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Ladendiebstahl (Wert 250 EUR), Ersttäterin in psychol. Behand., Wohnsitz im Ausland

11.05.2018 20:22 |
Preis: 45,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Diebstahl

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor ein paar Tagen wurde ich in einem Elektronikmarkt beim Diebstahl von Waren im Wert von ca. 150 Euro von einem Ladendetektiv gestellt, der sofort Strafanzeige erstattete. Da ich seit zwei Jahren keine Hauptwohnung in Deutschland habe (ich arbeite normalerweise als Deutschlehrerin in Südamerika und war zum Zeitpunkt der Vergehens auf Heimaturlaub), rief der Detektiv die Polizei an.

Die Polizei nahm mich mit aufs Revier, um meine aktuelle Adresse im Ausland zu prüfen. Bei der Durchsuchung meiner Sachen wurden weitere gestohlene Waren im Wert von ca. 100 Euro sichergestellt, die ich am selben Tag bei einer großen Drogeriekette mitgenommen hatte. Im Sicherstellungsprotokoll ist von "nicht geringwertigen Sachen § 242 StGB" die Rede. Soweit ich es verstanden habe, erstattete die Polizei auf dieser Grundlage eine weitere Strafanzeige.

Ich zeigte mich sofort geständig und entschuldigte mich. Zudem wurde ins Vernehmungsprotokoll aufgenommen, dass ich seit ca. 2 Jahren an meinem Wohnort in psychotherapeutischer Behandlung bin, vorher auch schon ein Jahr in Deutschland. Ich habe das Thema Kleptomanie noch nicht mit meiner Therapeutin angesprochen, doch wurde mir durch die ganze Sache klar, dass ich möglicherweise ein ernsthaftes Problem habe. Ich schäme mich sehr für mein Verhalten!

Frage Teil 1:
Für wie wahrscheinlich halten Sie es angesichts der geschilderten Situation, dass das Verfahren gegen Auflage eingestellt wird? Ich bin vorher noch nie polizeilich in Erscheinung getreten, geschweige denn wegen Ladendiebstahl angezeigt worden. Doch gelte ich aufgrund der zweiten Anzeige durch die Polizei am selben Tag überhaupt noch als Ersttäterin? Falls ich einen Strafbefehl erhalten sollte, mit wie vielen Tagessätzen ist zu rechnen (wichtig: unter 90?)? Wie werden die Tagessätze festgelegt? Zur Zeit führe ich keine Tätigkeit aus, sondern lebe von Ersparten. Ich wüsste nicht, wie ich mein (nicht existentes) Einkommen von Südamerika aus nachweisen sollte.

Frage Teil 2:
Ab August bin ich dann als Lehrerin über eine große deutsche Organisation in Südamerika tätig, wofür ich eigentlich in den nächsten Tagen einen Dienstpass (amtlichen Pass) beantragen muss. Die Passbehörde wird auch Einblick in das Melde-, Reisepass- und Personalausweisregister nehmen. Können die laufenden Anzeigen dazu führen, dass mir der Dienstpass versagt wird und die Organisation, über die ich ins Ausland gehe, über meine Situation informiert wird? Wie sieht es aus, wenn ich tatsächlich zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt werde? Im Passgesetz steht, dass bei Strafverfolgung der Pass u.U. versagt werden kann.

Vielen herzlichen Dank und beste Grüße

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft beide Verfahren entweder verbindet oder zumindest zusammen anklagt.

Sie sollten schnell anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, um eine Einstellung zu erreichen, die Wahrscheinlichkeit ist dann größer als ohne (mit ca 70Prozent, ohne 40 Prozent). Wird das Verfahren nicht eingestellt werden, wäre mit etwa 80-100 Tagessätzen zu rechnen, ab 90 wären Sie vorbestraft mit Eintrag ins Führungszeugnis! Daher wäre eine Einstellung optimaler! Der Mindesttagessatz beträgt 5 Euro (Paragraph 40 StGB), also auch wenn sie kein Einkommen haben! Somit etwa 400-500 Eur!

Solange noch keine Anklage erfolgt ist. kann keine andere Behörde als die Polizei/Staatsanwaltschaft/Gericht darauf zugreifen - Unschuldsvermutung gilt!

Aber gerade wegen Ihrer Sorge mein tip: Ansalt einschalten und versuchen, Verfahren einzustellen!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 15.05.2018 | 03:33

Sehr geehrte Frau Dr. Seiter,
haben Sie vielen Dank für die Annahme meines Anliegens. Darf ich nachfragen, wie nach Ihrer Einschätzung eine derart hohe Anzahl an Tagessätze zustande kommt? In vergleichbaren Fällen, zumindest auf diesem Portal, wurde stets von deutlich unter 90 Tagessätzen und keinem Eintrag ins Führungszeugnis ausgegangen. Wirkt es sich denn nicht strafmildernd aus, dass ich a) Ersttäterin bin, b) sofort geständig war, c) in psychotherapeutischer Behandlung bin und d) im außereuropäischen Ausland wohne?
Bitte gehen Sie auch noch kurz auf den zweiten Teil meines Anliegens ein: Kann mir der Dienstpass (amtlicher Pass) im Falle eines Strafbefehls vom Auswärtigen Amt versagt werden?
Besten Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.05.2018 | 22:45

Wie hoch das Gericht einen Tagessatz festlegt, hängt vom jeweiligen Richter ab. Sicherlich gibt es Bundesländer, da wird ein Verfahren auch beim 3. Mal ggf. noch eingestellt. In Niedersachsen ist es durchaus härter. Es kann sein, dass Sie auch nur 30 Tagessätze bekommen. Sicherlich hilft das Geständnis, allerdings war die Tat eh schon entdeckt, sodass hier nicht so viel Bonus zu erwarten wäre.

Das außereuropäische Ausland spielt keine Rolle, Ersttäterin waren Sie bei der ersten Tat, nicht aber bei der zweiten. Die Behandlung kann etwas bewirken, muss aber nicht. Bei unserem hiesigen Amtsgericht wird bei einem Richter z.B. wird Kleptomanie nicht anerkannt als Strafmilderung.

Wie bereits geschrieben, gelten Sie bis zur Verurteilung als unschuldig, sodass Sie den Pass kurzfristig beantragen sollten.

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