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Ladendiebstahl 500 euro warenwert.....brauche dringend Hilfe


16.12.2015 02:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rößler


Zusammenfassung: Folgen eines Kaufhausdiebstahls für eine Studentin des Lehramtes


Hallo, ich brauche dringend Hilfe...kann wegen der Sache nicht schlafen :/

ich bin eine 25 jährige Lehramtsstudentin und wurde letzte Woche beim Ladendiebstahl mit einer Freundin erwischt. Im ersten Laden habe ich Schuhe im Wert von 80 euro entwendet, im zweiten Laden ca 280 euro und im dritten mit ca 140 euro. Meine Freundin hatte nur Sachen im Wert von ca 80 euro insgesamt. Wir wurden erst im dritten Laden erwischt.
Die Dedektive sind davon ausgegangen dass die übrigen Sachen auch geklaut sind. Wir haben alles zugegeben damit sie nicht die Polizei rufen. Wir haben vor Ort 50 euro bezahlt und unterschrieben dass wir die Sachen gestohlen haben. Die Dedektive haben uns gesagt, dass Sie die anderen Läden informieren und wir dann 3 Anzeigen bekommen.
Ich bin nicht vorbestraft und erhalte ein Bafög von 600 euro monatlich und muss 300 euro miete zahlen und ein kredit in höhe von 110 euro monatlich abbezahlen.

1. Wieviele Tagessätze könnte ich höchstens bekommen und wie hoch könnten diese ausfallen?
2. Wie soll ich jetzt am besten vorgehen, warten bis was von der Polizei oder den anderen 2 Läden kommt? Für einen Anwalt habe ich leider kein Geld.... :(
Ich habe ziemlich große Angst über die 90 Tagessätze zu kommen, da ich mein Studium sonst vergessen kann.

Vielen Dank.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider kann ich Sie in der Pauschalität nicht ganz beruhigen. Die Sache ist leider durchaus ernst zu nehmen und es gibt auch jetzt noch Vieles, was man richtig, aber auch falsch machen kann. Soweit Sie bereits schriftlich ein "umfassendes Geständnis" gegenüber den Kaufhausdetektiven abgegeben haben, dürfte das gerade nicht wirklich sinnvoll gewesen sein.

Eben aus diesem Grund sollten Sie sich wirklich die Frage stellen, ob bei einem das berufliche Fortkommen bedrohenden Vorwurf nicht die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts das Sinnvollste ist, was Sie jetzt noch machen können. Ich will Ihnen aber nicht über Gebühr hineinreden.

Das weitere Verfahren und Ihr weiteres Verhalten bestimmen auch jetzt noch ganz erheblich das Strafmaß bzw. die Frage, wie das Verfahren beendet wird. Es gibt bei der Bestimmung des Strafmaßes zudem auch nicht die Möglichkeit einer punktgenauen Landung und Strafzumessungsfaktoren müssen anhand des konkreten Einzelfalls geprüft werden.

Bspw. sind konkrete Tatumstände von Bedeutung, Diebstahlssicherungen etc., selbstverständlich spielt auch eine Rolle, wie sich die Mitbeschuldigte verhält (bspw. kann die Sache verschlimmert werden durch eine Sie belastende Aussage etc.).

Daher nur ganz grundsätzlich: Man ist bei einer Ersttat einigermaßen weit entfernt von einer Tagessatzanzahl von über 90, wenn keine besonderen Begleitumstände hinzutreten.

Eine höhere Strafe ist aber nicht auszuschließen, wenn bspw. strafschärfende Faktoren hinzukommen (man könnte sogar an Gewerbsmäßigkeit denken, § 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 StGB). Die Schadenssumme und die Mehrzahl der Taten ist auch eher ungünstig.

Sind Diebstahlssicherungen vorhanden gewesen und entfernt worden, kommt auch ein besonders schwerer Fall nach § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 StGB in Betracht. Die Strafe kann dann sehr schnell unwesentlich höher ausfallen, als bei einem "normalen" Diebstahl.

Das alles, sowie strafmildernde Faktoren, können aber nur seriös geprüft werden, wenn man sämtliche Umstände des Einzelfalls genau kennt und herausgearbeitet hat. Ich kann Ihnen daher eigentlich nur die Empfehlung geben, sich an einen Strafverteidiger zu wenden, der Sie durch das Verfahren begleitet. In finanzieller Hinsicht dürften sich da Lösungsmöglichkeiten finden lassen, da bin ich mir eigentlich sicher.

Die Tagessatzhöhe richtet sich nach Ihrem (sog. bereinigten) Nettoeinkommen und wird nicht sehr hoch sein; bei Ihren Angaben dürfte die Tagessatzhöhe bei 10 bis 15 EUR max. liegen - die Gefahr einer hohen Tagessatzanzahl ist aber das gravierendere Problem.

Grundsätzlich können Sie die Post von der Polizei abwarten (es kann auch sein, dass Sie zu einer Vernehmung vorgeladen werden - da sollten Sie dann ebenfalls nicht hingehen; erst recht nicht ohne anwaltlichen Beistand). Es kann auch sinnvoll sein, sich bei den Läden (schriftlich) zu entschuldigen - aber auch das hängt vom Einzelfall und der konkreten Beweislage ab und kann daher pauschal auch nicht empfohlen werden. Reue und Unrechtseinsicht sind aber natürlich stets strafmildernde Umstände.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2015 | 09:49

Sehr geehrter Herr Rößler,
vielen Dank für Ihre Antwort. Wir haben keine Magnete entfernt, haben nur Etiketten abgerissen. Und es waren alles nur Weihnachtsgeschenke die wir uns momentan nicht leisten konnten.... ich bereue es wirklich sehr. Meine Freundin wird keine negativen Aussagen gegen mich machen.
Denken Sie wirklich dass ich über 90 Tagessätze bekomme? Was kann im schlimmsten Fall passieren?
Ich kann mir leider keinen Anwalt leisten und weiß nun wirklich keinen Rat.
Was passiert wenn ich zur polizeilichen Anhörung nicht komme und keinen Anwalt habe?
Ich stehe gerade total unter Schock und weiß nicht was ich machen soll....

Danke noch mal.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2015 | 00:13

Sehr geehrter Fragesteller,

ich kann leider eben nicht seriös eine andere Bewertung der Sache abgeben. Es liegt mir auch vollkommen fern, Sie zu ängstigen.

Schlimmstenfalls kann ein besonders schwerer Fall des Diebstahls angenommen werden:

§ 243 Besonders schwerer Fall des Diebstahls

(1) In besonders schweren Fällen wird der Diebstahl mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
2.
eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist,
3.
gewerbsmäßig stiehlt,

Wenn Sie keine besonderen Diebstahlssicherungen entfernt haben, dürfte Nr. 2 nicht vorliegen.

Wenn es Geschenke für die Familie / Freunde waren, liegt keine Gewerbsmäßigkeit vor. Das alles muss man aber gegenüber den Ermittlungsbehörden auch darstellen - bspw. durch eine schriftliche Stellungnahme.

Eine solche abzugeben ohne Kenntnis des Akteninhalts ist aus anwaltlicher Sicht aber ein ganz grober Fehler. Wenn es nicht anders geht, dann wäre das so. Es ist aber nicht empfehlenswert, daher kann und will ich Ihnen das nicht anraten.

Falls Sie dennoch alleine etwas machen wollen, dann müssen Sie strafmildernde Umstände in den Vordergrund stellen - hierzu gehören u.a. Reue, Unrechtsbewusstsein, Wiedergutmachungsbemühungen etc.

Bestenfalls wird das Verfahren ohne Sanktion eingestellt, sonst wird ein Strafbefehl ergehen mit einer Geldstrafe (Ihre Vermögenssituation sollte geschildert werden), ggf. kann auch Anklage erhoben werden.

Ob und was Ihre Freundin aussagt, kann ich nicht prognostizieren. Auch hierbei erlebt man oft Überraschungen.


Mit freundlichen Grüßen

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