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Ladendiebstahl - Angebot eines Handels durch Kaufhausdetektive


| 25.12.2006 18:12 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,
letzte Woche wurde ich bei einem Ladendiebstahl (Ersttat) im Wert von nicht ganz 100 € erwischt. Ich habe alles zugegeben und glaube, einen großen Fehler gemacht zu haben: Die Kaufhausdetektive boten einen "Handel" an. Sie würden die Polizei nicht verständigen, wenn ich noch weitere Taten zugeben würde (sie hätten alles auf Video). Außerdem stellten sie den Vorwurf der Professionalität in dem Raum, da ich in meiner Tasche eine Zange hatte. Ich stand völlig neben mir und ließ mich darauf ein, habe mich also selbst belastet. Natürlich wurde die Polizei verständigt. Einer der 3 Detektive, deren Verhalten übrigens ziemlich aggressiv war, fuhr daraufhin mit mir nach Hause, um die angeblich gestohlene Ware (für die ich natürlich keinen Beleg mehr habe) abzuholen. Ich habe diese dann nochmals bezahlt und wurde mit dem Hinweis entlassen, die Polizei würde sich zum Zweck einer Vernehmung melden.
Meine Frage(n): War das Verhalten der Detektive rechtens und wie wirkt sich das auf das weitere Verfahren aus? Mit welcher Strafe habe ich zu rechnen - ich bin geständig, schäme mich in Grund und Boden und weiß, daß ich etwas falsches getan habe. Über welchen Zeitraum werden Vidoaufnahmen normalerweise gespeichert?
Vielen Dank für eine Antwort!
25.12.2006 | 18:39

Antwort

von


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Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

Das Verhalten der Detektive ist schwer zu beurteilen. Zunächst ist zu bemerken, dass auch Privatdetektive bei Verdacht einer Straftat ein vorübergehendes Festnahmerecht haben. Sofern Sie sich wegen des ausgeübten Drucks selbst einer Straftat bezichtigt haben, die Sie gar nicht begangen haben, so rate ich Ihnen zunächst einen Rechtsanwalt mit der Akteneinsicht bei der Ermittlungsbehörde zu beauftragen, damit dieser klären kann, was genau gegen Sie vorliegt und was die Detektive zur Anzeige gebracht haben.

Erst im Anschluss an eine erfolgte Akteneinsicht ist eine sinnvolle Verteidigung möglich.

Im Übrigen bleibt mir noch Folgendes anzumerken:

Diebstahl ist vom Strafmass mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. Bei Ihnen als Ersttäterin könnte ein Strafverteidiger versuchen, die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Geldauflage zu erreichen. Sollte es dennoch zur Anklage kommen, so rechne ich mit einer Geldstrafe. Die Tagessatzhöhe würde sich nach Ihren Einkommensverhältnissen richten.

Zu den Videoaufnahmen ist bemerkenswert, dass diese bei Speicherung voraussichtlich gegen Sie verwendet werden könnten. Wie lange Aufnahmen von den Detektiven im allgemeinen gespeichert werden, kann ich Ihnen nicht mitteilen, da dies von Detektei zu Detektei und vor allem der verwendeten Technik abhängig ist. Nach Akteneinsicht könnte jedoch ein beauftragter Rechtsanwalt Details an Sie weitergeben. Ich rate Ihnen bis zur Akteneinsichnahme eines Verteidigers zunächst keine Aussage zu machen, damit eine weitere unnötige Selbstbeschuldigung nicht erfolgt.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben, weise auf die kostenfreie Nachfragefunktion hin und wünsche derweil ein frohes Weihnachtsfest.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 26.12.2006 | 15:15

Guten Tag und vielen Dank für die rasche Antwort. Sie haben mir tatsächlich eine erste Orientierung gegeben, ich werde also einen Anwalt einschalten. Kann ich diesen bereits mit der Akteneinsicht beauftragen, bevor ich die Vorladung zur Polizei erhalten habe? Ich habe bisher nichts schriftlich niedergelegt noch unterschrieben - sollte das, wie ein mögliches Verhör, vom Anwalt begleitet werden? Kann ich irgendwelche Angebote zur Wiedergutmachung machen bzw. sollte ich mich bei der Geschäftsführung (in diesem Fall Karstadt) entschuldigen?
Vielen Dank für Ihre Auskunft!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.12.2006 | 19:00

Vielen Dank für die Nachfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

( 1 ) Sie könne den Anwalt bereits jetzt mit der Akteneinsicht beauftragen. Ein Rechtsanwalt hat allerdings erst nach Abschluss der Ermittlungen ein uneingeschränktes Akteneinsichtsrecht bei der Ermittlungsbehörde.

( 2 ) Zu der Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei müssen Sie nicht zwingend erscheinen. Im Falle des Erscheinens ohne Anwalt können Sie die Aussage auch verweigern. Ratsam ist es Einzelheiten mit dem Rechtsanwalt so früh wie möglich zu besprechen und diesen ggf. zur Vernehmung mitzunehmen. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Angelegenheit bei Beauftragung eines Rechtsanwaltes auch ohne Vernehmung eingestellt wird.

( 3 ) Sie haben Ware bereits bezahlt. Vielleicht müssen Sie noch eine Rechnung wegen der Detektivkosten begleichen. Ansonsten gilt, dass beim Ausspruch einer Strafe eine Wiedergutmachung des Schadens als für den Angeklagten positiv zu berücksichtigen ist.

Ich hoffe Ihre Fragen soweit abschließend beantwortet zu haben und wünsche noch einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt

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