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Ladendiebstahl Detektiv / Videobeweis


01.12.2017 16:52 |
Preis: 62,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Äußerungen zum Ladendiebstahl beim Detektiv und Reue gegenüber Ladenbesitzer


Hallo, ich bin 39 Jahre alt, habe keine Vorstrafen und wurde heute im örtlich Edekamarkt von einem Ladendetektiv gestellt. Ich kaufe dort regelmäßig mit einer großen Tasche ein und habe öfters ein paar Sachen nicht auf das Einkaufsband gelegt (Käse, Wurst, Schokolade). Ich bin nun wohl aufgefallen und daher wurde der Detektiv direkt auf mich angesetzt. Ich bin mit ins Hinterzimmer gegangen und habe dort die Tasche leer geräumt. Ich hatte Lebensmittel im Wert von 16 € gestohlen. Der Detektiv hat eine Bericht geschrieben und mir Hausverbot erteilt. Ich habe eine Fangpräme von 100 € entrichtet. Ich habe sofort gestanden und große Reue gezeigt, mich auch mehrfach entschuldigt. Etwas später habe ich den Ladenbesitzer angerufen und mich nochmals entschuldigt und um ein persönliches Gespräch gebeten. Ich soll mich kommenden Dienstag nochmals bei ihm melden, bis dahin lässt er die Akte liegen. Er weiß, dass ich wohl schon öfter gestohlen habe aufgrund von seinen Videoaufzeichnungen. Auch der Detektiv hat gesagt, dass es schön häufiger vorgekommen ist. Nun weiß ich nicht, wie ich mich am Dienstag verhalte, wenn mich der Herr fragt, wie oft ich gestohlen habe. Soll ich zugeben, dass es häufiger war ich es aber nicht beziffern kann? Wertet der Detektiv nun das Filmmaterial der letzte Monate aus und legt mir vor, wie oft ich etwas mitgenommen habe? Meine Tasche war am Kassenband augenscheinlich leer, ich hatte das Diebesgut in Seitentaschen versteckt. Kann man genau nachvollziehen, was ich die Tasche getan habe und was am Ende auf dem Band lag? Gelte ich nur als Ersttäter oder Wiederholungstäter? Ich wurde das erste Mal gestellt, habe keine Vorstrafen. Gebe ich es zu, belaste ich mich selber, leugne ich, und es wird mir per Video bewiesen, verschärft das die Strafe?
Was würden Sie mir raten? Ich möchte dem Ladenbesitzer gerne nochmals meine Reue gestehen und ihm schildern, dass ich alles zur Wiedergutmachung tun würde.
Ich danke für Ihre Antwort. Bitte antworten Sie mir detailliert auf meine Fragen. Danke.
01.12.2017 | 17:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es kann Ihnen nicht angeraten werden, dass Sie gegenüber irgendjemanden zugeben, dass Sie schon Diebstähle begangen haben. Selbst wenn dies dokumentiert ist, brauchen Sie sich selbst nicht belasten mit einem Geständnis.

Ich gehe nicht davon aus, dass der Detektiv altes Material auswertet. Dies schon vor dem Hintergrund, dass gemäß § 6b Absatz 5 BDSG das aufgezeichnete Material umgehend zu löschen ist.

Zuerst ist festzuhalten, dass die Feststellung genügt, dass Sie etwas in einer Tasche "versteckt" haben und nicht bezahlen wollten, somit einen Vermögensschaden zufügen wollten. Hierbei ist es nicht erheblich, wo die Ware versteckt war, sondern nur, dass sie es war. Es liegt damit an den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, sollten eine Anzeige erfolgen, wegen was gegen Sie vorgegangen wird, ob Diebstahl oder Diebstahl geringwertiger Sachen.
Ob man das Objekt dann erkennen kann, ist Sache der Auswertung der Aufzeichnung, soweit diese der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt wird.
Soweit Sie nicht wegen der gleichen Straftat schon einmal verurteilt wurden, sind Sie im Falle einer Verurteilung Ersttäter.
Die Strafe spricht das Amtsgericht aus, wenn Anklage gegen Sie erhoben wird. Da Sie als Angeschuldigter einer Straftat auch das Recht haben zu schweigen, dürfen Sie nichts sagen und auch die Tat nicht zugeben, da sie sich nicht selbst belasten müssen. Ausdrücklich noch einmal: der Ladenbesitzer darf keine Strafe aussprechen!!! Einzig und das haben Sie anscheinend schon getan, darf man die Kosten für die Bearbeitung durch den Hausdetektiv als Schaden von Ihnen fordern.

Ich bin der Auffassung, dass Sie schon genug Reue gezeigt haben und eine Entschuldigung reicht auch aus. Ein Treffen würde ich nicht empfehlen. Man neigt dazu, hier zu viel zu sagen und ggf. etwas zuzustimmen, was nachteilig für einen selbst sein darf.
Wenn Sie sich entschuldigen möchten: sagen Sie den Termin ab und schreiben eine E-Mail oder einen Brief. Das reicht zum Zeichen der Reue durchaus aus.
Äußern Sie sich nicht selbst gegenüber der Polizei, wenn Anzeige erhoben werden sollte!


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Wübbe

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2017 | 18:09

Sehr geehrter Herr Wübbe,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Was sollte der Inhalt des Entschuldigungsbriefes sein, wenn ich mich nicht weiter belasten will? Für den heutigen Diebstahl nochmals um Verzeihung bitten, und den Vorschlag bringen, eine Entschädigung zu zahlen oder eine Spende zu leisten? Ich musste dem Detektiv zwei Unterschriften geben, einmal bezüglich Hausverbot und einmal bezüglich der Tat. Ich war aber so aufgelöst (und bin es noch), dass ich gar nicht gelesen habe, was er im Detail geschrieben hat. Er sagte nur, dass diese Dokument nun an die Polizei geht und dann ein Strafantrag folgt. Das wollte ich verhindern, indem ich dem Ladenbesitzer meine Reue versichere und mich nochmals persönlich entschuldigen wollte.
Erfährt mein Arbeitgeber davon? Ich habe einen guten Job und habe eine Dummheit begangen, die ich zutiefst bereue. Die Scham ist übergroß. Ich weiß nicht, warum ich nicht einfach aufgehört habe. Die Verlockungen waren zu groß. Es tut mir wirklich Leid. Hätten Sie ein paar Sätze, die ich den Brief formulieren könnten, die für mich unverfänglich wären? Kann es auch sein, dass der Ladenbesitzer keine Anzeige erstellt? Herzliche Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2017 | 18:38

Sehr geehrte Ratsuchende,
vielen Dank für Ihre Nachfragen. Ich versuche, sie geordnet zu beantworten.
Einen Brief diktieren, kann ich hierüber leider nicht, sondern nur Vorschläge machen.
Wenn sie sich entschuldigen möchten, sollten sie es auch so schreiben. Eine einfache Entschuldigung ist unverfänglich. Eine Spende oder ähnliches vorzuschlagen sollten sie vermeiden. Einfach schreiben, dass es eine Kurzschlusshandlung war und sie das Hausverbot akzeptieren. Eine Zahlung haben sie zudem geleistet. Der Verzicht auf eine Anzeige wird nicht erfolgen, auch nicht wenn sie Zahlungen. Anbieten, sie dann auch zudem als Beeinflussung ausgelegt werden könnten. Auch kann damit nicht erreicht werden, dass auf einen Strafantrag verzichtet wird. Dies wäre reine Kulanz.
Aufgrund der Sachlage sollten Sie, weil sie es möchten, ich aber nicht für notwendig erachte, dem Besitzer schreiben, was ich oben schon angezeigt habe. Zudem können Sie sich entschuldigen. Mehr sollten sie nicht schreiben!!
Nein, der Arbeitgeber erfährt davon nichts.

Beste Grüße,
RA Wübbe (Köln)

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