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Ladendiebstahl § 242


30.10.2005 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
Ich habe einen Ladendiebstahl begangen, ich hatte eine Software CD (69,-Euro)aus einem Karton in eine Zeitschrift gesteckt,am Ausgang wurde ich vom Detektiv aufgefordert mitzukommen.Nachdem ich die Tat zugegeben hatte ,habe ich die CD + 50 Eoro Bearbeitungsgebühr bezahlt!
Das war das erste mal in meinem Leben,daß ich soetwas gemacht habe,und bin auch nicht vorbestraft.
Ich habe nun von der hamburger Polizei ein Formular ,wo ich mich zu der straftat äußern kann zugeschickt bekommen.
Oben steht: Diebstahl(§242 StGB)-Ladendiebstahl-
Mit welcher Strafe muß ich nun rechenen??

Schöne Grüße

Andreas K.

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,


danke für Ihre Anfrage, welche ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt beantworte:

Was die Straferwartung betrifft, ist geregelt nach § 242 StGB, ich zitiere auszugsweise:


(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in
der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten
rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu
fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Diese relativ hohe Strafandrohung darf sie jetzt nicht erschrecken. Zu Ihren Gunsten spricht nicht nur, dass Sie die Tat sofort einräumten, sondern insbesondere, dass es sich nach Ihrer Schilderung um das erstmalige Fehlverhalten handelte und Sie die Vertragsstrafe sogleich zahlten. Es dürfte hier einiges für eine Einstellung sprechen, die beiden einschlägigen Paragraphen der Strafprozeßordnung sind zum einen:

§ 153 StPO

Nichtverfolgung von Bagatellsachen

(1) 1Hat das Verfahren ein Vergehen zum Gegenstand, so
kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des für die
Eröffnung des Hauptverfahrens zuständigen Gerichts von
der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als
gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an
der Verfolgung besteht. 2Der Zustimmung des Gerichts
bedarf es nicht bei einem Vergehen, das nicht mit einer
im Mindestmaß erhöhten Strafe bedroht ist und bei dem
die durch die Tat verursachten Folgen gering sind.
(2) 1Ist die Klage bereits erhoben, so kann das Gericht
in jeder Lage des Verfahrens unter den Voraussetzungen
des Absatzes 1 mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und
des Angeschuldigten das Verfahren einstellen. 2Der
Zustimmung des Angeschuldigten bedarf es nicht, wenn die
Hauptverhandlung aus den in § 205 angeführten Gründen
nicht durchgeführt werden kann oder in den Fällen des §
231 Abs. 2 und der § 232 und § 233 in seiner Abwesenheit
durchgeführt wird. 3Die Entscheidung ergeht durch
Beschluß. 4Der Beschluß ist nicht anfechtbar.


desweiteren

§ 153a StPO

Vorläufiges Absehen von Klage; vorläufige Einstellung

(1) 1Mit Zustimmung des für die Eröffnung des
Hauptverfahrens zuständigen Gerichts und des
Beschuldigten kann die Staatsanwaltschaft bei einem
Vergehen vorläufig von der Erhebung der öffentlichen
Klage absehen und zugleich dem Beschuldigten Auflagen
und Weisungen erteilen, wenn diese geeignet sind, das
öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu
beseitigen, und die Schwere der Schuld nicht
entgegensteht. 2Als Auflagen oder Weisungen kommen
insbesondere in Betracht,
1. zur Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten
Schadens eine bestimmte Leistung zu erbringen,
.....

3Zur Erfüllung der Auflagen und Weisungen setzt die
Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten eine Frist, die
in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 bis 3, 5 und 6
höchstens sechs Monate, in den Fällen des Satzes 1 Nr. 4
höchstens ein Jahr beträgt. 4Die Staatsanwaltschaft kann
Auflagen und Weisungen nachträglich aufheben
und die Frist einmal für die Dauer von drei Monaten
verlängern; mit Zustimmung des Beschuldigten kann
sie auch Auflagen und Weisungen nachträglich auferlegen
und ändern. 5Erfüllt der Beschuldigte die
Auflagen und Weisungen, so kann die Tat nicht mehr als
Vergehen verfolgt werden. 6Erfüllt der
Beschuldigte die Auflagen und Weisungen nicht, so werden
Leistungen, die er zu ihrer Erfüllung erbracht
hat, nicht erstattet. 7§ 153 Abs. 1 Satz 2 gilt in den
Fällen des Satzes 1 Nr. 1 bis 5 entsprechend.

(2) 1Ist die Klage bereits erhoben, so kann das Gericht
mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des
Angeschuldigten das Verfahren bis zum Ende der
Hauptverhandlung, in der die tatsächlichen
Feststellungen letztmals geprüft werden können,
vorläufig einstellen und zugleich dem Angeschuldigten
die in Absatz 1 Satz 1 und 2 bezeichneten Auflagen und
Weisungen erteilen. 2Absatz 1 Satz 3 bis 6 gilt
entsprechend. 3Die Entscheidung nach Satz 1 ergeht durch
Beschluß. 4Der Beschluß ist nicht anfechtbar. 5Satz 4
gilt auch für eine Feststellung, daß gemäß Satz 1
erteilte Auflagen und Weisungen erfüllt worden sind.


Alternativ könnte ein Strafbefehl zu erwarten sein, da der Sachverhalt ja aufgeklärt ist. Die Höhe der im Strafbefehlsverfahren festgelegten Geldstrafe hängt von Ihrem Einkommen ab, nach welchem sich die Tagessätze berechnen.

Ich kann Ihnen deswegen nur anraten, den Sachverhalt gegenüber der Polizei / StA einzuräumen, aber gleichzeitig auf die o.g. Umstände zu Ihren Gunsten hinzuweisen. Es dürfte dann auf eine Einstellung oder einen –milden- Strafbefehl hinauslaufen.

Abschliessend erlaube ich mir die Bitte, für eine ausreichende Deckung hinsichtlich der eher bescheidenen Lastschrift von QNC Sorge zu trage. Dies ist in keiner Form ein persönlicher Angriff gegen Sie, resultiert nur aus meinen eher leidigen, bisherigen Erfahrungen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung.


Mit freundlichen Grüssen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2005 | 23:18

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

ich habe noch ein paar kurze Fragen, und zwar:

Wie lange dauert es bis ich bescheit bekomme, wenn ich morgen die Formulare zur Polizei abschicke.

Werde ich nach einer Verurteilung in meinem Fall vorbestrsft sein??

Wie kann ich mit der für meinen Fall zuständigen Staatsanwaltschaft kontakt aufnehmen, bzw.kann ich mich da überhaupt melden?

Bekommt mei Arbeitgeber etwas davon mit?

Wenn ich, wie schon beschrieben, die Software-CD vorher aus einem Karton herausgeholt habe und dann in einer Zeitschrift gesteckt habe, ist das dann nicht schon Betrug, und wird dann noch höher bestraft?

Kann ich sonst noch etwas zur Milderung der Strafe tun (z.B. Entschuldigungsschreiben),die Ware und die Fangprämie habe ich ja schon Vorort bezahlt.

Ich bin wegen dieser dummen Sache schon nervlich ganz schön fertig!!

vielen Dank für Ihre Antworten

Andreas K.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.10.2005 | 04:23

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihnen hier nicht Ihre insgesamt 6 Nachfragen beantworten kann und dies erst recht nicht für den gebotenen Mindesteinsatz von 15 Euro. Ich verweise hierzu auf den Hilfe-Button. Es steht Ihnen natürlich frei, hier ein neue Frage einzureichen.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de

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