhörungsbogen zugestellt werden können.

Es ist nicht ganz ungewöhnlich, dass die Polizei Rückbriefe wegen Unzustellbarkeit erhält. Auch einfache Briefe gehen grds. an die Polizei zurück, da selbst die Unzustellbarkeit eines Schreibens Teil der Ermittlungen sind.
Sie geben an, dass Sie als Ersttäter Waren im Wert von ca. 15 Euro gestohlen haben. Damit handelt es sich grds. um einen Diebstahl geringwertiger Sachen nach § 248a StGB.

Ein Diebstahl geringwertiger Sachen wird grds. nur aufgrund eines Strafantrags verfolgt. In der Regel wird bei einem Ladendiebstahl durch den Ladendetektiv bzw. das betroffene Geschäft dieser Strafantrag gestellt. Dies schon aus „Abschreckungsgründen". Daher halte ich es für recht wahrscheinlich, dass die Tat zur Anzeige bei der Polizei gebracht und damit ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Da der Warenwert jedoch recht gering ist und Sie Ersttäter sind, stehen die Chancen auf eine Einstellung nach meiner Erfahren gut. Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass das Verfahren nach § 153a StPO mit einer geringeren Geldauflage eingestellt wird.

Sollte das Verfahren nicht eingestellt werden, was ich für eher unwahrscheinlich halte, besteht die Möglichkeit eines Strafbefehls. In diesem Falle sollten Sie ggf. einen Anwalt beauftragen, um zu prüfen, ob dagegen Einspruch eingelegt werden soll, um u. U. die Strafe zu verringern oder im Rahmen einer Hauptverhandlung doch noch eine Einstellung zu erreichen.

Ich hoffe, damit Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin






Nachfrage vom Fragesteller 13.10.2016 | 21:14

Vielen Dank für Ihre schnellen Antworten. Sie haben mit wirklich sehr geholfen.

Ich war bis März 2010 Student und hatte Bafög bezogen. Beim Bafög Amt war ich immer unter meiner alten Adresse geführt. Bin 2014 umgezogen und hab die Adresse im Perso nicht ändern lassen( bis zu der Aktion auch total vergessen)

Im Februar 2015 erhielt ich die Rückzahlungsaufforderung des Bafög. Das ging auch an meine neue Adresse. Ich hab dort aber nie meine neue Adresse angegeben. Die haben es ja auch geschafft. Also gehe ich davon aus, dass bei der Meldebhörde alles ok ist. Bin Schwabe seit jeher :-)

Vielen Dank nochmals

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.10.2016 | 21:51

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Wenn Sie sich bei der Meldebehörde umgemeldet haben, wurde Ihnen eine Quittung / Bestätigung darüber ausgestellt. Dass Sie das Bafög-Amt gefunden hat, spricht aber auch dafür, dass Sie unter der neuen Anschrift gemeldet sind.

Trotzdem sollten Sie unbedingt Ihren Personalausweis aktualisieren lassen, damit Sie sich richtig ausweisen können.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 13.10.2016 | 21:16

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FRAGESTELLER 13.10.2016 5/5,0
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