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Ladendiebstahl 2.mal


13.12.2007 09:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin jetzt so durcheinander,und kann ich nicht mehr schlaffen...bitte helfen Sie mir...Vor ca.5 jahren (Feb. 2002) wurde ich 1.Mal beim Ladendiebstahl erwischt. Dann hatte ich ein Schreiben von der Polizei bekommen, eine Aussage geschreiben und hatte einen Strafbefehl von ca.600 euro. (Jetzt weiss ich leider nicht mehr ob es Straf"befehl" war... )
Leider ist es mir gestern wieder passeiert...Das ist mein 2.Mal. Der wert war ca.5 Euro. Natürlich habe ich alles zugegeben und ein protokoll unterschrieben und 50 Euro bezahlt. Jetzt fühle ich mich sehr schlecht...Was kann alles und was wird vermutlich auf mich zu kommen?
Wird meine Tat ins Führungszeugnis eingetragan werden?
Wird meine Tat zu Ausländeramt informiert werden? Ich bin eine Ausländerein, 35 Jahre alt, Hausfrau und verdiene 400 Euro pro Monat. Ich habe seit 2006 eine Unbefristeteaufenthalt.
Wenn ich in Zukunft in einem anderen EUländern wohnen will, könnte meine Tat hinderlich sein???
Am Besten will ich mich umbringen...
vielen Dank.
13.12.2007 | 10:14

Antwort

von


344 Bewertungen
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
E-Mail:
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei folgender Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung handelt und diese eine umfassende Begutachtung kaum ersetzen kann. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Frage(n) wie folgt:

1. Was kann alles und was wird vermutlich auf mich zu kommen?

Diebstahl wird gemäß § 242 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe geahndet.

Für Sie günstig ist, dass es sich „nur“ um Diebstahl einer geringwertigen Sache handelt.

Diebstahl geringwertiger Sachen wird gemäß § 248 a StGB nur auf ANTRAG des Geschädigten verfolgt, es sei denn, dass die Staatsanwaltschaft wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Sollte der Diebstahl verfolgt werden, so ist fraglich, ob im Rahmen der sogenannten Strafzumessung eine Vorstrafe wegen dem Diebstahl im Februar 2002 strafverschärfend hinzu kommen wird.

Die Tilgungsfrist beträgt gemäß § 46 Abs. 1 Nr.1 a) BZRG fünf Jahre bei Verurteilungen zu Geldstrafe von nicht mehr als neunzig Tagessätzen, wenn keine Freiheitsstrafe, kein Strafarrest und keine Jugendstrafe im Register eingetragen ist. Die Frist beginnt gemäß §§ 36 i.V.m. § 5 Nr. 4 BZRG mit dem Tag der Unterzeichnung des Strafbefehles durch den Richter. Hierzu können Sie leider keine Angaben machen, da Sie den Strafbefehl nicht mehr finden können.

Folglich kann von mir leider nicht mit abschließender Sicherheit beantwortet werden, ob der Diebstahl im Jahr 2002 überhaupt „gerichtsbekannt“ ist und sich damit strafverschrfend auswirken kann.

Bei einer Verurteilung müssten Sie nach erster Einschätzung mit einer Geldstrafe rechnen.


2. Wird meine Tat ins Führungszeugnis eingetragen werden?

Nach § 32 BZRG werden in das Führungszeugnis Verurteilungen, durch die auf Geldstrafe von nicht mehr als neunzig Tagessätzen ,Freiheitsstrafe oder Strafarrest von nicht mehr als drei Monaten erkannt worden ist, nicht aufgenommen, wenn im Register keine weitere Strafe eingetragen ist.


3. Wird meine Tat dem Ausländeramt bekannt gegeben ?

Bei der Einleitung und Durchführung eines Straf- oder eines Bußgeldverfahrens haben die zuständigen Stellen gemäß § 87 Abs. 4 Ausländergesetz die zuständige Ausländerbehörde
unverzüglich über die Einleitung des Verfahrens zu unterrichten.


4. Wenn ich in Zukunft in anderen EU -Ländern wohnen will, könnte meine Tat hinderlich sein?

Es besteht kein Anlass, Deutschland zu verlassen.

Idealerweise beauftragen Sie zunächst einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung.

Dieser wird bei dem Geschäft nachfragen, ob gegen Sie überhaupt Strafantrag gestellt wurde. Wenn Strafantrag gestellt wurde, so wird er bei der Ermittlungsbehörde Akteneinsicht nehmen und dort voraussichtlich anregen, das Strafverfahren gemäß § 153 a StPO gegen Zahlung einer Auflage (z.B: Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung oder der Staatskasse) einzustellen.

Eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage würde übrigens gemäß § 4 BZRG n i c h t in das Bundeszentralregister eingetragen.

Sie sollten sich also nicht unnötig zu viele Sorgen machen.

Eine abschließende Prüfung würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Ich hoffe dennoch, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben und mich verständlich ausgedrückt zu haben.

Bei Bedarf können Sie gerne die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
----------------
Austraße 9 ½
89407 Dillingen a.d.Donau

Tel./ Fax: 09071 – 2658

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Homepage der Kanzlei Kohberger: www.anwaltkohberger.de
Internetportal: www.rechthilfreich.de


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2007 | 10:48

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Nun habe ich noch Frage...
Jetzt bin ich schon eine Wiederholungstäter?
Wenn der Diebstahl im Feb. 2002 "gerichtbekannt" ist, dann was könnte passieren?
Die Geschäft hat eine Anzeige gegen mir gemacht. Das heisst, das sie Strafantrag gegen mir eingestellt hat?
Ich befinde mich ab mitte nächstewoche bis mitte Januar nicht mehr in Deutschland. Was könnte passieren, wenn der Anhörungsbogen von der Polizei in dieser Zeit ankommen wird?

Muss ich jetzt schon nach einem Rechtsanwalt suchen?
Tut mir Leid, mein Kopf ist totall durcheinander....
vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2007 | 12:27

Vielen Dank für die Nachfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

1. Jetzt bin ich schon eine Wiederholungstäter ?

„Wiederholungstäter“ sind Sie, da Sie 2 mal dasselbe Delikt verwirklicht haben.

Fraglich ist aber, ob der Diebstahl in 2002 Ihnen auf Grund der gesetzlich vorgegebenen Fristen zum Nachteil gereichen kann. Ich verweise diesbezüglich auf meine ursprünglichen Ausführungen

Die Tilgungsfrist beträgt gemäß § 46 Abs. 1 Nr.1 a) BZRG fünf Jahre bei Verurteilungen zu Geldstrafe von nicht mehr als neunzig Tagessätzen, wenn keine Freiheitsstrafe, kein Strafarrest und keine Jugendstrafe im Register eingetragen ist. Die Frist beginnt gemäß §§ 36 i.V.m. § 5 Nr. 4 BZRG mit dem Tag der Unterzeichnung des Strafbefehles durch den Richter. Hierzu können Sie leider keine Angaben machen, da Sie den Strafbefehl nicht mehr finden können. Folglich kann von mir leider nicht mit abschließender Sicherheit beantwortet werden, ob der Diebstahl im Jahr 2002 überhaupt „gerichtsbekannt“ ist und sich damit strafverschärfend auswirken kann.

und ergänze diese wie folgt:

Getilgte oder tilgungsreife Vorstrafen dürfen nach der gesetzlichen Bestimmung des § 51 BZRG nicht strafverschärfend gewertet werden ( BGH 24, 378; StV 81, 67; 85, 323; 98, 18;; 01, 228. Ob „Tilgungsreife“ für den Strafbefehl besteht kann ohne Angabe des Datums, wann der Richter den Strafbefehl unterschrieben hat, von mir nicht abschließend beantwortet werden.

2. Wenn der Diebstahl im Feb. 2002 "gerichtbekannt" ist, was könnte dann passieren ?

Vorstrafen wirken dann strafschärfend, wenn sie einschlägig sind oder erkennen lassen, dass der Täter sich über frühere Warnungen hinweggesetzt hat (BGH 24, 198; JR 72, 470). Eine strafverschärfende Bewertung weit zurückliegender Tat(en) bedarf besonderer Begründung ( BGH 5, 130).

Alles in allem rechne ich auch im Falle einer „einschlägigen Vorstrafe“ für den Fall einer Verurteilung wegen Diebstahl allenfalls mit einer Geldstrafe UNTER 90 Tagessätzen, zumal Sie beruftätig und Hausfrau sind.

3. Das Geschäft hat eine Anzeige gegen mich gemacht. Das heißt, dass es Strafantrag gegen mich gestellt hat ?

Strafantrag und Strafanzeige sind nicht das Gleiche, wie Sie § 158 Abs. 2 StPO entnehmen können. Dennoch müssen Sie damit rechnen, wegen Diebstahl angeklagt zu werden.

4. Was könnte passieren, wenn der Anhörungsbogen von der Polizei in der Zeit meiner Abwesenheit ankommen wird ?

Eine Aussage zum Tatvorwurf müssen Sie nicht machen, zumal Sie sich nicht selbst belasten müssen. Sie müssen allerdings Angaben zur Person, wie z.B. Ihre Adresse, Familienstand etc. machen.

5. Muss ich jetzt schon nach einem Rechtsanwalt suchen ?

Es empfiehlt sich auf Grund Ihrer Abwesenheit um so mehr einen Rechtsanwalt frühzeitig zu beauftragen. Unter Umständen wird sich ein Strafverteidiger in der Nähe Ihres Wohnortes finden lassen, der sogar gegen Ratenzahlung tätig wird.

Ich hoffe, Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit und verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 13.12.2007 | 10:36

Bei der Antwort zu Frage Nr.3 ist die Angabe der korrekten Rechtgrundlage nicht § 87 "Ausländergesetz" sondern § 87 Aufenthaltsgesetz. Ich bitte, den Schreibfehler zu entschuldigen.
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